2. Liga: Hannover leiht Bijol von ZSKA Moskau aus

Fußball-Zweitligist Hannover 96 hat Mittelfeldspieler Jaka Bijol vom russischen Erstligisten ZSKA Moskau ausgeliehen. Wie die Niedersachsen am Freitag mitteilten, besitzt der Klub nach der Saison eine Kaufoption für den slowenischen Nationalspieler. Der 21-Jährige soll nach der Auftaktpartie am Samstag gegen den Karlsruher SC (13.00 Uhr/Sky) zur Mannschaft stoßen.

„Jaka Bijol ist das nächste, wichtige Puzzleteil für unsere Mannschaft. Er ist ein großgewachsener Spieler, der auf der Sechs genau das verkörpert, was wir brauchen: Jaka ist technisch versiert, kann aber auch abräumen. Wir freuen uns, dass er jetzt da ist und sind überzeugt, dass er eine Verstärkung für uns sein wird“, sagte 96-Sportdirektor Gerhard Zuber.

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SZ: FIFA-Ethiker gehen von Bestechung in der Sommermärchen-Affäre aus

In die Aufklärung der Sommermärchen-Affäre kommt womöglich Bewegung. Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA suggeriert in einem Untersuchungsbericht zur Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland, dass es sich beim ominösen Zahlungsstrom von zehn Millionen Schweizer Franken (6,7 Millionen Euro) entgegen der Darstellung der Beteiligten auf deutscher Seite um Bestechungsgeld gehandelt habe. Dies berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ) am Freitag unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente.

Diese Darstellung finde sich in einem Untersuchungsbericht, den die Ethik-Ermittler unter Vorsitz von Maria Claudia Rojas kürzlich fertiggestellt und an die rechtsprechende Kammer übersandt hätten. Deren Chef Vasilios Skouris habe den Fall rasch zugelassen.

Das Ergebnis laute: Die Millionen hätten der Bestechung gedient, allerdings nicht für einen Stimmenkauf bei der knappen WM-Vergabe nach Deutschland, sondern für den Erhalt eines FIFA-Zuschusses von 250 Millionen Franken.

Am 27. April 2005 überwies das Organisationskomitee der WM 2006 zehn Millionen Schweizer Franken an die FIFA. Das Geld wurde als Beitrag für eine WM-Gala deklariert, die allerdings nie stattfand. Stattdessen wanderte der Betrag noch am selben Tag auf ein Konto des mittlerweile verstorbenen damaligen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus als Rückzahlung eines Kredits.

Der damalige WM-OK-Chef Franz Beckenbauer (75) habe laut FIFA-Untersuchungsbericht das von Louis-Dreyfus gewährte Darlehen genutzt, um „ein Bestechungsgeld an Mohamed bin Hammam im Austausch gegen die Gewährung des genannten finanziellen Zuschusses an das WM-OK“ zu bezahlen. Der Katarer bin Hammam war als Mitglied der FIFA-Finanzkommission damals zuständig für die Gewährung dieses Zuschusses. Es habe „Bestechungshandlungen“ und ein „Bestechungssystem“ gegeben, heißt es weiter.

Bin Hammam, Beckenbauer sowie dessen langjähriger Schattenmann Fedor Radmann seien die „Haupttäter“ bei der Ausführung der Bestechung gewesen. Die WM-OK-Mitglieder Wolfgang Niersbach, Horst R. Schmidt und Theo Zwanziger, die erst später von der Überweisung erfuhren, seien „in das Bestechungssystem involviert“ gewesen, weil sie sich dazu bereit erklärt hätten, Beckenbauers Millionen-Privatkredit bei Louis-Dreyfus später ablösen zu wollen.

Die Protagonisten bzw. deren Rechtsvertreter wollten auf Anfrage der SZ keine Stellung beziehen.

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FIFA: WM 2022 in Katar wie geplant – Termine für Klub-WM offen

Der Fußball-Weltverband FIFA geht trotz der Corona-Pandemie von der planmäßigen Austragung der Weltmeisterschaft in Katar (21. November bis 18. Dezember 2022) aus. Das bestätigte FIFA-Präsident Gianni Infantino nach dem 70. Kongress am Freitag. „Wir haben Glück im Unglück. Die WM findet erst Ende 2022 statt, dadurch haben wir etwas mehr Zeit für die Qualifikationsrunde“, sagte Infantino.

