Tuchel dank spätem Remis Gruppensieger – Zitter-Sieg bei Comeback für Jose Mourinho

Thomas Tuchel und Paris St. Germain haben sich dank einer furiosen Schlussoffensive im Duell der Giganten mit Real Madrid den Gruppensieg in der Champions League gesichert. PSG erkämpfte sich im Estadio Bernabeu nach einem Zwei-Tore-Rückstand ein 2:2 (0:1) und hat vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Galatasaray Istanbul am 11. Dezember fünf Punkte Vorsprung auf die Königlichen. Real hatte durch das 1:1 zwischen Istanbul und dem FC Brügge bereits vor dem Abpfiff den Achtelfinal-Einzug sicher.

Zittern musste hingegen ein ganz Großer der Königsklasse: Jose Mourinho. Der Portugiese, der den FC Porto (2004) und Inter Mailand (2010) zum Champions-League-Titel geführt hatte, lag mit Tottenham Hotspur bei seinem Comeback gegen Olympiakos Piräus schnell 0:2 zurück, siegte aber noch mit 4:2 (0:2). Ein Punktgewinn beim FC Bayern München ist damit nicht mehr nötig. Manchester City hat das Achtelfinale nach einem 1:1 (0:0) gegen Schachtjor Donezk als Gruppensieger ebenfalls sicher. Nationalspieler Ilkay Gündogan erzielte das 1:0 (56.).

Juventus Turin tat Bayer Leverkusen in der Gruppe D einen großen Gefallen. Der Sieg des italienischen Rekordmeister gegen Atletico Madrid (1:0) durch ein Freistoßtor von Paulo Dybala (45.+2) lässt der Werkself, die zuvor bei Lokomotive Moskau 2:0 (1:0) gewonnen hatte, das Tor ins Achtelfinale offen. Ein Sieg zum Abschluss gegen Juve ist für Bayer allerdings Pflicht.

In Madrid traf Karim Benzema (17./79.) doppelt für Real. PSG-Weltmeister Kylian Mbappe, an dem die Madrilenen großes Interesse zeigen sollen, gelang in der 81. Minute der Pariser Anschlusstreffer. Nur zwei Minuten erzielte Joker Pablo Sarabia (83.) den umjubelten Ausgleich. Eine andere Szene sorgte ebenfalls für Aufregung: Real-Torhüter Thibaut Courtois holte Mauro Icardi im Strafraum von den Beinen und sah die Rote Karte. Der Videobeweis jedoch ergab einen vorherigen Schubser im Mittelfeld – Schiedsrichter Artur Dias nahm Platzverweis und Elfmeter zurück (45.).

Mourinhos Spurs spielten gegen Olympiakos eine desolate erste Halbzeit, die Folge waren Gegentore durch Youssef El-Arabi (6.) und Ruben Semedo (19.). Der Anschlusstreffer von Dele Alli (45.+1) fiel Tottenham in den Schoß: Abwehrspieler Yassine Meriah hatte im Fünfmeterraum über den Ball getreten. Nach dem Seitenwechsel drehten Harry Kane (50./77.) und Serge Aurier (73.) die Partie zugunsten der Nord-Londoner.

Nicht überzeugend, aber ausreichend war ManCitys Auftritt gegen Donezk. Debütant Atalanta Bergamo wahrte in der City-Gruppe seine Achtelfinal-Chance durch ein 2:0 (1:0) gegen Dinamo Zagreb.

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Bayer siegt im Eisschrank von Moskau und hat Europa League sicher

Bayer Leverkusen hat im russischen Eisschrank das Überwintern im internationalen Geschäft gesichert. Bei acht Grad minus feierte der Bundesligist nach einer insgesamt überzeugenden Vorstellung mit einem 2:0 (1:0) bei Lokomotive Moskau am 5. Spieltag der Champions League seinen zweiten Sieg und ist zumindest nicht mehr von Gruppenplatz drei zu verdrängen. Dieser bedeutet den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League. 

Zum Zeitpunkt des Abpfiffs war für Leverkusen (6 Punkte) vor dem Duell der Gruppengegner Juventus Turin (10) und Atletico Madrid (7) noch das Königsklassen-Achtelfinale möglich. Tabellenschlusslicht Lok Moskau (3) hatte das Hinspiel in Leverkusen 2:1 gewonnen, der direkte Vergleich ging damit nun an die Rheinländer.      

Im 100. Champions-League-Spiel Bayers sorgte ein Eigentor von Moskaus Rifat Schemaletdinow (11.) für die Führung – drei der bis dahin vier Leverkusener Tore in der laufenden Königsklassen-Saison wurden damit vom Gegner erzielt. Sven Bender (54.) erhöhte mit einem herrlichen Volleyschuss für höchst engagierte Gäste.  

Diese mussten in Moskau unter anderem auf die Nationalspieler Kai Havertz (Muskelverletzung) und Nadiem Amiri (Rotsperre) sowie Mitchell Weiser (Bänderriss) verzichten, stattdessen stand der Jamaikaner Leon Bailey nach größeren Verletzungsproblemen erstmals seit Mitte September wieder in der Startelf. Bei Lok bildete 2014er-Weltmeister Benedikt Höwedes, Eigentorschütze im Hinspiel, mit dem Ex-Leverkusener Vedran Corluka die Innenverteidigung.

