Afrikanische Champions League: Erneut Einspruch durch Casablanca

Der juristische Streit um den Sieger der afrikanischen Fußball-Champions-League nimmt kein Ende. Der marokkanische Spitzenklub Wydad Casablanca zieht erneut vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Dies bestätigte der Verein am Mittwochabend. Der afrikanische Kontinentalverband CAF hatte im vergangenen Monat Casablancas Finalgegner Esperance Tunis nach monatelangem Streit zum Sieger erklärt. 

Ende Mai war das Final-Rückspiel nach 60 Minuten beim Stand von 1:0 für Gastgeber Tunis unterbrochen und nach einer 90-minütigen Pause vom Schiedsrichter für beendet erklärt worden. Zuvor hatte Casablanca den vermeintlichen Ausgleich erzielt, das Tor wurde wegen Abseits aber nicht anerkannt. Der Videobeweis funktionierte nicht, woraufhin es zu Protesten kam und die Marokkaner den Platz verließen.

Da das Hinspiel 1:1 endete, wurde Tunis zunächst zum Titelträger ernannt und erhielt den Pokal. Wenige Tage später entschied der Verband, das Spiel auf neutralem Platz wiederholen zu lassen. Diese Entscheidung hatte der CAS Ende Juli aufgehoben, im August wurde der Sieg durch den afrikanischen Verband erneut Tunis zugesprochen. Dagegen geht Casablanca nun erneut vor.

Ab dieser Saison wird der Sieger der afrikanischen Champions League in einem einzigen Spiel auf neutralem Platz ermittelt.

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Europa League: Arsenal ohne Özil nach Frankfurt

Der 2014er-Weltmeister Mesut Özil wird nicht mit dem englischen Fußball-Spitzenklub FC Arsenal zum Europa-League-Auswärtsspiel am Donnerstag beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt (18.55 Uhr/DAZN) reisen. Der 30-Jährige ist nicht Teil des 19-köpfigen Aufgebots der Gunners, das der Klub am Mittwochabend bekannt gab.

Wieso Özil fehlt, blieb zunächst offen. Erst am Wochenende hatte Özil sein Comeback gegeben, nachdem er wegen einer Erkrankung und einem versuchten Raubüberfall die ersten Saisonspiele verpasst hatte.

In Frankfurt dabei sind dagegen Nationaltorhüter Bernd Leno sowie der deutsche Verteidiger Shkodran Mustafi. Auch der ehemalige Schalker Bundesligaprofi Sead Kolasinac, der bei dem versuchten Überfall auf Özil beherzt eingegriffen hatte, steht im Aufgebot.

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Umfrage: Mehr als 50 Prozent glauben nicht an Favoritenrolle der Bayern in der Champions League

Die Fußballstars von Bayern München werden von den Sportfans bei den Aussichten in der Champions League skeptisch beurteilt. 51,8 Prozent der Befragten sehen den FC Bayern nicht als Topfavoriten der Königsklasse an. Nur 25,9 Prozent zählen den deutschen Rekordmeister zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf den Henkelpott.

Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für das Nachrichtenportal t-online.de. 22,3 Prozent wollten sich in der Umfrage hinsichtlich der möglichen Rolle der Bayern in der Königsklasse nicht festlegen.

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Gosens träumt von DFB-Nominierung: “Brauche mich vor niemandem verstecken”

Linksverteidiger Robin Gosens vom italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo macht sich Hoffnungen auf eine Nominierung durch Bundestrainer Joachim Löw. “Es ist schon ein ganz konkretes Ziel von mir, mich für die Nationalmannschaft zu empfehlen”, sagte der Fußballprofi t-online.de, “ich brauche mich vor niemandem verstecken.”

Bislang habe es zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) noch keinen Kontakt gegeben, “aber natürlich würde ich mich auch sehr über ein Signal vom DFB freuen”, sagte Gosens vor dem Auftakt in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) bei Dinamo Zagreb. Bergamo tritt zum ersten Mal in der Königsklasse an.

Gosens wäre in der Sommerpause nach eigenen Angaben beinahe zu Schalke 04 gewechselt. “Es gab sehr konkrete Gespräche, da braucht man keinen Hehl draus machen”, sagte der 25-Jährige. Letztlich aber wollte Atalanta den Abwehrspieler nicht abgeben, “weil sie mit mir als Schlüsselspieler auf Links in die Champions-League-Saison gehen wollten”, so Gosens. 

Das Thema könne aber wieder heiß werden: “Auf Schalke wissen sie aktuell ja auch noch nicht genau, wo sie stehen”, sagte Gosens: “Wenn es dort bergauf geht, dann ist vielleicht in den nächsten Jahren wieder etwas möglich. Ich glaube schon, dass sie mich weiter beobachten werden.”

