Jetzt mal ehrlich! Wer hat mehr Ahnung von Fußball als ich?

Mitte August beginnt die Bundesliga-Saison 2019/20. In Zahlen: 34 Spieltage mit insgesamt 306 Spielen. Man behauptet ja gerne: Keiner hat mehr Ahnung! Jetzt will ich’s wissen: Wer hat denn Ahnung? Die Herausforderung: die größte Tipprunde, die Fever Pit’ch zusammentrommeln kann. Bisher sind 100 Startplätze reserviert.

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Pit Gottschalk, der Publisher von Fever Pit'ch
Pit Gottschalk, der Publisher von Fever Pit’ch. Foto: SK

Die Regeln: zwei Punkte, wenn die Tendenz des Spiels richtig getippt ist, drei Punkte bei richtiger Tordifferenz und vier Punkte bei komplett korrekter Voraussage. Dazu gibt es Bonus-Fragen. Welche drei Klubs steigen ab? Welcher Klub stellt den besten Torschützen? Welcher Klubs entlässt seinen Trainer zuerst? Was man tun muss: Unter KickTipp anmelden und den Spieltag tippen. Mehr nicht.

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Toni Kroos als Kinofilm – es lohnt sich

Man konnte nicht erwarten, dass Spiegel Online behutsam mit dem Film “Kroos” von und über Toni Kroos umgeht. “Auf der Leinwand erfährt man als Zuschauer mehr über die Branche als über den Menschen”, argwöhnte der Kritiker und widerlegte mit seiner Beschreibung von Filmszenen anschließend die eigene Schlussfolgerung. 

Er schreibt: “So erscheint Toni Kroos, der aktuell wohl prominenteste deutsche Fußballer: ein treusorgender Vater, ein Familienmensch, einer, der absolut kein Bling-Bling braucht und seiner Frau als Ständchen ein Lied der Gruppe Pur singt. Er putzt sogar seine Fußballschuhe noch selbst.” Persönlicher kann’s ja kaum werden.

Wie viele Zuschauer zieht Toni Kroos in die Kinos?

Die Frage ist eher: Zieht so viel Bodenständigkeit genügend Zuschauer in die Kinos? Toni Kroos, Weltmeister von 2014 und als Spieler des FC Bayern und von Real Madrid viermal Champions-League-Sieger, trommelt bei RTL (“Stern-TV”) und im ZDF (“Markus Lanz”) zwar fleißig für die Dokumentation über seine Profikarriere. Eine Erfolgsgarantie ist das aber nicht.

So liegt vor dem Kinostart am 4. Juli eine Ungewissenheit in der Luft, wie das Publikum reagiert. Beim Auftakt in Köln kann nichts schiefgehen: Für Sonntagnachmittag bat Toni Kroos vorab Familie und Freunde zur “Weltpremiere”, wie es in der Einladung hieß, alle waren handverlesen. 113 Minuten dauert das Werk von Filmemacher Manfred Oldenburg.

Toni Kroos Leben von Profi verfilmt

Der Regisseur hat bereits Sporthelden wie die Klitschko-Brüder und Dirk Nowitzki verfilmt. Aber die jüngste Aufgabe schien besonders schwierig. Schon die Spielweise von Toni Kroos auf dem Rasen mutet so wenig spektakulär an, dass es fünf Jahre brauchte, bis die Fachjournalisten seinen Wert erkannten und ihn 2018 zum Fußballer des Jahres wählten.

Genau darum geht es bei diesem Film: Dass die Fußball-Liebhaber in der Heimat seinen Aufstieg vom Bolzplatz in Greifswald zum Bernabeu-Stadion in Madrid zu schätzen lernen. Talent ist das eine. Harte Arbeit, auch im Management, das andere. Hinter Kroos steht die Agentur von Deutschlands wichtigstem Spielerberater Volker Struth in Köln.

Fussballspieler Toni Kroos, mit Frau Jessica und den Kindern Leon und Amelie kommt am 30.06.2019 in Kˆln zur Premiere des Films Kroos , eine zweist¸ndigen Dokumentation ¸ber die Karriere des Fussballspielers Toni Kroos die am 04.Juli in die Kinos kommt. *** Soccer player Toni Kroos, with his wife Jessica and the children Leon and Amelie will be in Cologne on 30 06 2019 for the premiere of the film Kroos, a two-hour documentary about the career of soccer player Toni Kroos which will be released in cinemas on 04 July.
Toni Kroos mit Frau Jessica und den Kindern Leon und Amelie. Foto: Imago Images / Galuschka

Als Laie staunt man während des Films ganz sicher über die Irrwege, Sackgassen und mangelhafte Beschilderung, die so ein Weg zum Gipfel offenbart. Hinterher gilt der Platz an der Sonne als unverfehlbar. Die im Film ausgestrahlten Aussagen aus der Familie und von Vereinsgöttern wie Uli Hoeneß vermitteln einen Eindruck, wie steinig der Aufstieg sein kann.