In Bedrängnis geriet vor 25.757 Zuschauern aber zunächst Bayers Abwehr. Einen starken Spielzug schloss Alexej Mirantschuk zum vermeintlichen 1:0 ab (7.), stand dabei aber knapp im Abseits. Wenig später ließ Leverkusens Torwart Lukas Hradecky einen Schuss von Grzegorz Krychowiak beinahe durch die Finger gleiten (10.). 

Die Bayer-Führung nach einer Ecke fiel reichlich überraschend nach einem grotesken Missverständnis der Lok-Verteidiger. Die Gäste hatten das Spiel danach weitgehend im Griff, allerdings musste Hradecky das 1:1 mit einem überragenden Reflex gegen Anton Mirantschuk verhindern (26.). 

Leverkusens Kevin Volland vergab kurz vor der Pause die Riesenchance zum 2:0 (45.+2), doch Bayer drängte im zweiten Durchgang gleich weiter auf den nächsten Treffer und wurde durch Bender belohnt. Nach einem feinen Lupfer von Charles Aranguiz traf der Ex-Nationalspieler unhaltbar für den 13-maligen russischen Nationaltorwart Guilherme, einen eingebürgerten Brasilianer.

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Hertha BSC: Leckie fällt bis zum Hinrunden-Ende aus

Der kriselnde Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss in den restlichen Spielen der Hinrunde ohne die Dienste von Mathew Leckie auskommen. Der 28-jährige Australier erlitt im Training eine Sehnenverletzung im linken Knie und wird bis zur Winterpause nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ergab eine eingehende Untersuchung. 

Leckie, der auf der rechten Außenbahn variabel einsetzbar ist, hatte in den Planungen von Trainer Ante Covic aber kaum eine Rolle gespielt. In der laufenden Saison kam er in der Bundesliga bislang nur viermal zum Einsatz.

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3. Liga: Ballack-Vater peilt Aufsichtsratsposten in Chemnitz an

Beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC könnte schon bald wieder ein “Ballack” Einfluss auf die Entwicklung des Klubs nehmen. Stephan Ballack, der Vater des früheren Nationalmannschaftskapitäns Michael Ballack, steht auf der vorläufigen Kandidatenliste für die Wahl des Aufsichtsrates am 7. Dezember.

“Wir wollen unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich rechtzeitig mit den Kandidaten für den Aufsichtsrat auseinanderzusetzen. Eine finale Liste, so wie sie dann auf der Mitgliederversammlung zur Abstimmung steht, wird Anfang nächster Woche feststehen”, teilte der Verein mit.

Der heute 43-jährige Michael Ballack hatte seine Karriere bei den Himmelblauen gestartet. Über den 1. FC Kaiserslautern führte ihn sein Weg zu Bayer Leverkusen, Bayern München und zum FC Chelsea in die Premier League. Für den DFB bestritt Ballack 98 Länderspiele, wurde 2002 Vize-Weltmeister und 2006 WM-Dritter. 

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Medien: Neapel-Boss will nach “Meuterei” die Gehälter kürzen

Die Fußballstars der SSC Neapel sollen ihre “Meuterei” gegen die Entscheidung von Präsident Aurelio De Laurentiis am Geldbeutel zu spüren bekommen. Laut italienischen Medienberichten denkt der Klub-Chef an eine Gehaltskürzung für die Napoli-Profis, die sich Anfang November geweigert hatten, nach dem 1:1 gegen RB Salzburg in der Champions League ins Straftrainingslager zu fahren.

De Laurentiis plant nun, das monatliche Bruttogehalt aller Spieler für November um 25 Prozent zu kürzen. Für den Brasilianer Allan, der mit De Laurentiis Sohn Edoardo, Vizepräsident des Klubs, gestritten hatte, sowie für Kapitän Lorenzo Insigne soll sogar eine Gehaltskürzung von 50 Prozent beschlossen worden sein.

Dies entspräche einer Strafe von 200.000 Euro für Allan und von 350.000 Euro für Insigne. Durch die Gehaltskürzungen will Napoli insgesamt 2,5 Millionen Euro einsparen. Ob der Klub-Präsident allerdings mit seiner Maßnahme durchkommt, erscheint zumindest fraglich.

Die Sanktionen müssen nämlich noch vom Schiedsgericht des italienischen Fußballverbandes genehmigt werden. Außerdem wird damit gerechnet, dass die Spieler Einspruch gegen die Strafe – sollte diese vollzogen werden – einreichen werden. 

Ein juristischer Streit droht, denn die Napoli-Asse haben sich bereits rechtlichen Beistand gesucht. Laut De Laurentiis sei Neapels Image durch das unprofessionelle Verhalten der Spieler beeinträchtigt worden.

Am Mittwoch (21.00 Uhr) gastiert Napoli mit Ex-Bayern-Trainer Carlos Ancelotti bei Titelverteidiger FC Liverpool in der Champions League.

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