“Das ist unendlich wichtig, für den Klub, für die Fans”

Hundertausende Menschen säumten in Liverpool die Straßen, um Jürgen Klopp und den neuen Champions-League-Sieger am Sonntag zu feiern.

Bei der triumphalen Rückkehr nach Liverpool mobilisierten Jürgen Klopp und seine Champions-League-Helden noch einmal alle Kräfte. Auf einem roten Doppeldecker-Bus mit dem Slogan “Champions of Europe” präsentierte das Team um Superstar Mohamed Salah ihren euphorisierten Fans den so lange ersehnten Henkelpott – ihre Titelsause nach dem Sturm auf Europas Thron setzten Klopp und Co. bei der Siegesparade in ihrer Heimatstadt ungebremst fort. 

“Wir haben uns bereits versprochen, dass wir uns nächstes Jahr wieder in den Hintern treten werden.”

Jürgen Klopp zu einem Telefonat mit Pep Guardiola, dem Teammanager von Manchester City, kurz nach dem Sieg im Champions-League-Finale gegen Tottenham Hotspur

Rund 500.000 Fans tauchten Liverpool in die Vereinsfarben der Reds. Immer wieder stieg roter Rauch auf, als der Bus sich seinen Weg durch die Massen bahnte. Klopp reckte unter lautem Jubel den Pokal in die Höhe, zusammen mit den Fans sang die Mannschaft “You’ll never walk alone”. “Wir freuen uns jetzt alle auf Liverpool, weil man uns gesagt hat, dass da irgendwie eine Million Leute auf uns warten, also wirklich das absolute Highlight”, hatte Klopp, der seine Augen nach einer durchfeierten Nacht hinter einer verspiegelten Sonnenbrille versteckte, am Morgen bei RTL erklärt.

Die wilden Feierlichkeiten waren bereits im Metropolitano von Madrid mit dem Abpfiff nach dem 2:0 (1:0) gegen Tottenham Hotspur in Schwung gekommen. Um fünf Uhr in der Früh grölte Klopp gemeinsam mit Edelfan Campino von den Toten Hosen: “We’re sending greetings from Madrid, tonight we made it number six.”

Jürgen Klopp jetzt als Trainer auf einer Stufe mit Ottmar Hitzfeld und Jupp Heynckes

Mit dem Coup in der spanischen Hauptstadt stieg Klopp in den Olymp deutscher Sieger-Trainer in der Champions League zu Ottmar Hitzfeld und Jupp Heynckes auf. Hitzfeld hatte den Henkelpott mit Borussia Dortmund (1997) und Bayern München (2001) gewonnen, Heynckes holte ihn 2013 mit dem FC Bayern sowie als bisher einziger deutscher Trainer mit einer ausländischen Mannschaft: 1998 mit Real Madrid.

“Wir haben es lange genug versucht. Ich bin superglücklich und stolz, dass es heute geklappt hat”, schwärmte Klopp. Bei der TV-Station Viasat trällerte der 51-Jährige an der Seite von Jan Aage Fjörtoft in Anspielung auf den Hit von Salt’n’Pepa und den sechsten Gewinn des Henkelpokals durch den LFC: “Let’s talk about six, Baby!”

Klopp jubelte nach den Treffern von Mohamed Salah (2./Handelfmeter) und durch Divock Origi (87.) zunächst verhalten. Erst nach dem Schlusspfiff ging er aus sich heraus. Um 23.15 Uhr hatte der gebürtige Stuttgarter erstmals die Hände am Pott, stemmte ihn mit einem Schrei in den Nachthimmel und stimmte kurze Zeit später mit dem Anhang ohrenbetäubend die Vereinshymne “You’ll never walk alone” an.

Überschwängliches Lob von den eigenen Spielern

Die Spieler trugen ihren Lehrmeister auf Händen – und schmeichelten ihm auch mit Worten. “Er ist ein fantastischer Trainer und ein fantastischer Mensch”, sagte Star-Verteidiger Virgil van Dijk. Der ehemalige Schalker Joel Matip freute sich “riesig für Klopp. Die Leute haben viel über seine Finalserie geschrieben. Aber er hat sich diesen Erfolg mit uns hart erarbeitet.”

