So entsteht der Bundesliga-Spielplan 2019/20

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) veröffentlicht am Freitag (12 Uhr) die Spielpläne für die Bundesliga und die 2. Liga. Die Bundesliga startet am 16. August in die neue Spielzeit, die 2. Liga schon am 26. Juli.

Traditionell beginnt die Bundesliga-Saison mit einem Spiel des deutschen Meisters. Der Gegner von Bayern München sowie das Heimrecht in der Partie werden am Freitag bekannt gegeben.

Wann entstehen die Spielpläne für die neue Saison?

Bereits im Frühjahr starten die Planungen. In dieser Phase werden alle relevanten Daten gesammelt. Dazu zählen die internationalen Rahmenterminkalender sowie Vorgaben von Kommunen, Sicherheitsorganen, Klubs und Stadionbetreibern. Die Erstellung der Spielpläne beginnt nach Abschluss der Vorsaison.

“Unser Kernteam besteht aus drei Mitarbeitern, die sich von Mitte April bis Ende Juni bei ihrer Arbeit in erster Linie mit der Spielplan-Erstellung beschäftigen”, sagte der zuständige DFL-Direktor Ansgar Schwenken dem SID. “Dieses Team spricht sich mit anderen DFL-Abteilungen und allen externen Beteiligten ab.”

Ansgar Schwenken
Ansgar Schwenken von der DFL. Foto: Imago Images / Hartenfelser

Wie werden die Spielpläne erstellt?

Die DFL arbeitet seit 2006 mit einer eigens entwickelten Software, mit deren Hilfe die Erstellung individueller Spielpläne möglich ist. Die Software nutzt dabei die Methode der ganzzahligen linearen Optimierung – ein Teilgebiet der angewandten Mathematik. Mit Hilfe dieser Methode lassen sich komplexe Probleme lösen, die von verschiedenen Faktoren abhängen. Nach Abfrage aller relevanten Daten übersetzt der Workflow diese Faktoren in Variablen und speist sie in die Software ein.

Was passiert, wenn alle Daten im System sind?

Nachdem alle Variablen im System sind, errechnet das Programm verschiedene Spielpläne. Die DFL-Spielleitung überprüft die Spielpläne und schickt sie in weitere Berechnungsschleifen, um das optimale Ergebnis zu ermitteln. “Die ersten Varianten, die unsere Software liefert, sind nicht genau so, wie sie den Anforderungen am besten gerecht werden”, sagte Schwenken. Im Durchschnitt braucht die Software 70 Versuche, um das bestmögliche Ergebnis auszuspucken.

Werden die Spielpläne auch noch manuell überprüft?

Im Anschluss an die Berechnung prüft die Spielleitung abermals, ob tatsächlich alle relevanten Kriterien erfüllt wurden und ob diese auch zu einem ausgewogenen und fairen Spielplan geführt haben. Sollte dies nicht der Fall sein, korrigiert man den Spielplan ein weiteres Mal. “Wir haben Experten, die dafür ein gutes Auge haben. Grobe Fehler sind uns deshalb bei der Erstellung des Spielplans erfreulicherweise noch nicht unterlaufen”, sagte Schwenken. “Wichtig ist uns ein fairer Spielplan. Deshalb kategorisieren wir die Mannschaften nach ihren Leistungen in den vergangenen Jahren. Fair bedeutet in dieser Hinsicht zum Beispiel, dass das Auftaktprogramm der Aufsteiger ausgeglichen ist. Das hat zumeist sehr gut funktioniert.”

Warum gibt es zeitgenaue Ansetzungen erst während der Saison?

Die internationalen Wettbewerbe sind der Hauptgrund dafür, dass die genauen Ansetzungen erst im Laufe der Saison festgelegt werden. Um den international agierenden Teams die notwendige Regeneration ermöglichen zu können, erfolgt die Terminierung eines Bundesliga-Spieltags später. Nämlich erst, wenn feststeht, welcher Klub an welchem Termin international spielt. Außerdem ist die DFL im steten Austausch mit den Sicherheitsorganen. Gemeinsam wollen sie Ansetzungen so terminieren, dass alle Beteiligten einen reibungslosen Ablauf sehen.