“Schickimicki war nichts für ihn”, sagt an einer Stelle die Mutter und liefert die Erklärung, warum ihr Sohn Toni zwar mit dem FC Bayern 2013 das Triple gewann, dann aber später aus München Richtung Madrid floh. Insofern hat der Kritiker von Spiegel Online doch zur Hälfte recht: Der Film verrät auch Erstaunliches über diese verrückte Fußballbranche.

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U21-EM: Luca Waldschmidt knackt den Littbarski-Rekord

Fußball-Idol Pierre Littbarski hat seinem Nachfolger Luca Waldschmidt zu dessen Leistungen bei der U21-EM gratuliert. “Den Rekord hat er sich redlich verdient. Es freut mich für den Jungen. Er spielt herzerfrischend, es macht Spaß, ihm zuzuschauen”, sagte Littbarski dem SID am Freitag.

Luca Waldschmidt streckt die Zunge raus
Luca Waldschmidt streckt die Zunge raus. Foto: Imago Images

Waldschmidt steht seit seinem Doppelpack im Halbfinale gegen Rumänien (4:2) bei sieben Turnier-Toren und knackte damit den deutschen EM-Rekord von Littbarski, der 1982 mit sechs Treffern Torschützenkönig geworden war. Waldschmidt fehlt zudem nur noch ein Treffer, um die alleinige Bestmarke der EM-Geschichte zu erobern. “Jetzt soll Luca sich auch den richtigen Rekord holen”, sagte Littbarski (59), Weltmeister von 1990.

Littbarski gestand zudem, von Waldschmidts Leistungs-Explosion überrascht zu sein. “Vor dem Turnier hatte ich ihn nicht so stark auf der Rechnung. Ich kenne ihn natürlich, er hat uns Wolfsburger ja damals in die Relegation gschickt. Da hätte ich nicht gedacht, dass er so auftrumpft. Er ist sehr gefährlich vor der Kiste, sehr effektiv”, sagte der Markenbotschafter des VfL Wolfsburg. Waldschmidt hatte 2017 im Trikot des Hamburger SV im Abstiegskampf das entscheidende Tor zur Rettung erzielt.

Fußball-Idol Pierre Littbarski, Ex-Kölner und jetzt beim VfL Wolfsburg. Foto: Imago Images

Viel Lob äußerte Littbarski auch für DFB-Trainer Stefan Kuntz, dem er auch den Job des Bundestrainers zutraut. “Stefan und ich sind ja gut befreundet. Er führt das weiter, was er selbst als Fußballer gelebt hat, er setzt voll auf das Team. Und er hat ja noch alle Möglichkeiten. Er kennt die Jungs aus dem Effeff, das sind ja auch die kommenden Nationalspieler. Er wäre da nicht falsch am Platz”, sagte Littbarski.

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Mit 120 Millionen! Ex-Wunderkind peppt die graue Hertha auf

Niemand kann voraussagen, wie ernst Lars Windhorst sein Engagement bei Hertha BSC nimmt. Zu oft hat die Bundesliga Raubritter erlebt, die mit Getöse beim Klub ihres Herzens einmarschierten und mit geknickter Rose am Revers wieder wegschlichen. Was man bisher weiß: 125 Mio. Euro steckt das frühere Wunderkind der deutschen Wirtschaft in den Hauptstadtklub. Ein weiteres Millionenpaket  könnte folgen, wenn Windhorst seinen Anteil von 37,5 auf 49,9 Prozent aufstocken sollte.

Der Spiegel, der die Story gestern veröffentlicht hat, schreibt von einem der “größten Deals der Bundesliga-Geschichte”. Für dieses Urteil müsste man die strategischen Partnerschaften beim FC Bayern oder den Börsengang des BVB ignorieren. 

Hertha BSC: Frischzellenkur durch Finanzspritze

Aber das ist auch nicht so wichtig. Fest steht jedenfalls: Die Finanzspritze des Investors wirkt bei der ergrauten Hertha wie eine Frischzellenkur. Plötzlich kann sich der Verein Spieler leisten, die vorher unerreichbar schienen, und eine attraktivere Spielweise ankündigen.

Präsident Werner Gegenbauer mit Manager Michael Preetz. Die Parole hinter ihnen ist Programm. Foto: Imago Images / König

Das Timing könnte nicht besser sein. Mit seinem ersten Aufstieg in die Bundesliga hat der Stadtrivale Union Berlin gerade eine Leidenschaft für den Fußball entwickelt, die Hertha BSC in ihrer überdimensionierten und kalten Stadionschüssel zu verlieren drohte. Investor Windhorst hält jetzt das Schlagwort “Big City Club” entgegen und verspricht damit Großes. Plakative Parolen aber provozieren naturgemäß Abwehrkräfte im eigenen Anhang, der die Gemengelage gerne etwas übersichtlicher gestaltet haben will.

