Uli Hoeneß: Schlaglichter einer Karriere

Uli Hoeneß macht Schluss. Der langjährige Macher und Patriarch des FC Bayern plant offenbar, im Herbst als Präsident und Aufsichtsratschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters abzutreten. Der SID beleuchtet deshalb Hoeneß’ Karriere.

DER PROFI

Uli Hoeneß ist Welt- und Europameister, er gewann den Weltpokal und dreimal den Landesmeister-Cup. Doch wer an den Fußball-Profi Hoeneß denkt, denkt auch an Belgrad 1976. Hoeneß’ Fehlschuss im Elfmeterschießen gegen die Tschechoslowakei kostet die DFB-Elf damals den EM-Titel. “Den Ball suchen sie heute noch”, witzelte Franz Beckenbauer später. 1979 beendet Hoeneß nach einer Knieverletzung mit erst 27 Jahren seine Karriere.

DER MANAGER

Noch als Profi fädelt Hoeneß seinen ersten Deal ein und ermöglicht über einen Sponsorenvertrag die Rückkehr von Paul Breitner nach München. Am 1. Mai 1979 legt er dann als Manager los – und wird bald als “Raubritter” und “Geier” beschimpft. “Ich wollte den FC Bayern nach oben bringen – um jeden Preis”, sagte er im Rückblick. Das gelingt ihm mit Bravour. Der Visionär Hoeneß ist seiner Zeit voraus, er prägt die Bundesliga wie kein anderer.

DIE ABTEILUNG ATTACKE

Hoeneß’ verbale Attacken sind legendär – und machen vor niemandem Halt. Mit oft hochrotem Kopf geht er auf die eigenen Fans los (“Eure Scheiß-Stimmung!”), auf Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (“Nicht mal Greenkeeper!”) oder Ex-Trainer Jürgen Klinsmann (“Wenn Klinsmann Obama ist, dann bin ich Mutter Teresa.”). Willi Lemke und Christoph Daum (“Der kann noch 100 Jahre spielen…”) sind einst seine “Lieblingsfeinde”. Die mehrfach gemachte Ankündigung, etwas leiser aufzutreten, kann er nicht einhalten. “Wenn sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben…”

DER PRÄSIDENT

Nach 30 Jahren als Manager übernimmt Hoeneß bei den Bayern im November 2009 als Nachfolger von Franz Beckenbauer das Präsidenten-Amt, im März 2010 wird er zudem Aufsichtsratschef. Auch auf diesen Posten treibt er seine Erfolgsgeschichte voran, mit dem Triple 2013 erlebt er den Höhepunkt. Rund ein Jahr später legt Hoeneß seine Ämter im Zuge seiner Steueraffäre nieder und kündigt an: “Das war’s noch nicht!” In der Tat: Nach seiner Haftzeit kehrt er im Herbst 2016 an die Vereinsspitze zurück.

DER PRIVATMENSCH

Neben dem FC Bayern macht der Metzgersohn aus dem schwäbischen Ulm auch eine Wurstfabrik groß, die heute sein Sohn Florian leitet. Der Familienvater (zwei Kinder) engagiert sich vielfach sozial, ohne darüber große Worte zu verlieren. Seine “Börsensucht”, die ihn ins Gefängnis brachte, sieht er als überwunden an. Am liebsten verbringt Hoeneß Zeit mit seiner Ehefrau Susi, den vier Enkelkindern und seinem Hund – und kümmert sich um seinen Herzensklub. “Egal, was passiert: Ich werde immer erster Fan des FC Bayern sein”, sagte er zuletzt.

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Schalke setzt Zusammenarbeit mit Hebei China Fortune FC fort

Fußball-Bundesligist Schalke 04 setzt die zuletzt schwierige Zusammenarbeit mit dem chinesischen Super-League-Klub Hebei China Fortune FC fort. Dies teilten die Gelsenkirchener nach einem Besuch einer Schalker Delegation um Marketing-Vorstand Alexander Jobst und Peter Knäbel, Technischer Direktor Entwicklung, beim Partnerklub in Langfang mit.