Warum gibt es trotz aller Mühen immer mal wieder Beschwerden der Beteiligten?

“Nicht alle Beteiligten sind immer zu 100 Prozent zufrieden, vor allem bei den zeitgenauen Ansetzungen im Laufe der Saison”, sagte Schwenken. “Aber damit müssen wir leben. Wir möchten allen Vorgaben und Wünschen bestmöglich gerecht werden. Natürlich ist es für uns unerfreulich, wenn eine Ansetzung für Verärgerung sorgt. Aber dabei sind in der Regel Kombinationen von Vorgaben zu beachten, unter deren Berücksichtigung es die sinnvollste Ansetzung ist.”

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Neymar: Ein Missverständnis für 222 Millionen Euro

Nein, langweilig wird es dank Neymar nicht. Vergewaltigungsvorwürfe, handgreifliche Auseinandersetzungen, Schiri-Schelte, Sperren und Verletzungs-Aus vor der Copa America – der brasilianische Superstar hat schon zuletzt reichlich Aufreger produziert. Es waren zwar häufig mehr Negativ-Schlagzeilen, aber sei’s drum.

Nun plant der 27-Jährige offenbar den nächsten Coup, schenkt man der dem FC Barcelona nahestehenden Gazette Sport Glauben. Neymar will nach zwei Jahren bei Paris St. Germain wieder zurück zu Barca und dort sogar auf reichlich Gehalt verzichten. Die Hypothek der 222-Millionen-Euro-Weltrekordablöse war für Neymar an der Seine offensichtlich zu hoch.

Neymar verzweifelt an der Situation
Neymar verzweifelt an der Situation. Foto: Imago Images / Xinhua

Denn den Traum vom Champions-League-Triumph konnte der exzentrische Südamerikaner mit PSG trotz exzellenten Kaders nicht realisieren. Hunderte Millionen Euro hatten die katarischen Geldgeber in den Klub von Trainer Thomas Tuchel investiert. Doch mehr als nationale Titel sprangen nicht heraus. Selbst der teuerste Fußballer der Historie änderte daran nichts.

Wird für Neymar an der Seite von Lionel Messi, mit dem er schon von 2013 bis 2017 bei Blaugrana gezaubert hatte, alles besser? Nicht unbedingt! Neymar, ein begnadeter Kicker, steht sich häufiger als ihm lieb ist im Weg. Seine theatralischen Schauspieleinlagen bei der WM 2018 in Russland haben seinem Image, Ruf und Ansehen geschadet. 

Neymar bringt eigentlich alles mit, um Messi oder Ronaldo im Kampf um die Krone des weltbesten Fußballers Paroli zu bieten. Aber irgendwie fehlt ihm die Entschlossenheit, die Zielstrebigkeit und vielleicht auch die nötige Professionalität. Zu häufig lässt sich Neymar durch Nebensächlichkeiten, die er ins Zentrum seiner Wahrnehmung rückt, ablenken.

Barca sollte sich genau überlegen, ob es Neymar wirklich wert ist, so viel Geld in die Hand zu nehmen. Denn im Falle einer Rückholaktion sind die Probleme im Gesamtpaket Neymar immer gleich mitenthalten. Und auch die Selecao hat mit ihm noch nichts Großes geleistet.

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DFB will Stefan Kuntz unbedingt als Trainer halten

DFB-Direktor Oliver Bierhoff will einen Abschied von Erfolgstrainer Stefan Kuntz mit aller Macht verhindern. “Wir wollen Stefan nicht abgeben. Ich hoffe, dass er die Stärken des DFB sieht. Wir werden ihm immer wieder interessante Angebote schaffen, auch außerhalb der Mannschaft”, sagte Bierhoff am Sonntag in Udine. Kuntz hatte mit der deutschen U21 vor zwei Jahren den EM-Titel geholt und steht auch bei der laufenden EM im Halbfinale.

