Maradonas Schiri-Schelte: “Sieht weniger als Andrea Bocelli”

Lästermaul Diego Maradona hat sich abfällig über einen Schiedsrichter geäußert, der angeblich seinen Klub Gimnasia y Esgrima La Plata im Punktspiel bei CA Banfield benachteiligt habe. “Dieser Junge scheint nichts zu bemerken, oder ich glaube, er sieht weniger als Andrea Bocelli”, ätzte der argentinische Weltmeister-Kapitän von 1986 über Schiedsrichter Fernando Espinoza und zog Vergleiche zum blinden italienischen Star-Tenor Bocelli.

Stein des Anstoßes war der Foulelfmeter (33.), der zum 1:1-Endstand führte. Offenbar war der Unparteiische auf eine Schwalbe von Reinaldo Lenis hereingefallen. La Platas Torwart Nelson Insfran flog wegen Protestierens zudem vom Platz. 

“Espinoza ist eine Katastrophe. Meine Spieler haben große Anstrengungen unternommen und hätten einen Sieg verdient gehabt. Als er auf Elfmeter entschied, hat er zum Assistenten an der Linie geschaut. Er ist ein Lügner, ein Feigling”, wetterte der 59-jährige Maradona über den Referee.

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Podolski-Assist bei Kobes 13. Saisonsieg

Der frühere Fußball-Weltmeister Lukas Podolski hat einen Assist zum 13. Saisonsieg von Vissel Kobe in der japanischen J-League beigesteuert. Beim 3:1 (2:1)-Erfolg am vorletzten Spieltag beim Tabellendritten Kashima Antlers leitete der 34-Jährige vor 34.312 Zuschauern das Tor zum Endstand durch Keijiro Ogawa ein.

Kobe, das vom früheren Bundesligacoach Thorsten Fink trainiert wird, liegt im gesicherten Mittelfeld. Podolskis Vertrag in Japan läuft zum Saisonende aus.

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Marozsan über Lungenembolie: “Es waren die Anti-Baby-Pillen”

Fußball-Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan hat erstmals ausführlich über ihre im vergangenen Sommer erlittene Lungenembolie gesprochen. Es habe sich herausgestellt, dass Anti-Baby-Pillen die Ursache für ein verstopftes Blutgefäß in der Lunge waren, sagte die 27-Jährige im Interview mit dem Telegraph.

Die Spielmacherin hatte mit einer beidseitigen Lungenembolie zu kämpfen, die sie drei Monate lang außer Gefecht setzte. “Ich bin hingefallen und konnte nicht mehr atmen. Es war ein wirklich beängstigender Moment”, sagte Marozsan über den Vorfall in ihrem Elternhaus: “Ich wusste nicht, was passiert.” Sie habe Schmerzen in ihren Muskeln und in beiden Schultern gespürt, es wurde “schlimmer und schlimmer”.

Es sei schwer gewesen, “vom Sofa aufzustehen und in die Küche zu gehen”. Marozsan, die zuletzt dreimal in Folge Deutschlands Fußballerin des Jahres wurde, hatte sich große Sorgen um ihre Zukunft gemacht: “Ich war verängstigt, dass mir die Ärzte sagen, dass ich nie wieder auf das Fußballfeld zurückkehren kann.” 

Als Regisseurin des Starensembles von Olympique Lyon gewann sie in der vergangenen Saison das Triple und erzielte 14 Tore in 27 Pflichtspielen.

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Schalke entzaubert Favoritenschreck Union

Mit einem späten Tor von Suat Serdar hat Schalke 04 den Favoritenschreck Union Berlin entzaubert und sich auf einem Europapokalplatz festgesetzt. Die Königsblauen bezwangen den Bundesliga-Neuling mit viel Mühe 2:1 (1:1), verpassten aber den Sprung an die Tabellenspitze. Ein Sieg mit vier Toren Unterschied wäre nötig gewesen, um erstmals seit April 2010 wieder auf Platz eins zu klettern – zumindest für eine Nacht.

Benito Raman (23.) und Nationalspieler Serdar (86.) beendeten mit ihren Toren die Serie von drei Remis in der heimischen Arena. Nach dem fünften Spiel in Folge ohne Niederlage sprangen die Schalker vorerst auf Rang zwei und bewiesen in der zweiten Halbzeit, dass sie aus den verschenkten Siegen gegen die Abstiegskandidaten 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf gelernt hatten. Marcus Ingvartsen hatte mit einem umstrittenen Foulelfmeter zwischenzeitlich für den kampfstarken Aufsteiger ausgeglichen (36.).

