Das DFB-Pokal-Gesicht: Martin Kobylanski (Eintracht Braunschweig)

Diesmal waren es drei Pokaltore gegen Hertha BSC, in der vergangenen Saison führte Martin Kobylanski Eintracht Braunschweig mit 18 Treffern und neun Assists zurück in Liga zwei – der 26-Jährige stand nach dem 5:4 (3:2)-Triumph der Niedersachsen wieder einmal im Mittelpunkt der Ovationen.

Doch in den Sprechchören der 500 zugelassenen Zuschauer klang die Befürchtung mit, der gerade zum Mannschaftskapitän ernannte Mittelfeldspieler werde angesichts seiner Topquoten nicht mehr lange bei den Norddeutschen zu halten sein. Und der in Berlin geborene Deutsch-Pole verkniff sich mit offenem Visier jegliche, möglicherweise nicht einzuhaltende Treueschwüre.

„Wir freuen uns alle über diesen tollen Erfolg und auch darüber, dass wir nach jedem Gegentor die richtige Antwort gegeben haben. Zu meiner persönlichen Zukunft möchte ich mich im Moment nicht äußern“, sagte Kobylanski ehrlich.

In zwei Profijahren bei Werder Bremen reichte es nur zu acht Erstligaeinsätzen, in seiner aktuellen Verfassung wäre ein erneuter Versuch, in der Bundesliga Fuß zu fassen, nicht unrealistisch. Zumindest privat hat Kobylanski unlängst einen wichtigen Schritt gewagt – er heiratete seine Verlobte Patricia.

      

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Chelsea für Hamann kein Titelkandidat

Für Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann ist der FC Chelsea trotz der Transfer-Offensive für 220 Millionen Euro kein Meisterschaftskandidat in der englischen Premier League. „Das Problem, das ich sehe ist, dass drei der vier Neuen noch nicht in England gespielt haben“, schrieb Hamann in seiner Sky-Kolumne. Unter anderem hat Chelsea die deutschen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz verpflichtet.

„Sie werden Wochen oder sogar Monate brauchen, um sich an den englischen Fußball anzupassen“, urteilte der langjährige England-Legionär des FC Liverpool und von Manchester City, „Offensivspieler haben zudem oft größere Schwankungen in ihren Leistungen. Dazu kommt die ungeklärte Torwartfrage. Kepa hat die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt. Ich glaube, dass sie einen Torwart brauchen. Sie werden die Differenz zu Platz eins verringern können, aber als Titelkandidat sehe ich Chelsea nicht.“

Titelverteidiger FC Liverpool, Mannschaft von Teammanager Jürgen Klopp, ist das zu „schlagende Team“, so Hamann: „Sieben oder acht Spieltage vor Saisonende Meister zu werden mit fast 20 Punkten Vorsprung, wird schwer zu wiederholen sein. Das müssen die Reds aber auch gar nicht, normalerweise reichen hohe 80 bis niedrige 90 Punkte zum Titelgewinn, und ich bin mir sicher, dass Liverpool die holen kann.“

Die größte Gefahr sehe er bei den Reds darin, „dass durch die wenigen Zugänge der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft leiden könnte. Klopp hätte sich vielleicht auch gewünscht, noch zwei oder drei Neue zu bekommen, aber dennoch glaube ich, dass Liverpool vom Kader her – zusammen mit Manchester City – weit vor den anderen Teams liegt“.

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Medien: Bergamo an Schalkes Harit interessiert

Der marokkanische Fußball-Nationalspieler Amine Harit vom Bundesligisten Schalke 04 wird laut Medienberichten als Neuzugang beim italienischen Spitzenklub Atalanta Bergamo, Verein von Nationalspieler Robin Gosens, gehandelt. Die Ablösesumme soll sich zwischen 20 und 25 Millionen Euro bewegen. 

Die finanziell angeschlagenen Königsblauen könnten eine Finanzspritze gut gebrauchen, allerdings will Sportvorstand Jochen Schneider das Team von Trainer David Wagner nicht weiter schwächen. Der Vertrag des 23-jährigen Harit bei Schalke hat noch eine Laufzeit bis 30. Juni 2024. Harit gehörte zu den wenigen Lichtblicken im Schalker Team in der total verkorksten vergangenen Saison.

 

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„Mut zum Offensivfußball bleibt auf der Strecke“: Nagelsmann befürchtet negative Entwicklung

Trainer Julian Nagelsmann vom Bundesligisten RB Leipzig befürchtet im Fußball eine zunehmende Abkehr von einer mutigen, offensiven Spielweise. „Inhaltlich denke ich, dass sich der Trend, extrem defensiv zu spielen und auf lange Bälle und Konter zu setzen, fortsetzen wird“, sagte der 33-Jährige im Interview mit seinem ehemaligen Verein TSG Hoffenheim zur möglichen Entwicklung des Fußballs: „Die Angst, Fehler zu machen, regiert, der Mut zum Offensivspektakel bleibt auf der Strecke.“

Nagelsmanns Mannschaften sind stets für ihre mutige, offensiv ausgerichtete Spielweise bekannt. Mit dieser Art des Fußballs strebt der jüngste Trainer der Bundesliga nach großen Zielen. „Ich hoffe, dass ich ein paar Titel und die eine oder andere Meisterschaft gewinnen werde, gerne auch im Ausland. Die Champions League ist natürlich ein Ziel, und sollte mir das alles gelingen, schließe ich auch nicht aus, mich mal etwas anderem zu widmen“, sagte Nagelsmann.

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Das SID-Kalenderblatt am 12. September: Das letzte DDR-Fußball-Länderspiel

Der letzte Held in einem Länderspiel der DDR-Fußball-Auswahl hieß Matthias Sammer. In der 293. und letzten Partie in den Annalen erzielte der spätere EM-Champion und Europas Fußballer des Jahres von 1996 am 12. September 1990 beide Treffer zum 2:0-Sieg der Mannschaft von Trainer Eduard Geyer in Brüssel gegen Belgien.

Der damalige Dresdner traf in der 74. und 89. Minute im Constant-Vanden-Stock-Stadion vor nur 12.000 Zuschauern. „Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, dass dieser Tag auch eine gewisse historische Bedeutung hatte. Im Vorfeld und an dem Tag selbst ging es nur darum, dass wir gewinnen“, berichtete „Ede“ Geyer später in einem Interview in seinem Buch „Eduard Geyer – Einwürfe“ zu diesem speziellen Match. Das DDR-Team war danach Geschichte, am 19. Dezember 1990 erfolgte in Stuttgart das Wiedervereinigungs-Länderspiel der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen die Schweiz (4:0) mit Sammer in der Startelf.

Geyer hatte für den letzten Auftritt 36 Spieler eingeladen, aber 22 sagten ab. „Da hätte ich mir gewünscht, dass sich die Spieler etwas charakterfester verabschiedet hätten“, sagte Geyer später. Aber auch die Spieler aus dem Osten, die in Brüssel zugegen waren, waren bei den Westklubs heiß begehrt. „Ich weiß noch sehr genau, wie nach dem Spiel plötzlich diverse Spielerberater um uns herumturnten. Es war beschämend, wie sich einige von denen aufführten“, berichtete Geyer. 

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