Spannende Fußball-Anekdoten

Ein paar Bücher “Kabinengeflüster” habe ich noch.

In meinem Buch “Kabinengeflüster” erzähle ich auf 244 Seiten sehr unterhaltsame Fußball-Anekdoten, die ich als Sportreporter erlebt habe. Mal amüsant wie die Interviewtermine mit Diego Maradona und Recep Erdogan, mal skurril wie beim Elfmeter-Duell mit Andy Möller oder als Eismann in der Umkleidekabine von Henry Maske, dann wieder dramatisch wie beim Attentat auf die BVB-Spieler. Der Rauswurf von Lothar Matthäus aus der Nationalmannschaft, der erzwungene Abschied von Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund – ich liefere Informationen aus erster Hand.

Das Buch kostet 14,95 Euro und kommt – auf Wunsch mit einer persönlichen Widmung – portofrei nach Hause. Einfach die E-Mail Adresse eingeben – dann kommt sofort eine Mail mit den Details.

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Jürgen Klopp: Locker zum Champions-League-Triumph

So locker gab sich Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, beim Abschlusstraining

Das letzte Finale, das Jürgen Klopp gewonnen hat, das DFB-Pokalfinale 2012, hat ihm nicht gutgetan. Noch auf der Haupttribüne des Berliner Olympiastadions fiel beim unterlegenen Gegner FC Bayern München die Entscheidung: Diese Demütigung beim 2:5 gegen Borussia Dortmund lassen wir uns nicht gefallen.

Zur Stabilisierung des Mittelfelds holten die Bayern Javier Martinez für die damalige Rekordsumme von 40 Mio. Euro. Den Sturm um Mario Gomez verstärkte Mario Mandzukic für 13 Mio. Euro. In der Rückrunde erlebte Klopp dann seinen Tiefschlag: Sein bester Spieler Mario Götze gab den unerwarteten Wechsel zu den Bayern bekannt.

Zwar erreichten die Dortmunder mit zwei Traum-Auftritten gegen Malaga und Real Madrid das Finale der Champions League 2013. Aber der Machtwechsel war vollzogen. Bayern siegte nicht nur in der Königsklasse. In jenem Jahr begann die Serie mit jetzt sieben Meisterschaften in Folge. Klopp gewann seitdem kein Finale mehr. Keines von sechs.

Klopp vertreibt Gespenster der Vergangenheit

Dass Klopp jedesmal, je öfter er mit einer Mannschaft ins Endspiel kam, an diesen angeblichen Fluch erinnert wird, macht die Sache nicht einfacher. Der Kräftevergleich zweier Klubs wird dadurch zwangsläufig zu einer ganz persönlichen Angelegenheit. Der deutsche Trainer muss beim FC Liverpool die Gespenster der Vergangenheit immer wieder vertreiben.

Ungerecht ist die Situation sowieso. Schnell vergessen die Heckenschützen bei ihrer Stichelei, dass der zweite Startrainer der Premier League gerne mit Klopp tauschen würde. Pep Guardiola zog weder bei Bayern München noch jetzt bei Manchester City in das Finale der Champions League ein. Klopp in diesen sechs Jahren aber dreimal.

Geld allein kann es also nicht sein, was einen sehr guten Trainer von einem guten unterscheidet; Guardiola durfte noch mehr für neue Spieler ausgeben. Mit Geld alleine wäre ohnehin nicht zu erklären, warum der FC Liverpool im Halbfinale gegen die Messi-Truppe aus Barcelona das 0:3 aus dem Hinspiel mit einem 4:0 im Rückspiel kontern konnte.

Klopp setzt beim FC Liverpool Kräfte frei

Klopp setzt Kräfte frei: An der Anfield Road wuchs der mitleidig geführte Traditionsverein mit gelegentlichem Zwischenhoch zu einer sportlichen Großmacht heran. Die dritte Teilnahme an einem Europapokal-Finale in Folge ist Ausweis nachhaltiger Qualität und eben nicht flüchtiger Motivationskunst.

Wer meinte, dass die zwei Torwartfehler im Finale des Vorjahres die Mannschaft brechen könnte, sieht sich nun getäuscht. Der FC Liverpool kehrt selbstbewusster und siegessicher ein Jahr nach der Pleite gegen Real Madrid zurück. Und 97 Punkte holt in der Premier League nur, wer zwölf Monate geistig und körperlich auf höchstem Niveau arbeitet.

Das alles darf man nicht vergessen, wenn Jürgen Klopp heute Abend im letzten Spiel der Saison erneut Rechenschaft über seine Trainerarbeit abzuliefern hat. FC Liverpool gegen Tottenham Hotspur, das riecht nach einem Klopp-Triumph. Aber es wäre falsch, sein Wirken und seine Wirkung erneut allein an diesem einen Fußballspiel zu messen.

Die Bayern, und das mag Nebenlohn sein, hat er seit Jahren abgehängt.

Foto: Imago Images / Zuma Press

Matthias Sammer jetzt im Team Klopp

Sammer bewundert Klopp

Eurosport-Experte Matthias Sammer hofft im Champions-League-Finale am Samstag (21.00 Uhr/Sky und DAZN) auf einen Triumph des FC Liverpool – wegen Jürgen Klopp. “Als ich noch bei Bayern München und er Trainer in Dortmund war, haben wir uns das eine oder andere Mal gekabbelt. Aber mit jedem Tag Abstand mehr nötigt es mir allergrößten Respekt ab, was er in Liverpool für den deutschen Fußball und das Ansehen der Trainer leistet”, sagte der Europameister von 1996. 