Oliver Bierhoff ist sich der Gefahr durch das Interesse etwa von Vereinsseite bewusst. “Die Sorge habe ich ständig bei unseren Trainern. Das ist auf der einen Seite immer eine Auszeichnung, weil es zeigt, dass wir gute Arbeit machen und auch die richtigen Trainer aussuchen. Es passiert aber immer wieder, jetzt auch bei Frank Kramer, dass sie uns verlassen”, sagte Bierhoff. Der bisherige U18-Trainer Kramer wird künftig sportlicher Leiter der Nachwuchsakademie von Red Bull Salzburg.

Kuntz hat beim DFB noch einen Vertrag bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Seine Zukunft sei für ihn “im Moment überhaupt kein Thema”, sagte der 56-Jährige unmittelbar nach dem 1:1 (1:1) gegen Österreich: “Ich wäre ein komischer Trainer, wenn ich direkt nach dem Spiel über die Zukunft reden könnte.” Er freue sich aber schon auf Olympia in Japan, betonte Kuntz.

Bierhoff lobte besonders den Umgang des DFB-Trainers mit jungen Spielern. “Stefan hat genug Erfahrung, und diese Qualitäten zeigt er hier. Er hat einfach kommunikative Stärken, er ist ein toller Trainer und vor allem weiß er in solchen Situationen, wie die Spieler ticken und was in einem Turnier wichtig ist”, sagte er.

Kuntz hatte 2016 die Nachfolge von Horst Hrubesch angetreten. Eigentlich war Marcus Sorg als neuer U21-Trainer vorgesehen gewesen, der dann aber ins Team von Bundestrainer Joachim Löw aufstieg. Inzwischen hat Kuntz seinen Vorgänger Hrubesch überholt: Kuntz steht bei 23 Siegen aus 32 Spielen, Hrubeschs hatte 22 Siege in 37 Begegnungen gefeiert.

Nach dem 1:1 im Österreich-Spiel stellte sich Stefan Kuntz den Fragen der Presse.

Stefan Kuntz dirigiert - auf seine Art.
Stefan Kuntz dirigiert – auf seine Art.

Frage: “Stefan Kuntz, wie bewerten Sie das 1:1 gegen Österreich und den Einzug ins EM-Halbfinale?”

Kuntz: “Wir haben gemerkt, dass es nicht immer nur bergauf geht. Wichtig war, dass wir uns der Situation gestellt haben. Der Erfahrungsschatz aus dem Spiel ist sehr viel wert.”

Frage: “Welche Erfahrung zum Beispiel?”

Kuntz: “Nochmal über den inneren Schweinehund zu gehen. Nochmal einen Sprint zu ziehen, obwohl du deine Beine an Schalter sieben mit der Post beim Paketdienst abgeben kannst. Wenn man das macht, dann erarbeitet man sich eine Form von Glück, und das haben wir gemacht.”

Frage: “Gehört auch die Erfahrung dazu, dem Druck standgehalten zu haben?”

Kuntz: “Natürlich. Ich habe vor dem Halbfinale oder Finale der EM 1996 einmal zu Berti Vogts gesagt: ‘Boah, Trainer, das ist ganz schön viel Druck’. Und dann hat er gesagt: ‘Je größer der Druck, umso größer die Pokale’. Da ist was Wahres dran.”

Frage: “Kam der Rückschlag vielleicht zur rechten Zeit? Auch vor zwei Jahren war das dritte Gruppenspiel das schwächste.”

Kuntz: “Im Vergleich zu 2017 haben wir einen kleinen Fortschritt hingelegt, wir haben diesmal ein Unentschieden erreicht. Zum Schluss hast du gemerkt, dass jeder bereit war, etwas zu geben, was er nicht mehr hatte: Kraft und Energie.”

Frage: “Alexander Nübel hat den Elfmeter verursacht und danach glänzend gehalten. Was haben Sie ihm in der Pause gesagt?”

