Schwaches Gisdol-Debüt – Kölner Krise geht weiter

Neuer Trainer, alte Probleme: Markus Gisdol hat einen Albtraumstart in seine Retter-Mission beim 1. FC Köln hingelegt. Beim Debüt des neuen Coaches und des neuen Sportchefs Horst Heldt verloren die völlig überforderten Kölner am Samstagabend bei RB Leipzig verdient mit 1:4 (1:3).

Mit nur sieben Punkten aus zwölf Spielen befindet sich der Aufsteiger als Tabellen-17. der Fußball-Bundesliga weiter in großer Abstiegsgefahr – auf Gisdol wartet viel Arbeit. Leipzig, das am Mittwoch gegen Benfica Lissabon den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale perfekt machen kann, verkürzte als Zweiter den Rückstand auf Tabellenführer Borussia Mönchengladbach auf einen Zähler.

Torjäger Timo Werner (22.), Spielmacher Emil Forsberg (32., Foulelfmeter) und Konrad Laimer (37.) verdarben Gisdol die FC-Premiere schon in der ersten Halbzeit. Rafael Czichos (39.) verkürzte, in der Schlussphase traf erneut Forsberg (79.) mit einem sehenswerten Freistoß.

Der frühere HSV-Coach Gisdol baute die Kölner Startelf bei seiner Bundesliga-Rückkehr nach 671 Tagen auf vier Positionen um. Unter anderem musste das Sturmduo Simon Terodde und Jhon Cordoba zunächst auf der Bank Platz nehmen. 

Dagegen durfte Anthony Modeste, über dessen angeblich belastetes Verhältnis zu Gisdol spekuliert worden war, von Beginn an ran. Der Franzose nutzte seine Chance nicht. Bei RB kehrte Nationalspieler Marcel Halstenberg nach einer Verletzungspause zurück und überzeugte.

Man müsse in Leipzig „das Einfache in den Vordergrund stellen“, hatte Gisdol vor dem Spiel gesagt. Das gelang den Kölnern kaum. Die Gäste standen tief und verhinderten anfangs zwar die gefürchteten Leipziger Tempovorstöße, im eigenen Ballbesitz brachte der FC aber wenig zustande. Die Konterversuche verpufften oft schon in der eigenen Hälfte. Es häuften sich schnell die Leipziger Angriffe. 

„Einfach“ waren dann die Fehler, die Kölns Niederlage einleiteten. Nationalspieler Jonas Hector vertändelte den Ball gegen Christopher Nkunku, der den freistehenden Werner bediente. Kurz darauf brachte Kingsley Ehizibue im Strafraum Nkunku plump zu Fall, beim dritten Treffer durch Laimer agierte die FC-Abwehr zu zögerlich.

Gisdol verfolgte das Geschehen an der Seitenlinie mit verschränkten Armen, auf der Bank sah Sportchef Heldt mit ernstem Blick zu. Auf Czichos Anschlusstreffer nach einer Ecke reagierten die Kölner Anhänger mit Spott. „Auswärtssieg!“, riefen sie. 

Denn davon war Köln auch nach dem Seitenwechsel weit entfernt. Leipzig dominierte und führte den „Effzeh“ mit seinen Kombinationen mitunter vor. Dabei agierte RB aber oft zu lässig und nicht konsequent im Abschluss, was sich das Team von Trainer Julian Nagelsmann angesichts der Überlegenheit aber leisten konnte. Einen der seltenen Gegenangriffe vergab Modeste (68.). Besser machte es Forsberg.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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