Man könnte tatsächlich in die Versuchung geraten und die neue Allianz zwischen Verein und Geldgeber als erneute Wiederbelebung auf Zeit einstufen. Es ist ja nicht lange her, dass Hertha Geld von Heuschrecken wollte und nicht vom Fleck kam. So ein Hauptstadtverein ist halt verlockend für Leute mit Geld und gilt wie so viele andere Vereine, die nicht in der Provinz angesiedelt sind, als schlafender Riese. Man kann es auch nicht anders sagen: Hertha müsste ein nationales Anliegen sein.

Deutschland fehlt ein großer Hauptstadtklub

Spanien, England, Frankreich und mit Abstrichen Italien haben bedeutende Fußballklubs in ihren Hauptstädten. Nur Deutschland nicht. Hertha blieb unter seinem umtriebigen Manager Michael Preetz wie unter dessen Vorgänger Dieter Hoeneß klein. 

Was das neue Projekt mit Lars Windhorst von einem kläglichen wie bei 1860 München unterscheidet, sind zwei Dinge. Erstens: Die Hertha-Führung unter Präsident Gegenbauer geht sorgsam mit der 50+1-Regelung um, wonach der Verein immer die Mehrheit behauptet.

“Wir wollen Geld verdienen”

Man hätte in der Konstellation, wie sie Hertha aufweist, mehr als die Hälfte an der getrennten Profi-Abteilung verhökern können und dürfen. Das aber hätte ohne Not einen empfindlichen Nerv in der ohnehin gestressten Anhängerschaft getroffen. Zweitens beweist Hertha damit eine Ehrlichkeit. Windhorst heuchelt nicht kühne-haftig falsche Vereinsliebe vor, sondern sagt unumwunden: “Wir wollen Geld verdienen. Das muss bei all unseren Investitionsentscheidungen der Hauptgrund sein.”

Da weiß man wenigstens, woran man ist, und kann von den Vereinsbossen erwarten, dass sie auf die Unwägbarkeiten, die ihrem Investor in einer Bundesliga-Saison Spieltag für Spieltag begegnen, vorbereitet sind. So viel Vertrauen hat die Hertha-Vereinsführung verdient.

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Schalke 04: Neue Bosse da – jetzt sollten mal Spieler kommen

Als Felix Magath als Trainer und Manager in Personalunion neue Spieler gleich im Dutzend einkaufte, machte Schalke-Boss Clemens Tönnies einen Witz. Er sprach von einem “Knickbus”, den man für den riesigen Kader brauche. Jetzt kommt der eine oder andere Beobachter auf die Idee, das überlange Gefährt wieder aus der Garage zu holen. Damit das Team um das Team bei den Königsblauen Platz findet.

Es ist richtig: Als Folge der Katastrophensaison, die beinahe mit dem Abstieg endete, hat Schalke zahlreiche Neue verpflichtet. Nämlich Trainer, Co-Trainer, Kaderplaner, Lizenzspieler-Koordinator, Integrationshelfer, Assistent des Sportvorstands, Sportpsychologe, Videoanalyst. Nur Spieler noch nicht.

Der Schalke-Trainer David Wagner
Der Schalke-Trainer David Wagner. Foto: Imago Images

Dass der abgestürzte Vizemeister sich in der sportlichen Führung breiter aufstellt, ist dringend notwendig. Das hat die vergangene Spielzeit mit dem weitgehend beratungsresistenten Sportvorstand Christian Heidel und dem meist auf sich allein gestellten Jungtrainer Domenico Tedesco gezeigt. Sportliche Kompetenz im Management fehlte ebenso wie zeitgemäßes Scouting. Und die Unterstützung für einen unerfahrenen Cheftrainer, der gar nicht alle Brände gleichzeitig löschen konnte.

Schalke hat jetzt einen Ex-Profi als Bindeglied zwischen Mannschaft und Management eingestellt. Außerdem einen Wegbegleiter für die neuen Spieler aus anderen Kulturkreisen. Dazu zusätzliche Scouts. Da muss allerdings die Frage erlaubt sein: Warum erst jetzt? Wie kann sich ein Klub mit einem Umsatz von 350 Millionen Euro, der in zweieinhalb Jahren neue Spieler für insgesamt 160 Millionen kaufte, solch eklatante Defizite erlauben?

Denn Schalke hat die Entwicklung verschlafen. Hat geglaubt, es werde wie einst mit Rudi Assauer mit einem starken Mann funktionieren. Erst “Alleinherrscher” Magath, zuletzt “Alleskönner” Heidel – es hat zwei grandiose Fehlschläge gegeben. Vielleicht hat Schalke verstanden, dass ein Fußball-Bundesligist mit internationalen Ambitionen heute nicht mehr wie in den 1980er oder 1990er Jahren zu führen ist.

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