Kuntz: “Ich habe gesagt: Du wirst sehen, wenn einer noch in einer entscheidenden Situation retten kann, dann der Torhüter. Und das hat er ja auch noch zweimal gemacht. Er hat uns zweimal am Leben gehalten. Auch wenn es bei mir eher zum Herzstillstand geführt hat.”

Frage: “Freuen Sie sich schon auf Olympia 2020?”

Kuntz: “Na klar. Das ist etwas, was du als Fußballer normalerweise nicht erreichen kannst. Wir haben alle eine unwahrscheinlich hohe Wertschätzung gegenüber anderen Sportlern. Wenn ich bedenke, was Ringer oder Turner für einen Aufwand betreiben, damit die alle vier Jahre im Rampenlicht stehen. Und bei uns musst du nur dreimal schnäuzen, und dann ist eine Headline da. Diesen Respekt mal ausdrücken zu dürfen, mit auf der Tribüne zu sitzen und zu klatschen und zu jubeln, da hätte ich Lust drauf.”

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Doping und Drogen: Der Tag, als Diego Maradona ein zweites Mal in seinem Leben falsch abbog

Am 25. Juni 1994 wurde Diego Maradona bei der WM in den USA des Dopings überführt und stürzte damit vor allem den argentinischen Fußball in ein Tal der Tränen. Der WM-Skandal in den USA war perfekt.

Mitte Juni tauchte der Name Diego Maradona mal wieder in der Medienlandschaft auf. Dass der frühere Superstar aus gesundheitlichen Gründen als Trainer des mexikanischen Zweitligisten Dorados de Sinaloa zurücktrat, war aber nicht mehr als eine Randnotiz. Vor 25 Jahren sah das ganz anders aus. Da bestimmte der argentinische Ausnahmekönner weltweit die Schlagzeilen. Allerdings nicht durch sein fußballerisches Können.

Diego Maradona 1994.

Am 25. Juni 1994 musste das einstige Genie nach dem 2:1 im WM-Spiel gegen Nigeria im Foxboro Stadium zur Dopingprobe. Als der in seiner Heimat als Heiliger verehrte Maradona Hand in Hand mit einer Krankenschwester Richtung Kontrollraum schlenderte, scherzte er noch mit Journalisten. Er küsste demonstrativ das argentinische Emblem auf seinem Trikot. Seit seinem Handtor gegen England nannte man ihn die “Hand Gottes”. Jetzt ahnte er schon, was die Stunde geschlagen hatte.

Diego Maradona: Fünf Ephedrin-Formen gefunden

Sechs Stunden vor Argentiniens drittem Gruppenspiel am 30. Juni gegen Bulgarien gab der Weltverband Fifa auf einer Pressekonferenz bekannt, dass im Urin des Weltmeister-Kapitäns von 1986 fünf verschiedene Formen der leistungssteigernden Substanz Ephedrin nachgewiesen wurden. “Er muss einen Doping-Cocktail zu sich genommen haben”, sagte damals de verantwortliche belgische Arzt Michel d’Hooghe. “Die fünf nachgewiesen Substanzen finden sich in keinem einzigen Medikament wieder.”

Maradona wurde nach einem chaotischen Testverfahren sowie einem seltsamen Dialog zwischen dem Weltverband Fifa und dem argentinischen Verband AFA von der WM ausgeschlossen.

“Sie haben mir die Beine abgeschnitten”

“Sie haben mir die Beine abgeschnitten”, jammerte der überführte Dopingsünder anschließend nach seinem 91. und letzten Länderspiel. Argentinien versank anschließend in Trauer. “Schmerz”, titelte die überregionale argentinische Tageszeitung Pagina 12 aus Buenos Aires treffend über den Zustand im Land.

Dabei war man Kummer im Zusammenhang mit dem Fußball-Genie und Lebemann Maradona gewöhnt. Drei Jahre vor dem Dopingskandal in den Staaten war der frühere Italien-Legionär wegen Kokainmissbrauchs für 15 Monate gesperrt worden. Die Karriere schien bereits beendet. Keiner hätte gedacht, dass er nach seiner Entziehungskur noch einmal auf den Rasen zurückkehrt.

