Markt explodiert: Spielerberater in der Erklärungspflicht

An diesen Geldschein noch sechs Null hängen: Dann hat man die Summe, die die Bundesliga-Klubs im gemeldeten Geschäftsjahr an die Spielerberater ausschüttet haben. Foto: Imago / Scanpix

Auf den ersten Blick liegt der Vorwurf nahe: 200 Mio. Euro Honorar für Spielerberater – das ist viel zu viel Geld für eine Branche, deren Reputation zwischen Immobilienmakler und Seelenverkäufer zu verorten ist. 200 Mio. Euro: Nur wenige Bundesliga-Klubs haben einen höheren Umsatz. Dem Vorwurf liegen Irrtümer zugrunde, die womöglich aus einer Halbherzigkeit beim Umgang mit Spielerberatern herrühren.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) sollte, wenn sie schon die Wirtschaftszahlen mit dieser heiklen Kennziffer veröffentlicht, in ihrer Darstellung tiefer gehen: Wofür zahlen die Vereine diese Honorare? Es macht einen Unterschied, ob die Spielerberater beim Verkauf eines Spielers ins Ausland halfen (und damit Geld in die Liga bringen) oder die Kernarbeit eines hochbezahlten Klubmanagers bei der Spielerakquise übernahmen.

Klubs wie Wirtschaftsunternehmen

Das Geld, das man als Honorar an die Spielerberater ausschüttet, gehört im weitesten Sinne den Vereinsmitgliedern. Dass Klubs wie Wirtschaftsunternehmen agieren und Ausgliederungen vorgenommen haben, bewahrt die Verantwortlichen nicht vor der Berichtspflicht. Zum Beispiel: Für welche Dienstleistungen wurden welche Honorarsätze fällig? Wenn schon Transparenz, dann richtig.

Eine Gebührenordnung muss es deswegen nicht geben. Geringere Nebenkosten würde entweder dazu führen, dass die Spieler noch mehr Geld kassierten oder dass Nebenabsprachen zwischen Verein und Spielerberater getätigt würden. Die Spielerberater haben eine exklusive Dienstleistung anzubieten, deren Honorierung im direkten Gespräch ausgehandelt wird. Sozialismus hat im Fußball nie funktioniert.

Krummer Dinger sind die Ausnahme

Noch immer haftet Spielerberatern der Ruf an, dass krumme Dinger zum Tagesgeschäft gehören. Das ist falsch. Wie überall gibt es stilbildende Halunken, die eine Branche prägen. Die anständigen Berater müssten mit Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz den Wert ihrer Arbeit darstellen. Solange sie aber im Dunkeln arbeiten, heimlich und versteckt, klebt an ihnen der Verdacht der Unaufrichtigkeit.

Es ist ja nicht so, dass die Agenten nichts für ihr Honorar, das sie irgendwann bekommen, täten. Scouting, Betreuung, Vorsorge, Karriereplanung, Markenaufbau, Verhandlung, Juristisches, nicht zuletzt das Risiko: Die Spielerberater dürften deswegen keine andere Chance darin sehen, als ihr Geschäftsmodell verständlich zu erklären. Wer das nicht tut, hat etwas zu verbergen.