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Torwart-Zoff: Manuel Neuer lässt Jogi Löw keine Wahl

Von Pit Gottschalk

Man wartet nur darauf, dass Manuel Neuer, der Kapitän des FC Bayern, heute Abend die Angriffe seines Torwartkollegen Marc-André ter Stegen kontert und nach dem Belgrad-Spiel in der Champions League ausfällig wird. Er hat alle Argumente auf seiner Seite. Seine Leistungen seit der WM-Blamage 2018 sind tadellos, er gewann hernach Meisterschaft und DFB-Pokal und steht seinem Bundestrainer Joachim Löw nicht im Wege, wenn die eigenen Mitspieler in der Nationalmannschaft aussortiert werden.

Das Problem, das Manuel Neuer hat, ist mit Fakten nicht zu beschreiben. Man muss es vielleicht so formulieren: die öffentliche Meinung. Seit ihn derselbe Löw unvorbereitet eine Weltmeisterschaft bestreiten ließ und die Vorrunde mit vier Gegentoren schief lief, obwohl sein Stellvertreter fit war und das Tor über Monate glänzend gehütet hatte, wankt seine Stellung als unumstrittene Nummer 1. Die Öffentlichkeit empfindet Ungerechtigkeit, dass ter Stegen keine Chance bekommen hat, die den Namen verdient.

Was leistet Marc-André ter Stegen wirklich?

Es mag ter Stegen helfen, dass ihm sein Arbeitgeber FC Barcelona einen Glamour verleiht, der ungenaue Betrachter über Details im Torwartspiel hinwegsehen lässt. Was weiß man schon von seinen Leistungen in Spanien? Wenn Fernsehbilder gezeigt werden, dann sicherlich Paraden und andere guten Szenen; eine überdurchschnittliche Fehlerquote wird man ihm nicht nachsagen können. Aber wie steht es um seine Raumverteidigung? Seine Spieleröffnungen? Seinen Einfluss auf die Mentalität im Messi-Team?

Manuel Neuer mit Marc-André ter Stegen. Foto: Imago Images / Sven Simon

Zugegeben, Superstar Lionel Messi hätte schon für einen Wechsel im Tor gesagt, wenn er die notwendige Qualität bei ter Stegen vermisste. Das überraschende Halbfinal-Aus in der Champions League voriges Jahr, das spektakuläre 0:4 von Liverpool, war dem Torwart allein nicht anzulasten. Denn ter Stegen ist ein sehr guter Schlussmann. Aber besser als Neuer? Für einen Tausch liegen aktuell keine sachlichen Gründe vor, sondern allein der Wunsch, dass irgendetwas passieren muss. Stichwort: öffentliche Meinung.

Die muss ter Stegen nutzen, wenn er die Nummer 1 werden will. Ihm läuft so langsam die Zeit davon. Er ist auch schon 27, nur sechs Jahre jünger als Neuer. Vielleicht kann er noch eine Weltmeisterschaft spielen (dann wäre 30), aber vermutlich keine zweite. Bevor die Nübel- Generation nachrückt, muss er jetzt und nicht irgendwann den Druck auf Neuer erhöhen. Das erklärt seine unvernebelte Kritik am Bundestrainer und dessen Torwart-Entscheidung. Ter Stegen spielt Alles oder Nichts.

Manuel Neuer fehlen ein paar Länderspiele zu Sepp Maier

Neuer spürt das und macht auch als Kapitän keine Zugeständnisse. Er lässt Bundestrainer Löw keine Wahl: Er wird Sepp Maier noch diese Saison als Rekordtorhüter Sepp Maier (95 Länderspiele) ablösen und wahrscheinlich zum ersten Nationaltorwart mit mehr als 100 Länderspielen aufsteigen. Sein Weg führt geradeaus in die “Hall of Fame” des deutschen Fußballs. Von Ruhm und Zahlen dieser Größenordnung kann ter Stegen, Barcelona hin oder her, mit seinen 22 Länderspielen nur träumen. 

Er muss sich an den Gedanken gewöhnen: Im deutschen Fußball wird er eine Fußnote bleiben. Soll er deswegen das Duell mit Neuer aufgeben? Bitte nicht. Erstens sollte jede Turnierteilnahme als Nummer 1 Motivation und Auszeichnung genug sein. Zweitens treibt sein Ehrgeiz den Konkurrenten zu noch größeren Anstrengungen, den Platz im Tor zu verteidigen. Drittens geht es doch genau darum: dass die Nationalmannschaft auf allen Positionen, auch auf den exklusiven, besser wird. Löw wird trotzdem nicht nachgeben.

Denn wenn Manuel Neuer heute Abend zurückschießen sollte, dann deshalb, weil er, der Weltmeister von 2014 und siebenmalige Deutsche Meister, längst nicht satt ist. Solange sein Torwartspiel modern bleibt, sein Reflex wie zuletzt atemberaubend schnell, bringt er jene 20 Prozent Mehrwert auf den Rasen, um den Konkurrenten den FC Bayern beneiden. Anders als Marc-André ter Stegen steht Manuel Neuer beim deutschen Publikum jede Woche auf dem Prüfstand. Man nennt es: Bundesliga.