Die Königsblauen hatten den Kooperationsvertrag mit dem chinesischen Klub als Teil ihrer Internationalisierungs-Strategie im April vergangenen Jahres abgeschlossen. Die über fünf Jahre ausgelegte Zusammenarbeit sieht vor allem die Unterstützung der Jugendabteilung des Klubs aus Qinhuangdao durch Trainer- und Scoutingpersonal der Schalker vor. Zuletzt sollen die chinesischen Verantwortlichen von den Trainern der Königsblauen nicht mehr überzeugt gewesen sein, in Zukunft werden laut Bild-Zeitung Schalker Trainer nicht mehr dauerhaft vor Ort sein.

Die finanziellen Vereinbarungen des Deals, der Schalke nach Abzug der Kosten rund 20 Millionen Euro einbringen soll, bleiben dem Bericht zufolge unverändert. Bislang überwiesen die Chinesen aber nur eine Rate von sechs Millionen Euro, weitere sechs Millionen sollen bald folgen.

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Bale trifft bei Real-Sieg gegen Arsenal

Der abwanderungswillige walisische Fußballstar Gareth Bale hat beim Testspielsieg von Real Madrid gegen den FC Arsenal getroffen. Der Stürmer erzielte in der Partie in Washington den Anschlusstreffer der Königlichen zum 1:2, ehe Marco Asensio drei Minuten später für den Ausgleich sorgte.

Alexandre Lacazette und der frühere Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang hatten die Londoner 2:0 in Führung gebracht. Im Elfmeterschießen setzte sich Real schließlich mit 3:2 durch, dort vergab Bale allerdings den ersten Strafstoß.

Um Gareth Bale sind in Madrid Diskussionen entbrannt. Dessen Berater Jonathan Barnett hatte Real-Coach Zinedine Zidane vorgeworfen, seinen Schützling nicht zu respektieren. Zidane bestritt dies. Im Test zuvor gegen Bayern München (1:3) hatte Bale nicht gespielt, laut Zidane soll der Waliser aufgrund von Transferverhandlungen auf einen Einsatz verzichtet haben.

Zidane lobte Bale nach dem Sieg gegen Arsenal: “Er hat ein gutes Spiel gemacht, ich freue mich für ihn.” Zu dessen Zukunft meinte der frühere Welt- und Europameister: “Ich weiß nicht, was passieren wird. Stand jetzt gehört er zu uns, es hat sich nichts geändert.” Bale war 2013 für die damalige Rekordsumme von 101 Millionen Euro von Tottenham Hotspur nach Madrid gewechselt, passte aber nicht in Zidanes System.

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Ende einer Ära: Uli Hoeneß macht Schluss beim FC Bayern

Punkt 22 Uhr jagte Bild eine Nachricht ins Internet, von der man ohne Übertreibung sagen kann: Das ist eine Zäsur im deutschen Fußball. Uli Hoeneß, seit 40 Jahren der mächtigste Mann beim FC Bayern und damit im Profifußball, kandidiert im November nicht mehr für das Präsidentenamt. Vom Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden tritt Hoeneß gleichzeitig zurück. Sein Aus beim FC Bayern: Über die Gründe kann man zur Stunde nur spekulieren.

Die Autorenschaft der Bild-Story lässt vermuten, dass die Lancierung von langer Hand geplant ist. Für den Wahrheitsgehalt zeichnen der Sportchef Matthias Brügelmann und der Chefkolumnist Alfred Draxler persönlich verantwortlich. Eine offizielle Bestätigung des Klubs lag zunächst nicht vor. Die Nachricht erreichte die Öffentlichkeit, während Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit der Bayern-Mannschaft, aber ohne Hoeneß in den USA weilte.

Herbert Hainer mit Uli Hoeneß. Foto: Imago Images / MIS

Als Hoeneß-Nachfolger gehandelt: Herbert Hainer. Der frühere Adidas-Chef hat als Mitglied des Aufsichtsrats nicht nur eine tiefe Kenntnis über das Innenleben des FC Bayern. In der Fußballwelt genießt er so hohes Vertrauen, dass Hainer sogar als neuer DFB-Präsident gehandelt wurde. Entsprechende Anfragen wiegelte er höflich wie bestimmt ab: Kein Interesse. Seine Freundschaft zu Hoeneß wiegt schwerer.

Plötzlich ergibt sich der Sinn, dass Uli Hoeneß und Herbert Hainer im September wie aus dem Nichts ein gemeinsames langes Interview in der FAZ am Sonntag gegeben haben und sich ihrer gegenseitigen Treue versicherten. Die Überschrift lautete: “Ein Freund, mit dem du weinen kannst, ist ein Geschenk.” Das klang ganz nach Beckenbauer: Gute Freunde kann niemand trennen. Freunde hatte Uli Hoeneß beim FC Bayern zuletzt immer weniger.

