DFB-Krisengipfel um Flick-Zukunft beendet

Der Krisengipfel beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) um die Zukunft von Hansi Flick ist nach zweieinhalb Stunden beendet – mit offenem Ausgang. Der Bundestrainer verließ am Mittwoch um 17.00 Uhr mit seiner Dienstlimousine den Tagungsort in Neu-Isenburg bei Frankfurt, ohne sich über die vorangegangenen Inhalte der Runde mit der DFB-Spitze zu äußern.

Sechs Tage nach dem blamablen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft war Flick am frühen Mittwochnachmittag mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke zusammengekommen. Flick hat noch einen Vertrag bis zur Heim-EM 2024. Unmittelbar nach dem WM-Aus hatte er noch bekundet, bleiben zu wollen.

Das mit Spannung erwartete Treffen fand im Kempinski Hotel Gravenbruch statt. Der DFB hatte versucht, den Ort geheim zu halten. Zuerst berichtete die Bild-Zeitung darüber.

Watzke traf demnach um 13.57 Uhr ein, Neuendorf folgte um 14.06 Uhr. Flick fuhr als Letzter in der Dreierrunde um 14.26 Uhr vor.

Der 57-Jährige steht nach dem Scheitern in der WM-Vorrunde massiv unter Druck. Neuendorf hatte noch vor der Abreise aus Katar am vergangenen Freitag eine umfassende Analyse von ihm gefordert.

Zugleich ist Flick getroffen vom Abschied seines engen Vertrauten Oliver Bierhoff nach 18 Jahren beim DFB. Der Geschäftsführer hatte am Montagabend wohl nicht ganz freiwillig hingeworfen.

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Kein weiterer WM-Einsatz für Siebert

Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) wird keinen weiteren Einsatz bei der Fußball-WM in Katar bekommen. Wie der 38-Jährige der Bild-Zeitung am Mittwoch bestätigte, befindet er sich nicht unter den Referees für die acht verbliebenen K.o.-Spiele, sei aber dennoch zufrieden: „Ich habe mein sportliches Ziel mit zwei Spielen bei dieser WM erreicht.“

Siebert hatte in Katar die Partie Australien gegen Tunesien (1:0) sowie das Gruppenfinale von Uruguay gegen Ghana (2:0) geleitet. Uruguay hatte trotz des Sieges das Achtelfinale verpasst. Der Mannschaft von Kapitän Luis Suarez fehlte ein Tor. Dafür hatten die Uruguayer Siebert verantwortlich gemacht, weil er ihnen einen Strafstoß verwehrt hatte.

Laut Bild-Zeitung soll die Kontroverse darum aber keinen Einfluss auf die Entscheidung gegen Siebert gehabt haben, er hätte schlicht aufgrund seines noch recht jungen Alters in der Rangordnung weiter hinten gestanden. Dafür spreche auch das positive Feedback der Schiedsrichter-Kollegen, das den Berliner „optimistisch in die Zukunft blicken“ lasse.

Nach der Abreise von Siebert und seinem Team ist der letzte verbliebene DFB-Referee bei der Weltmeisterschaft Bastian Dankert (Schwerin). Der 42-Jährige ist als VAR im Einsatz.

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FIFA bestraft Verbände Serbiens und Kroatiens

Die Disziplinarkommission des Fußball-Weltverbands FIFA hat Geldstrafen gegen die Verbände Serbiens und Kroatiens verhängt. Der kroatische Verband HNS wurde wegen Fehlverhaltens seiner Fans zur Zahlung von 50.000 Schweizer Franken (knapp 50.700 Euro) verurteilt, die Serben müssen 20.000 Schweizer Franken (knapp 20.300 Euro) zahlen. Damit sanktionierte die FIFA Geschehnisse im Rahmen des WM-Vorrundenspiels gegen Brasilien (0:2).

In Serbiens Kabine war dabei eine nationalistische Fahne aufgehängt und fotografiert worden, das Bild verbreitete sich im Internet. Zu sehen war eine Karte, die auch die Umrisse des Kosovo in serbischen Nationalfarben zeigte. Der kosovarische Fußballverband FFK hatte eine „aggressive Aktion gegen die Republik Kosovo“ beklagt und die FIFA zum Handeln aufgefordert.

Der Kosovo, ehemalige Teilregion der Republik Serbien, hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Ein Großteil der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erkennt diesen Status an – Serbien dagegen betrachtet den Kosovo als autonome Provinz des Staates.

Kroatische Fans hatten indes im Gruppenspiel gegen Kanada (4:1) den gegnerischen Torhüter Milan Borjan, Sohn serbisch-stämmiger Eltern, wiederholt beschimpft und ausgepfiffen. Eine Gruppe von Anhängern entrollte zudem ein Transparent, das an eine Operation aus dem Kroatienkrieg erinnerte, in dessen Folge Borjan und seine Familie aus dessen Geburtsstadt Knin fliehen mussten.