Auf der VIP-Tribüne nahm erstmals nach dem Rassismus-Skandal wieder Schalke-Boss Clemens Tönnies Platz. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Königsblauen hatte sich nach seinen heftig kritisierten Äußerungen über Afrikaner selbst eine dreimonatige Sperre auferlegt, die vor gut drei Wochen ablief. 

Er sah einen schwachen Start der Gastgeber: Torhüter Alexander Nübel spielte im eigenen Strafraum dem Berliner Marcus Ingvartsen den Ball in die Füße, Verteidiger Matija Nastasic rettete in höchster Not (4.). Union, laut Schalke-Coach David Wagner “der Tabellenführer der letzten fünf Spiele” begann selbstbewusst und couragiert und hatte durch Marius Bülter gleich die nächste Tormöglichkeit (6.).

Schalke brauchte gut 20 Minuten, um gegen den unangenehmen Gegner ins Spiel zu finden. Die erste Chance nutzte Raman sofort mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel zur Führung. Auf der anderen Seite machte Nübel seinen Fehler aus der Anfangsphase wieder gut, als er einen Kopfball von Sebastian Andersson glänzend parierte (29.). Machtlos war er beim äußerst umstrittenen Elfmeter von Ingvartsen. Robert Andrich war im Zweikampf mit Nastasic zu Boden gegangen, Schiedsrichter Daniel Schlager (Hügelsheim) zog den Videobeweis nicht zu Rate.

Nach der Pause verstärkten die Gastgeber ihre Angriffsbemühungen und setzten Berlin immer mehr unter Druck. Doch wirklich gefährlich wurde es für Union-Keeper Rafal Gikiewicz nur selten, bei einem platzierten Schuss von Serdar ins lange Eck hatte der Torhüter allerdings das Nachsehen.

Der langjährige Unioner Steven Skrzybski, der sich vor anderthalb Jahren mit dem Wechsel nach Schalke einen “Kindheitstraum” erfüllt hatte, fehlte beim Wiedersehen mit seiner alten Liebe. Der 27-Jährige, in dieser Saison noch ohne eine einzige Bundesliga-Minute, musste wegen eines Infekts passen. Für den verletzten Stürmer Mark Uth (Adduktorenprobleme) rückte der Amerikaner Weston McKennie in die Startelf.  

Für die Berliner, mit dem Ex-Schalker Marvin Friedrich in der Innenverteidigung, war Andrich nach seiner Gelb-Sperre ins Team zurückgekehrt, Bülter ersetzte im Angriff Anthony Ujah.

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Werder Bremen fordert “angemessene Teilung” bei Polizeikosten

Werder Bremen hat im Streit um die Kosten für Polizeieinsätze bei Bundesliga-Spielen die anderen 35 Klubs der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Solidarität aufgerufen. Werder habe am Freitag bei der DFL einen schriftlichen Antrag “auf eine angemessene Teilung der sogenannten ‘Polizeikosten’ durch die Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen” eingereicht, wie der Klub mitteilte.

Die Bremer forderten die anderen 35 Klubs auf, “dem Beschluss des geschäftsführenden Präsidiums, hundert Prozent der Kosten auf Werder umzulegen, auf der Mitgliederversammlung am Dienstag nicht zuzustimmen”. Dieser Vorschlag “erschüttere das Gefüge der 1. und 2. Bundesliga als Solidargemeinschaft”, schrieben die Norddeutschen weiter und schlugen stattdessen vor, die Kosten bei sogenannten Hochrisikospielen auf Werder als Veranstalter, die DFL als Mitveranstalter und den jeweiligen Gastverein aufzuteilen.

Werder bleibt damit bei seiner harten Linie. Präsident Hubertus Hess-Grunewald hatte am Montagabend auf der Mitgliederversammlung der Hanseaten angekündigt, dass der Klub jede Form der Weitergabe von Kosten bei Hochsicherheitsspielen, welche die Stadt Bremen bei der DFL in Rechnung stellt, rechtlich prüfen lassen werde. “Wir werden uns, wenn nötig, auch mit juristischen Mitteln dafür einsetzen, dass nicht 100 und auch nicht 50 Prozent der Kosten an uns weiterbelastet werden”, sagte der Klubchef.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Ende März festgestellt, dass die Beteiligung des Profi-Fußballs an Polizeikosten grundsätzlich rechtmäßig sei. Die DFL hatte anschließend die Gebührenbescheide des Landes Bremen für vier Partien des Bundesligisten in Höhe von 1,17 Millionen Euro fristgerecht bis Ende September beglichen, aber angekündigt, mindestens die Hälfte der Rechnung an Werder weiterzureichen.

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