Klose: “Junge Spieler sind oft zu schnell satt”

Rio-Weltmeister Miroslav Klose hat die Einstellung der Nachwuchsfußballer in Deutschland kritisiert. “Ich habe viel Kontakt zu Ex-Profis, die heute Trainer oder sonst im Fußball tätig sind. Sie bestätigen, dass die heutige Generation diese Einstellung, die bei uns normal war, nicht mehr hat, bis auf wenige Ausnahmen. Diese Leidenschaft, dieses Herz vermisse ich. Sie gehört zum Gesamtpaket neben Talent, Physis, Athletik”, sagte Klose im kicker-Interview.

“Die Ausbildung muss sein, klar. Aber manche lassen die Schule schleifen und kapieren nicht, dass sie, wenn sie als Nationalspieler oft weg sind, den Stoff nachholen müssen. Viele gehen da den bequemen Weg. Das zeigt mir, dass es dann nicht reicht”, sagte Klose weiter. Der 41-Jährige trainiert seit vergangenem Jahr die U17 von Bayern München. 

Er vermisse “diesen unbedingten Willen, die jungen Spieler sind oft zu schnell satt”, monierte der frühere Torjäger, sieht aber auch eine gewisse Überforderung: “Sie müssen wieder Spaß am Fußball bekommen. Manchmal wirken sie derart gestresst, mit Schule und vielem mehr, dass sie – so mein Eindruck – nur zum Training kommen, weil sie es müssen.”

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Matthäus: “Havertz könnte Weltfußballer werden”

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus traut Leverkusens Jungstar Kai Havertz eine ganz große Karriere zu. “Er hat die Latte sehr hoch gelegt, für mich war er der Spieler der Saison. Wenn Havertz dieses hohe Niveau halten kann, mit dieser Leichtigkeit, Cleverness, Präsenz auf dem Platz und Torgefährlichkeit, dann könnte er irgendwann mein Nachfolger als Weltfußballer werden”, sagte Matthäus im kicker-Interview. Der 58-Jährige war 1991 als bislang einziger Deutscher zum Weltfußballer gekürt worden.

Havertz (20) würde ein weiteres Jahr in Leverkusen “guttun, er kann Champions League spielen. Danach wird er wahrscheinlich den Schritt zu einem ganz großen Verein machen. Er hat gezeigt, wozu er fähig ist, auch wenn ihn Jogi Löw bei der Nationalelf zuletzt etwas gebremst hat, was aber nicht schlimm ist”, sagte Matthäus. Havertz mache auf ihn “einen intelligenten Eindruck und ist mit den Füßen auf dem Boden geblieben.”

Auch Leverkusens Torwart Lukas Hradecky ist voll des Lobes über das derzeit wohl größte Talent im deutschen Fußball. Havertz, der bei der aktuellen Wahl zum Fußballer des Jahres hinter Marco Reus Zweiter wurde, sei schon so weit, “dass die Jungs hier sich einfach freuen, mit ihm zu spielen. Dass sie sogar zu uns kommen wollen, um mit ihm zu spielen. Diese Eleganz, diese Ruhe, dieses Gefühl für den Raum haben Spieler normalerweise erst, wenn sie 28 Jahre alt sind”, sagte Hradecky im kicker.

Er könne “ja manchmal nur von hinten zuschauen: Und da ist es ein Genuss für mich, was er macht”, so Hradecky weiter: “Manchmal stehe ich in meinem Tor und lächele, wie leicht das aussieht.”

Offensiv-Juwel Havertz verfügt in Leverkusen noch über einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel bis Juni 2022. Zuletzt deutete er bereits einen vorzeitigen Abschied an. “Ich bin ehrlich: Irgendwann muss für mich der nächste Schritt kommen”, sagte der 20-Jährige der Bild-Zeitung. Interessenten gibt es genug, auch der FC Bayern gehört dazu.

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Liverpool verpflichtet jüngsten Premier-League-Spieler

Champions-League-Sieger FC Liverpool und Teammanager Jürgen Klopp stellen die Weichen für die Zukunft. Die Reds gaben am Sonntag die Verpflichtung des 16 Jahre alten Toptalents Harvey Elliott von Premier-League-Absteiger FC Fulham bekannt. Über die Ablösemodalitäten sowie die Vertragslaufzeit wurden keine Angaben gemacht. 

Elliott ist der jüngste Fußballspieler, der jemals in der englischen Premier League zum Einsatz kam. Der englische Junioren-Nationalspieler debütierte am 4. Mai im Alter von 16 Jahren und 30 Tagen gegen die Wolverhampton Wanderers und knackte damit den Altersrekord von Matthew Brigg (16 Jahre und 86 Tage) aus dem Jahr 2007. 

Elliott hatte bereits im vergangenen September im Alter von 15 Jahren im Ligapokal in der Profimannschaft der Cottagers gespielt. Für die Reds debütierte das Toptalent bereits am Tag der Vertragsunterschrift. Bei der 0:3-Niederlage im Test gegen den SSC Neapel wurde er in der 79. Minute für den 17 Jahre älteren James Milner eingewechselt.

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Kind zieht Antrag auf 96-Übernahme zurück

Klubchef Martin Kind (75) hat seinen Ausnahmeantrag zur Übernahme des Fußball-Zweitligisten Hannover 96 zurückgezogen. Das gaben die Niedersachsen am Sonntag bekannt. Kind wollte mit dem Antrag eine Ausnahmegenehmigung erhalten, um trotz der bestehenden 50+1-Regelung die Mehrheit der Anteile an der “Hannover 96 Management GmbH” zu übernehmen. Die Gründe für die Rücknahme des Antrags will Hannover “in Kürze darlegen”.

Kind hatte bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) bereits einen Antrag auf Bewilligung der Ausnahmegenehmigung gestellt, dieser war im Juni 2018 jedoch abgelehnt worden. Eine Ausnahme der Regel ist nur dann möglich, wenn ein Unternehmen oder eine Person “seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat”, wie es in den DFL-Statuten heißt. Dafür sah die DFL im Falle Kind keine ausreichenden Belege.

Der 75 Jahre alte Unternehmer hatte sich anschließend an das Schiedsgericht gewandt. Das Schiedsgericht wollte die Entwicklung bei der Mitgliederversammlung bei Hannover 96 am 23. März abwarten. Da es auf dieser zu einem deutlichen Sieg der Opposition kam, war die Situation unklarer denn je. Daher hatte Kind bereits Anfang Mai den Antrag gestellt, das Verfahren ruhend zu stellen.

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Aufsteiger Köln verliert Testspiel gegen Villarreal

Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat im letzten Testspiel im Rahmen seines Trainingslagers in Österreich eine Niederlage kassiert. In Kufstein unterlag der Aufsteiger gegen den spanischen Erstligisten FC Villarreal 1:3 (1:1). 

Simon Terodde (2./Foulelfmeter) brachte die Geißböcke früh in Führung, Ramiro Mori (41.), Gerard Moreno (48.) und Carlos Bacca (75.) drehten das Spiel jedoch zugunsten der Spanier. 

Für Köln endet das Trainingslager am Dienstag. Am Samstag spielt der FC noch gegen den FC Southampton mit Teammanager Ralph Hasenhüttl. Im DFB-Pokal gastiert Köln am 11. August bei Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden.

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