Mit Rummenigge lag er monatelang in der Trainerfrage über Kreuz, ob man an Niko Kovac festhalten sollte. Zuletzt musste Hoeneß sich die nicht versteckte Belehrung anhören, dass er nicht öffentlich – wie bei der Doppelpass-Sendung Ende Februar – über mögliche Zugänge schwadronieren sollte. Nicht einmal der Anhang, der ihn nach der Gefängnisstrafe zurück ins Amt hob, stand noch vorbehaltlos hinter ihrem Präsidenten.

Uli Hoeneß: Kritik sogar von Bayern-Fans

Da war vor Weihnachten nicht nur die Schelte des couragierten Vereinsmitglieds Johannes Bachmayr, der auf der Jahresversammlung Kritik am Umgang mit Paul Breitner übte, an Personalentscheidungen und an Trainingslagern in Katar, und dafür massiv Applaus erntete. Der Widerstand setzt sich bei den Bayern-Amateuren fort: Dass die Dauerkartenbesitzer keinen freien Eintritt mehr in der 3. Liga genießen, lasten sie auf Plakaten Uli Hoeneß an.

Trotzdem war man seit dem angekündigten Vorstandswechsel von Rummenigge zu Oliver Kahn immer davon ausgegangen, dass Hoeneß seine Wiederwahl anstrebt und die Übergangszeit bis 2022 moderiert. Sowohl der Kovac-Verbleib wie auch das Kahn-Intro galten als Signale, dass er den Kraftvergleich mit Rummenigge für sich entschieden hatte. Da konnte er den Abschied seines Lieblingsspielers Franck Ribery verschmerzen.

Nun also das Aus. Niemand muss deshalb meinen, dass sein Einfluss schwindet. Erstens rückt sein Vertrauter Herbert Hainer nach. Zweitens wird ihn die Mitgliederversammlung aller Voraussicht nach zum Ehrenpräsidenten wählen, was eine Präsenz in richtungsweisenden Sitzungen erlaubt. Drittens wird sein Abgang so viele Emotionen freisetzen, dass über seine Fehler so hinweggesehen wird wie über den scheidenden Vorstandsvorsitzenden.

Bayern beenden US-Trip mit Sieg gegen Milan – Goretzka trifft

Bayern München hat seine US-Tour mit einem Sieg erfolgreich ausklingen lassen. Der deutsche Fußball-Rekordmeister setzte sich in Kansas City gegen den 18-maligen italienischen Meister AC Mailand nach einer ansprechenden Leistung mit 1:0 (1:0) durch. Nationalspieler Leon Goretzka erzielte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+3) nach Zuspiel von Joshua Kimmich den Siegtreffer.

Zuvor hatten die Münchner auf ihrer US-Tour in Houston das Prestigeduell gegen Real Madrid 3:1 (1:0) gewonnen. Zum Auftakt hatte es in Carson (Kalifornien) ein 1:2 (0:0) gegen den FC Arsenal aus der Premier League gegeben. Direkt nach dem Spiel gegen Mailand ging es für den Bayern-Tross zurück nach München.

Vor 18.496 Zuschauern im ausverkauften Children’s Mercy Park von Kansas City waren die Münchner überlegen und hätten durch Thomas Müller (71.) und David Alaba (79.) einen höheren Sieg herausschießen können. Die Italiener, die sich derzeit im Umbruch befinden, versteckten sich allerdings nicht und hatten unter anderem durch Patrick Cutrone (64.) eine gute Chance, doch der eingewechselte Sven Ulreich hielt den Bayern-Sieg fest. 

Bayerns Trainer Niko Kovac schonte einige seiner Stars. Javi Martinez, Serge Gnabry und auch Robert Lewandowski fehlten wegen muskulärer Probleme. Für Lewandowski kam Neuzugang Jann-Fiete Arp von Beginn an zum Einsatz.

Nach der Rückkehr in München am Mittwoch haben die Bayern-Spieler zwei Tage frei. Im Anschluss stehen der Audi-Cup am 30. und 31. Juli sowie das Duell um den Supercup mit Herausforderer Borussia Dortmund am 3. August auf dem Programm.

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