Zur Durchführung der Qualifikation stellte der FIFA-Chef kurzfristige Änderungen des Modus in den jeweiligen Konföderationen in Aussicht. „Wir werden sicherstellen, dass die Qualifikationsspiele überall stattfinden können“, sagte Infantino: „Die WM ist das wichtigste Turnier der Welt. Sie hat oberste Priorität für die FIFA. Wir werden die beste WM der Fußballgeschichte erleben.“

Eine Austragung der Klub-WM 2020 mit Champions-League-Sieger Bayern München zum geplanten Termin im Dezember hält Infantino aufgrund der Unterbrechung des Spielbetriebs für unwahrscheinlich. Der Wettbewerb könne Anfang nächsten Jahres ausgetragen werden.

Wann die ursprünglich für 2021 geplante erweiterte Klub-WM mit 24 Vereinsmannschaften nachgeholt wird, ist offen. Die Erstauflage des Wettbewerbs war aufgrund der EM-Verschiebung verlegt worden.

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Thiago-Transfer nach Liverpool perfekt

Der lange erwartete Wechsel des spanischen Fußball-Nationalspielers Thiago (29) von Champions-League-Sieger Bayern München zum englischen Meister FC Liverpool ist in trockenen Tüchern. Nachdem die Verantwortlichen des FC Bayern die Einigung mit den Reds am Donnerstag bestätigt hatten und der Mittelfeldstar am Freitagmittag emotional bei Twitter nach sieben Jahren Abschied genommen hatte, bestätigten am Nachmittag auch die Reds den Transfer. Die Ablöse soll bei 30 Millionen Euro liegen.

„Es ist ein großartiges Gefühl. Ich habe lange auf diesen Moment gewartet, und ich bin sehr, sehr glücklich, hier zu sein“, wurde Thiago in der Mitteilung des FC Liverpool zitiert: „Dieser Klub beschreibt auch, was ich bin: Ich möchte alle Ziele erreichen, so viele Trophäen wie möglich gewinnen.“

Thiago gilt als Königstransfer für Liverpool-Teammanager Jürgen Klopp. Bayern München hatte lange um einen Verbleib des Technikers gekämpft, gab diesen aber ein Jahr vor Vertragsablauf frei.

Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge würdigte Thiago zum Abschied: „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie Pep Guardiola gleich zu Beginn seiner Amtszeit in München sagte: ‚Thiago oder nix!‘. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir Peps Forderung erfüllt haben. Thiago hat sich von einem Talent zu einem absoluten Führungsspieler entwickelt, den wir obendrein auch menschlich sehr geschätzt haben.“

Thiago kam 2013 vom FC Barcelona nach München, wo er in sieben Spielzeiten unter anderem sieben Deutsche Meisterschaften, vier DFB-Pokalsiege, die Klubweltmeisterschaft und vor wenigen Wochen die Champions League gewann. In 235 Pflichtspielen für den FC Bayern gelangen ihm 31 Tore und 35 Vorlagen.

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Infantino: „Virus hat gezeigt, wie verletzlich wir sind“

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat in seiner Ansprache beim 70. Kongress des Fußball-Weltverbandes die Herausforderungen durch die Coronakrise hervorgehoben. „Ein kleines Virus hat gezeigt, wie verletzlich wir sind“, sagte er bei der Videokonferenz am Freitag in Zürich: „Die FIFA ist nicht in der Krise, aber der Fußball steckt in der Krise. Und die FIFA muss an der Seite des Fußballs stehen.“ 

Infantino wies zu Beginn der Veranstaltung auf den milliardenschweren Hilfsplan für die Mitgliedsverbände hin. „Das ist ein historischer Plan. So etwas hat es im Sport noch nie gegeben“, sagte Infantino. Insgesamt 1,5 Milliarden Dollar werden in der Krise zur Verfügung gestellt – 150 der 211 Mitgliedsverbände haben bereits einen Antrag auf Hilfsgelder gestellt.

Grundsätzlich plant die FIFA beim Finanzplan bis 2022 aufgrund der Coronakrise mit rund 100 Millionen Euro weniger Einnahmen. Der Gesamtumsatz soll sich dennoch auf 5,5 Milliarden Euro belaufen. Die Rücklagen werden laut Etatplan von 2,33 Milliarden Euro (2018) auf 1,36 Milliarden Euro (2021) schrumpfen. Laut Weltverband solle es aber „keine Abstriche bei den strategischen Investitionen der FIFA“ geben.

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