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Bochum verliert Test gegen Zwolle

Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist VfL Bochum hat sein Testspiel gegen den niederländischen Zweitligisten PEC Zwolle mit 1:3 (1:2) verloren. Gerrit Holtmann (8.) brachte die Bochumer in Führung, Bram van Polen (21.) glich per Foulelfmeter aus, noch vor der Pause drehte Samir Lagsir (37.) die Partie. Lennart Thy, ehemaliger Profi von Werder Bremen und dem FC St. Pauli, traf zum Endstand (69.).

Weiter geht es für die Bochumer, die sich mit zwei Siegen vor der WM-Pause wieder an die Nichtabstiegsplätze herangekämpft haben, am Samstag (13 Uhr) mit einem Test gegen den Zweitligisten Karlsruher SC. Nach einer Trainingspause vom 23. Dezember bis zum 2. Januar geht es für den VfL dann ab dem 7. Januar in ein Trainingslager in Jerez de la Frontera.

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Rettig kritisiert DFB und DFL-Planungen

Heftige Kritik an den Personalplanungen in der Deutschen Fußball Liga (DFL) und im Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig geübt. „Die DFL war und ist schlecht auf die Zeit nach dem erfolgreichen Wirken des alleinigen Geschäftsführers Christian Seifert vorbereitet“, schrieb der 59-Jährige in einem kommentierenden Beitrag, der dem SID vorliegt.

DFB und DFL müssten vor den anstehenden notwendigen Personalentscheidungen Strukturfragen klären und ihre eigenen Hausaufgaben machen. Dabei gehe es gar nicht um die Personalie der offenbar vor der Ablösung stehenden Seifert-Nachfolgerin Donata Hopfen. Sie habe „nie wirklich eine richtige Chance“ gehabt, so Rettig: „Ihr Scheitern ist neben eigenen Fehlern vor allen Dingen der Struktur geschuldet und der daraus abgeleiteten fehlenden Unterstützung.“

Eine geeignete Organisationsform sieht Rettig auch beim DFB als dringend notwendig an. Der Rücktritt von Geschäftsführer Oliver Bierhoff hinterlasse eine Lücke. Mut und Zuversicht könne man derzeit allein aus dem vertrauensvollen Umgang von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und -Vize Hans-Joachim Watzke, der starke Mann bei der DFL, schöpfen. „Hier scheint die Zeit der Eitelkeiten und des Misstrauens vorbei. Diese Einheit darf nicht aufgrund möglicher unterschiedlicher Personalvorstellungen der zu besetzenden Ämter gefährdet werden“, ergänzte Rettig. Denn letztlich verhielten sich Erfolge der Nationalmannschaft und die Entwicklung der DFL wie kommunizierende Röhren – „geht es der wichtigsten Mannschaft in unserem Lande gut, hilft dies auch der DFL, leider auch umgekehrt“.

Der gebürtige Leverkusener prangerte in der DFL die Nichtinstallierung eines Co-Geschäftsführers an: „Die Zeit der ‚One-Man/Woman-Show‘ ist längst vorbei und kann den vielfältigen gestiegenen Anforderungen des heutigen Managements und auch den Anforderungen an Führungsaufgaben nicht mehr gerecht werden. Auch die Herren Hoeneß, Assauer und Calmund hätten es sich sicherlich nicht erträumen lassen, dass Klubs, derer sie jahrzehntelang nahezu allein vorstanden, heute von mehreren Vorständen geführt werden.“ Die Zeit des „allwissenden Generalisten“ sei vorbei.

Das Gebot der Stunde laute, Kompetenzen zu teilen. „Hier hätte die DFL frühzeitig zu einer zeitgemäßen Struktur kommen müssen. Dies ist in erster Linie das Versäumnis des geführten Ex-Aufsichtsrats-Vorsitzenden Peter Peters, der diesen Weg zu verantworten hat“, betonte Rettig. 

Nach seinem Ausscheiden als 2. Geschäftsführer der DFL im Jahre 2015 sei auf eine Nachbesetzung verzichtet worden. Man steht nun vor den „wichtigsten 18 Monaten des deutschen Fußballs“. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der großen Themen wie Investoreneinstieg der Liga, 50+1, Ausschreibung des neuen Medienvertrages und der  Grundlagenvertrag sowie der sportliche Erfolg bei der EURO 2024 in Deutschland seien wichtige Eckpfeiler. Rettig: „Hier müssen wir nun schnellstmöglich den Hebel umlegen, um die Herzen des Fußballfans und nicht nur deren Geldbeutel zu erreichen.“

Er appelliert an DFB und DFL: „Wichtig wird es nun sein, nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, aber dennoch durch eine kritische Analyse, warum nicht auch durch externe Fachleute, die Vorbereitungen für die nun anstehenden Personalentscheidungen zu stellen.“ Dass dies angesichts der kurzen Zeit bis zur EURO 2024 unter großem Zeitdruck geschehen müsse, „erleichtert nicht unbedingt die Aufgabe“, so Rettig.

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