Was Klopp leiste und entwickle, sei “außergewöhnlich und überragend. Natürlich ist er zwischendurch mal angegriffen worden, dass er zu wenig Titel gewinnt. Aber wenn man sich anschaut, wie viele Punkte Liverpool diese Saison geholt hat, das ist Wahnsinn.” Dennoch war Manchester City in der Premier League mit 98:97 Punkten englischer Meister geworden. Im Champions-League-Endspiel spielt Liverpool in Madrid gegen Tottenham Hotspur.

Jürgen Klopp kann am Samstag seine vierte Endspielpleite mit dem FC Liverpool kassieren, insgesamt sogar seine siebte in Folge. Das wäre eine Horrorserie und würde sein Image nachhaltig beschädigen. Das kann nicht in seinem Interesse sein.

Es ehrt den 51-Jährigen zwar, dass er seine Arbeit nicht an Titeln messen lassen will. Und niemand würde auch bei einer Niederlage im Champions-League-Finale gegen Tottenham Hotspur ernsthaft daran zweifeln, dass Klopp der richtige Mann für Liverpool ist. Doch Erfolg ist notwendig, damit seine zweifellos beachtlichen Leistungen nachhaltig in Erinnerung bleiben und Bestätigung finden. Diesen hat er – gemessen an Titeln – bisher nur in Dortmund gehabt.

Den Sprung ins Endspiel der Champions League, eine weitere Ligasaison mit 97 Punkten – so etwas kann sein Team nicht in jedem Jahr schaffen. Klopp muss seine Chancen endlich nutzen. Der Druck lastet im Finale von Madrid, ob er es zugeben möchte oder nicht, daher vor allem auf ihm.

Foto: Imago Images / Norbert Schmidt

Frauen-WM mit Aussicht auf Rekordprämie

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg mit Lena Goeßling (links)

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg freut sich auf ein Gartenfest mit der Familie, die Spielerinnen nutzen das freie Wochenende zur Verschnaufpause: Mit einer WM-Rekordprämie vor Augen ist für das Frauenfußball-Nationalteam vor der ersten Etappe der “Tour de France” Regeneration angesagt.

Denn schon am Montagnachmittag bricht der zweimalige Titelträger auf zur Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli). Nach dem 2:0 (2:0) in der Generalprobe gegen Chile mit viel Selbstvertrauen und zusätzlicher Motivation.

Frauen-WM: Diesmal 75.000 Euro Prämie möglich

Am Freitag ließ der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nämlich verlauten, dass jeder Spielerin im Falle des Titelgewinns 75.000 Euro winken – 10.000 Euro mehr als bei der vergangenen Endrunde in Kanada ausgelobt waren. Zum Vergleich: Das Männer-Team hätte für eine erfolgreiche Titelverteidigung in Russland 350.000 Euro pro Kopf erhalten.

Nach der einwöchigen Vorbereitung in Bayern kann es also losgehen. “Es wird jetzt auch wirklich Zeit”, sagte Voss-Tecklenburg, die aller Voraussicht nach auf ihre Nummer eins bauen kann. Denn Almuth Schults lädierte Schulter hielt der Belastungsprobe im Duell mit dem WM-Neuling stand – wenngleich sie von den defensiven Südamerikanerinnen herzlich wenig geprüft wurde.

Schulter der Torhüterin hält Belastung stand

“Ich denke, ich kann meinen WM-Koffer packen”, sagte die Wolfsburgerin, deren rechte Schulter ein neonpinkes Tape schmückte. “Ich habe keine Angst, ziehe nicht zurück, ich fühle mich gut.” Die Chefin gab entsprechend grünes Licht. “Stand jetzt fährt Almuth mit zur WM”, so Voss-Tecklenburg.

Nach der Ankunft in Rennes geht es dann an den Feinschliff. Denn nicht nur die Bundestrainerin vermisste neun Tage vor dem Auftaktspiel gegen China (8. Juni, 15.00 Uhr/ARD) noch “die letzte Konsequenz und Präzision”. Während defensiv gut gearbeitet wurde, ließ das nominell offensivste Team Chance um Chance liegen.

“Man hat gesehen, dass noch Luft nach oben ist”, sagte Alexandra Popp. Die Kapitänin brachte die DFB-Auswahl nach einem Eckball von Carolin Simon in Führung (29.), das 2:0 erzielte die Vorbereiterin per Sonntagsschuss aus rund 30 Metern an den Innenpfosten (45.+2.) selbst.

Gute Laune im Frauen-Team

“Der war natürlich genau so gewollt”, scherzte die Linksverteidigerin von Champions-League-Sieger Olympique Lyon. Ähnlich gut gelaunt strahlte nach der Partie Innenverteidigerin Marina Hegering (29), die sich nach jahrelangen Problemen mit einer Fersenverletzung nach nur drei Länderspielen in die Startelf gespielt hat.

Für glänzende Augen sorgten auch die 10.135 Zuschauer bei Kaiserwetter am Feiertag in Regensburg. “Die wunderbare Stimmung lässt das WM-Fieber steigen”, befand “MVT”. Beflügelt vom Rückenwind will der Olympiasieger nach dem dritten Stern greifen.

“Klar haben wir den ganz großen Traum, wissen aber, wie schwierig es wird”, sagte Simon. Schult pflichtete bei: “Wir können jeden schlagen. Uns ist aber klar, dass vielleicht schon im Achtelfinale ein dicker Brocken wartet, wenn wir nicht Gruppensieger werden.”

Als größter Rivale im Kampf um Platz eins in Gruppe B gilt der zweite Gegner Spanien (12. Juni/Valenciennes). Im dritten Vorrundenspiel ist Deutschland gegen den WM-Debütanten Südafrika (17. Juni/Montpellier) klarer Favorit.

Foto: Imago Images / Hübner