Spielerisch geht die “Erlösung der Reds” (“The Sun”) als eines der schwächeren Endspiele in die Cup-Historie ein. Am Ende gewannen die Reds nicht dank ihres gefürchteten Offensivfeuerwerks, sondern weil sie das reifere und abgeklärtere Team waren. “Meine Mannschaft hat schon bessere Finals gespielt, aber nicht gewonnen”, analysierte Klopp treffend und fügte an: “Ich weiß genau, wie Tottenham sich jetzt fühlt.”

Jürgen Klopp hat den Final-Fluch endlich besiegt

Sechs große Endspiele in Serie hatte Klopp zuvor verloren, drei davon in seinen knapp vier Jahren bei den Reds. In der Königsklasse war Liverpool im vergangenen Jahr an Real Madrid (1:3) gescheitert, zudem hatte es 2016 gegen den FC Sevilla im Finale der Europa League (1:3) sowie im englischen Ligapokal gegen Manchester City (1:1 n.V., 1:3 i.E.) jeweils schmerzhafte Pleiten gesetzt. Ein Verlierer-Image haftete Klopp an, am Samstagabend hat er es mit einem Schlag abgelegt.

Die Erleichterung darüber stand ihm ins Gesicht geschrieben. “Das ist unendlich wichtig, für den Klub, für die Fans”, sagte Klopp, stellte seine eigene Person aber hinten an. “Ich freue mich für die anderen, für meine Familie”, sagte er, denn die “hat immer mehr gelitten als ich. Ich bin froh, dass ich meiner Frau die Goldmedaille schenken kann.”

Foto: Imago Images / Action Plus

King Klopp Henkelpott: Endlich am Ziel seiner Träume

Jürgen Klopp riss beim roten Feuerstoß auf dem Siegerpodest die Hände in den Himmel, dann sang er lauthals “You’ll never walk alone” und klemmte sich den Henkelpott unter den Arm. Der deutsche Trainer hat mit dem FC Liverpool dank eines Blitz-Treffers von Mohamed Salah und eines späten Tores von Divock Origi endlich die Champions League gewonnen und sich selbst ein Denkmal gesetzt. Die Reds entschieden das mäßige, aber spannende Finale gegen Tottenham Hotspur in Madrid mit 2:0 (1:0) für sich und holten zum sechsten Mal den begehrten Pokal.

Salah (2.) verwandelte schon nach 108 Sekunden einen Handelfmeter und traf Tottenham im mit 63.272 Zuschauern ausverkauften Stadion Wanda Metropolitano mitten ins Herz. Der frühere Wolfsburger Origi (87.) entschied die Partie. Die Spurs hatten erstmals in ihrer Vereinshistorie im Endspiel der Königsklasse gestanden, Liverpool gar zum zweiten Mal in Folge.

“Darauf haben wir ein Jahr hingearbeitet”

“Jetzt stehen wir hier, haben den Titel gewonnen, und ich habe das Tor erzielt. Genau dafür spielen wir Fußball. Wir hatten einen starken Gegner, aber wir waren auch selbst stark”, sagte Origi, der 2018 mit dem VfL Wolfsburg noch in der Relegation um den Klassenerhalt gekämpft hatte, bei Sky. Der Ex-Schalker Joel Matip sagte: “Darauf haben wir ein Jahr hingearbeitet, unglaublich, heute Nacht wird nicht geschlafen.”

Für Klopp endete sein Final-Fluch. Zuletzt hatte der 51-Jährige sechs Endspiele in Folge verloren, davon zwei in der Champions League. Der Sieg im wichtigsten Vereinswettbewerb Europas ist der größte Erfolg seiner Karriere. Erst als zweiter deutscher Coach nach Jupp Heynckes gewann er mit einem ausländischen Klub die Trophäe.

Champions League: Spektakulärer Beginn

Jürgen Klopp feiert seinen Triumph.

Bei Temperaturen von 30 Grad begann die Begegnung spektakulär: Nur 23 Sekunden waren gespielt, als Schiedsrichter Damir Skomina (Slowenien) nach einem Handspiel von Moussa Sissoko auf den Punkt zeigte. Salah nutzte die Chance und drosch den Ball trocken ins Netz. Auf der Bank jubelte Klopp nur verhalten, seine Hände verschwanden schnell wieder in den Hosentaschen.