Maradona-Comeback mit Sevilla-Gastspiel

Nach einem Gastspiel in Spanien beim FC Sevilla und einer Episode bei Newell’s Old Boys wurde er frühzeitig vor dem Turnier in Amerika von Nationaltrainer Alfio Basile im Alter von 33 Jahren reaktiviert. Maradona hatte maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Qualifikation für die WM-Endrunde. “Ich habe die Leute satt, die sagten, dass ich fett sei und nicht mehr der wahre Maradona”, sagte der spätere Nationalcoach der Albiceleste großspurig vor der Abreise in die USA. “Sie werden den wahren Diego bei der WM sehen.”

Diego Maradona heute.

Dort führte er im Spätherbst seiner Karriere seine Elf nach einem furiosen 4:0 über Griechenland auch zu einem 2:1 über Nigeria. Gegen die Afrikaner bereitete Maradona die beiden Treffer von Claudio Caniggia vor. Unvergessen sein überschäumender Torjubel in die TV-Kamera, ehe das Unheil seinen Lauf nahm. Was folgte, war wohl der größte Absturz eines einst gefeierten Superstars im Weltfußball.

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4 Spiele, 4 Siege, alle ohne Gegentor: DFB-Frauen weltmeisterlich in Form

Auch das WM-Achtelfinale war kein Problem: 3:0 gewannen die DFB-Frauen das erste K.o.-Spiel gegen Nigeria. Der vierte Sieg im vierten Spiel – alle ohne Gegentor. Es war ein schöner Lohn für Durchhaltevermögen.

So langsam dürfte die Konkurrenz dann doch Angst bekommen. Eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet als Wundertüte, steigert sich von Spiel zu Spiel, das kann doch nur eines bedeuten…? 

Aber langsam. Die deutschen Fußballerinnen zeigen sich bei der WM erst einmal als typische Turniermannschaft. Auch wenn es noch hakt und wackelt: Am Ende geht die DFB-Auswahl als Sieger vom Platz, das schweißt zusammen, das Selbstvertrauen wächst.

Und das sollte es auch. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat ein funktionierendes Konstrukt gefunden, obwohl der Start in ihr erstes Turnier mit diesem verjüngten Team nicht hätte unglücklicher laufen können. Durch die Verletzung von Dzsenifer Marozsan fehlte der Fixpunkt, das Metronom, ein zentrales Puzzleteil.

Die Nationalspielerinnen Turid Knaak und Kathrin Hendrich danken dem Publikum. Fotos: Imago Images / Huebner

Bei allem Respekt vor den Nigerianerinnen, die durch den unwürdigen WM-Modus und ihrer schwierigen Vorbereitung sicher zusätzlich geschwächt worden waren: Pünktlich zu Marozsans Comeback kommt jetzt das erste K.o.-Spiel auf höchstem Niveau.

Entweder Schweden oder Kanada können und werden die nicht immer sattelfeste Innenverteidigung vor ganz andere Probleme stellen. Deutschland könnte erstmals in Rückstand geraten. Und dann?

Führungsspielerinnen sind gefragt

Dann sind die Führungsspielerinnen gefragt. Gerade Alexandra Popp zeigt bei ihrem ersten Turnier als Kapitänin bislang aber, dass für sie diese Verantwortung keine Last ist, sondern sie sogar beflügelt. Sie personifiziert den Kampfgeist und Teamgedanken dieser Auswahl wie keine andere.

Die 100-malige Nationalspielerin ackert während eines Spiels im Sturm, im defensiven Mittelfeld, im Notfall sogar als Innenverteidigerin. Hat es so etwas bei einer Männer-WM schon mal gegeben?

Eines ist gewiss: Bestehen Popp und Co. auch die nächste Reifeprüfung, ist mit der wahrscheinlich perfekten Olympia-Qualifikation alles möglich. Zumal der Angstgegner und Titelverteidiger aus den USA frühestens im Finale warten würde.