Sport- und Präventionsexperte Froböse: „Wir erleben eine Bewegungsmangel-Pandemie“

Sport- und Präventionsexperte Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln hat vor den drastischen Folgen der Sporteinschränkungen durch die Corona-Pandemie gewarnt. „Wir erleben eine Bewegungsmangel-Pandemie mit gravierenden Folgen“, sagte Froböse in einem Interview mit DFB.de.

Froböse kritisiert die Schließungen der Sportstätten im Corona-Lockdown, durch die sich vor allem Kinder andere Beschäftigungen suchen. Das „Spielen“ findet dann nicht mehr körperlich statt, sondern meist nur noch digital.  

Froböse warnte außerdem davor, dass der aktuelle Bewegungsmangel das Gesundheitssystem in den kommenden Jahren überlasten könnte. Daher sprach er sich dafür aus, die Sportstätten wieder zu öffnen, da „das Ansteckungsrisiko bei organisierter Bewegung, wie es im Sportverein super stattfinden kann, gegen Null tendiert“.

Der 64-Jährige wies darauf hin, dass nicht nur körperliche Folgen vor allem für Kinder und Jugendliche drohen könnten, sondern auch psychische: „Kindliche Entwicklung muss durch Körperprägung entstehen, sonst haben wir langfristig ein Problem. Wenn man Spielen in jungen Jahren nicht lernt und Dinge wie Sieg oder Niederlage, Freund oder Feind, Respekt, Fairness oder Verantwortung nicht erlernt, ist das schlecht für die Entwicklung, denn es sind Dinge, die die Persönlichkeit prägen und Emotionen beeinflussen.“ 

Froböse wünscht sich, dass sportliche Bewegung eine Stimme bekommt und „das Leben und Lachen“ in die Gesellschaft zurückgebracht werden.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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