“Im Grunde ist es ein normales Fußballspiel”, hatte Klopp vor dem Anstoß bei Sky gesagt. Dennoch setzte er auf eine Startelf, die in keinem der 52 vorherigen Pflichtspiele zum Einsatz gekommen war. Vom Offensiv-Trio Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane war allerdings nur wenig zu sehen. Auch das zweitschnellste Final-Tor der Champions-League-Geschichte brachte den Reds in der hektischen Anfangsphase nicht die erhoffte Ruhe.

Kaum Torchancen im Champions-League-Finale

Stattdessen war Tottenham mindestens ebenbürtig. Die Spurs standen extrem hoch und zwangen die Reds mit Erfolg zu langen Bällen. Allerdings fehlten den Londonern offensiv jegliche Ideen. Auch der lange verletzte WM-Torschützenkönig Harry Kane, der erstmals seit siebeneinhalb Wochen wieder auf dem Platz stand, hing häufig in der Luft und hatte bis zur Pause nur elf Ballkontakte. Für Kane hatte Halbfinal-Held Lucas Moura auf der Bank Platz nehmen müssen.

In dem von Taktik geprägten Spiel gab es folglich kaum Chancen. Ein Fernschuss von Liverpools Trent Alexander-Arnold rauschte knapp am langen Pfosten vorbei (17.), Andrew Robertson versuchte es mit Gewalt aus der Distanz (38.). Auf der Gegenseite fiel Ex-Bundesliga-Star Heung-Min Son zumindest mit Einzelaktionen auf.

Gänsehautstimmung in Madrid

Die jeweils 16.000 Fans beider Klubs sorgten dennoch für Gänsehautstimmung – kein Vergleich zum dürftigen Europa-League-Finale in Baku drei Tage zuvor. Schon vor dem Spiel hatten die Anhänger friedlich gefeiert, viele waren ohne Karte angereist. Auf dem Schwarzmarkt wurden bis zu 5000 Euro für ein Ticket geboten.

Geboten wurde den Fans aber auch in der zweiten Halbzeit zunächst nicht viel. Die Spurs strahlten nun zwar etwas mehr Gefahr aus, am Strafraum war aber meist Endstation.

Teammanager Mauricio Pochettino ging schließlich höheres Risiko und brachte Stürmer Moura für den defensiven Mittelfeldspieler Harry Winks (66.). Die nächste Chance hatte aber Liverpool, als der eingewechselte James Milner aus 14 Metern das Ziel um Zentimeter verpasste (69.). Moura (80.) vergab in der Schlussphase Tottenhams erste Möglichkeit der Partie, fünf Minuten später scheiterte Christian Eriksen mit einem Freistoß an Alisson Becker.

Fotos: Imago Images (Agencia EFE und Bildbyran)

46 Tore in 25 Spielen: Rekord für BVB-Supertalent Moukoko

Moukoko Rekord

Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko hat in der B-Junioren-Bundesliga einen Torrekord aufgestellt. Denn der 14-Jährige, der gegen teils drei Jahre ältere Jugendliche spielt, erzielte am letzten Spieltag der Weststaffel für Borussia Dortmund beim 6:0 beim MSV Duisburg seine Saisontore 44 bis 46. Mit dieser Ausbeute übertraf er die seit 2013 bestehende Bestmarke des Schalkers Donis Avdijaj (44/heute vereinslos).

Und darum ist das alles so beeindruckend: Moukoko, der auch noch für die C-Jugend spielberechtigt wäre, kam in 25 Saisoneinsätzen auf einen Toreschnitt von 1,84. Was wiederum bedeutet: Er erzielte 42,8 Prozent der 93 Dortmunder Saisontore. Neun der 14 Vereine in der Weststaffel schossen insgesamt weniger Tore als Moukoko alleine.

Im Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg

Als westdeutscher Meister spielt der Titelverteidiger BVB im Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg (Sieger Nord/Nordost). Das zweite Halbfinale bestreiten der 1. FC Köln (Zweiter West) und Bayern München (Sieger Süd/Südwest).

Foto: Imago Images / MaBo Sports

Spannende Fußball-Anekdoten

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