Süle: Unterbrechung des Umbruchs unnötig

Fußball-Nationalspieler Niklas Süle hält die von Bundestrainer Joachim Löw skizzierte Unterbrechung des Umbruchs in der deutschen Nationalmannschaft für unnötig. “Wir hatten viele verletzte Spieler, dann kam Corona, wir konnten uns ein halbes Jahr lang nicht treffen. Wir haben die Spieler, die das leisten können”, sagte der Innenverteidiger im SZ-Interview. “Wir brauchen nur mehr Zeit, um in der Konstellation zusammenzuspielen.”

Generell finde er es “nicht falsch, darüber zu diskutieren, wer mögliche Kandidaten für die Nationalmannschaft sind”, sagte Süle und bezog sich dabei auf eine mögliche Rückkehr der im März 2019 aussortierten Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng: “Wir sind in einer Leistungsgesellschaft, und die drei sind Top-Spieler.” Aber den Umbruch an sich “infrage zu stellen, das finde ich falsch”.

Es sei “immer über einen Umbruch diskutiert” worden, als dieser noch nicht stattgefunden hatte, sagte Süle. “Seitdem er stattgefunden hat, wurde wieder in die andere Richtung debattiert. Dabei ist, glaube ich, klar, dass nicht alles glatt läuft, wenn wir uns monatelang lang nicht treffen wegen Corona.”

Löw, der im Sommer nach 15 Jahren im Amt den Bundestrainerposten räumen wird, hatte erklärt, er habe die Tür für die drei Weltmeister “weder geöffnet noch geschlossen. Man muss sich überlegen, ob man in der Pandemie den Umbruch unterbrechen muss.” Würde beispielsweise Hummels (Borussia Dortmund) wieder nominiert, wäre Süles Stammplatz gefährdet.

Löw hat zumindest Süle (25) mit seiner Rücktrittsankündigung “relativ überrascht”. Deutschland müsse “sehr, sehr dankbar sein, so einen Bundestrainer 15 Jahre lang gehabt zu haben”, betonte er.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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