Johnson zu UEFA-Umzugsplänen: “Priorität muss öffentliche Gesundheit haben”

Der britische Premierminister Boris Johnson will sich von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) durch Pläne, England die EM-Finalspiele zu entziehen, nicht unter Druck setzen lassen. “Wir werden alles tun, was notwendig ist, um das Land vor COVID zu schützen”, sagte Johnson am Freitag: “Das wird unsere Priorität sein.”

Laut der Tageszeitung Times denkt die UEFA darüber nach, wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und der strengen Quarantäneverordnung in England die Halbfinals und das Finale kurzfristig nach Budapest zu vergeben. Der Kontinentalverband soll sich um Ausnahmeregelungen bemühen, damit Spieler, Offizielle und VIP-Gäste problemlos ein- und ausreisen können.

Johnson kündigte an: “Wir werden mit der UEFA darüber sprechen, was sie wollen, und sehen, ob wir einige vernünftige Zugeständnisse machen können, aber Priorität muss die öffentliche Gesundheit haben.”

Die UEFA teilte mit: “Es gibt immer einen Notfallplan, aber wir sind zuversichtlich, dass die letzte Woche in London stattfinden wird.”

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Angeschlagener Chiellini hofft auf Einsatz im EM-Achtelfinale

Der angeschlagene Giorgio Chiellini, Kapitän der italienischen Fußball-Nationalmannschaft, hofft auf seine Rückkehr im EM-Achtelfinale. “Ich habe rechtzeitig Schluss gemacht, dies war eine gute Entscheidung”, sagte Chiellini.

Der 36 Jahre alte Abwehrspieler von Juventus Turin war beim 3:0 gegen die Schweiz bereits nach 24 Minuten mit muskulären Problemen im Oberschenkel ausgewechselt worden und fällt für das Gruppenfinale am Sonntag (18.00 Uhr MESZ/ZDF) gegen Wales in Rom aus. Die Squadra Azzurra ist bereits für die K.o.-Runde qualifiziert. Gegen Wales geht es noch um den Sieg in Gruppe A.

Chiellini absolvierte gegen die Schweiz sein 109. Länderspiel. Er stieg damit zu Italiens Rekordspieler bei EM-Turnieren auf. Es war sein 14. EM-Einsatz für die Squadra Azzurra.

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Spanien-Trainer Enrique: Morata startet gegen Polen

Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique setzt im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Polen am Samstag (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) weiter auf seinen in der Kritik stehenden Stürmer Alvaro Morata. “Er wird von Beginn an spielen. Ich will, dass er uns weiter im Angriff und in der Abwehr hilft. Morgen spielen wir mit Morata und zehn weiteren Spielern”, sagte Enrique dem spanischen Sender Tele5 am Freitag.

Der 28 Jahre alte Stürmer von Juventus Turin war beim 0:0 zum Auftakt gegen Schweden am vergangenen Montag von den eigenen Fans ausgepfiffen worden, nachdem er mehrere gute Chancen vergeben hatte. Morata wird am Freitagabend (20.30 Uhr) in Sevilla auf der virtuellen Pressekonferenz vor dem Spiel erwartet.

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Leverkusen holt Außenverteidigerin Siems

Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen hat die frühere U-Nationalspielerin Caroline Siems (22) verpflichtet. Die Außenverteidigerin kommt zur neuen Saison vom englischen Erstligisten Aston Villa und erhält einen Zweijahresvertrag.

“Sie hat ein enormes Potenzial. Und wir erhoffen uns durch ihre dynamische und offensive Art Fußball zu spielen viele positive Impulse”, sagte Bayer-Cheftrainer Achim Feifel über die ehemalige Potsdamerin.

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Forsberg trifft: “Alte Schweden” nehmen Kurs aufs Achtelfinale

Die alten Schweden sind zurück: Das “Rentner-Team” um den überragenden Matchwinner Emil Forsberg hat mit einem späten, aber verdienten Sieg gegen die Slowakei Kurs auf das EM-Achtelfinale genommen. Die Schweden gewannen im russischen St. Petersburg das “zweitälteste” EM-Spiel der Geschichte mit 1:0 (0:0) und haben mit vier Punkten die K.o.-Runde vor Augen.

Der Leipziger Forsberg traf vor 20.000 Zuschauern für die im Schnitt 30,2 Jahre alten Schweden in der 77. Minute per Foulelfmeter. Dem Team von Nationaltrainer Janne Andersson reicht somit im letzten Spiel gegen Polen schon ein Unentschieden zum Weiterkommen. Die Slowakei hat mit drei Punkten zwar ebenfalls gute Karten, muss aber zum Abschluss gegen Spanien antreten.

“Es wird wichtig, dass wir unser Spiel machen können”, hatte Andersson vor dem Anstoß gesagt. Dafür setzte der Schweden-Coach erneut auf eine äußerst erfahrene Startelf: 30 Jahre und 78 Tage alt waren seine Akteure im Schnitt – damit war sein Team aber noch immer etwas jünger als der Gegner aus der Slowakei. Ein “älteres” EM-Spiel hatte es nur 2008 zwischen Griechenland und Schweden gegeben.

Anderssons Ansage fruchtete aber nur zum Teil. Gegen Spanien war sein Team kaum einmal an den Ball gekommen, zumindest das änderte sich nun von Beginn an. Allerdings war von einem Offensivspektakel erneut wenig zu sehen. Das lag auch an den Slowaken, die kaum einmal ins Risiko gingen.

Auffälligster Akteur war noch Forsberg, der viel rannte und stets anspielbar war. Stürmer Marcus Berg, der nach seiner vergebenen Großchance gegen Spanien im Internet teils übel beleidigt worden war, fand dagegen zunächst keine Bindung. Auch Hoffnungsträger Alexander Isak leistete sich zu viele Fehler bei der Ballannahme.

Die Routine machte sich zumindest in der äußerst abgeklärt agierenden Defensive beider Teams bemerkbar. Dennoch blieben Chancen Mangelware, auch wenn die Slowakei bis zur Pause besser ins Spiel kam. Der in die Startelf gerückte Martin Koscelnik machte über rechts zwar mächtig Tempo und schlug durchaus gefährliche Flanken. Von der Effizienz des Auftakts gegen Polen (2:1) war sein Team aber weit entfernt.

Eine starke Vorstellung gab dagegen erneut Daniel Siebert ab. Der Schiedsrichter aus Berlin kam bei seiner ersten EM schon zum zweiten Mal zum Einsatz und überzeugte erneut. Siebert ließ viel laufen, hatte mit einer guten Körpersprache alles im Griff und blieb auch in kniffligen Situationen souverän.

Nach der Pause gab es dann endlich auch Chancen, die Partie wurde nun deutlich munterer. Erst zwang Juraj Kucka den schwedischen Torhüter Robin Olsen per Kopf zu einer Glanzparade (58.), kurz darauf scheiterte auf der Gegenseite der Bremer Ludwig Augustinsson bei einer ähnlichen Situation an Martin Dubravka (60.).

Schweden erhöhte nun angesichts der erneut drohenden Nullnummer das Risiko. Die Folge war eine hektische und intensive Schlussphase. Der Ex-Dortmunder Isak vergab eine weitere gute Gelegenheit (71.) der Schweden, deren Problem nun weniger die Harmlosigkeit als die schlechte Chancenverwertung war. Forsberg machte es dann vom Punkt besser, Siebert hatte nach einem Foul am Mainzer Robin Quaison richtigerweise auf Elfmeter entschieden.

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