Medien: Sancho fliegt vor dem Topspiel aus dem BVB-Kader

Vizemeister Borussia Dortmund verzichtet im Bundesliga-Topspiel gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr/Sky) auf den englischen Jungstar Jadon Sancho. Das berichten das Fachmagazin kicker und das Nachrichtenportal t-online.de übereinstimmend. Sancho soll in der vergangenen Woche von der Länderspielreise zu spät nach Dortmund zurückgekehrt sein. Laut t-online.de wurde er auch mit einer Geldstrafe in unbekannter Höhe belegt.

Sancho (19) zählt auch in dieser Saison zu den Dortmunder Leistungsträgern. Bei sieben Liga-Einsätzen erzielte er drei Tore und bereitete sechs Treffer vor.

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“Ein Traum”: Rönnow wird Vater und glänzt im Tor

Die lautstarken Jubelgesänge waren gerade verhallt, da stürmte der eine Matchwinner auf den anderen zu. Goncalo Paciencia, zweifacher Torschütze, umarmte den unüberwindbaren Frederik Rönnow sekundenlang und gratulierte dem Schlussmann zum vielleicht besten Spiel seiner Karriere. “Das war großartig, er hat es verdient”, sagte Paciencia nach dem 3:0 (2:0) von Eintracht Frankfurt über Bayer Leverkusen: “Es war keine leichte Woche für ihn.”

Weil hinter Rönnow die emotionalsten Tage seines Lebens liegen. Noch bevor er eine Torchance nach der anderen teilweise spektakulär entschärfte, war der 27-jährige Däne zum ersten Mal Vater geworden. Am Donnerstagmorgen erblickte Söhnchen Theodor um 6.00 Uhr das Licht der Welt, Rönnow konnte vor dem 8. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht mehr mit der Mannschaft trainieren.

“Das ist emotional unheimlich schön für ihn”, sagte Trainer Adi Hütter, der Rönnow nach dem Schlusspfiff gleich zweimal umarmte: “Freddy hat uns den Sieg festgehalten.” Mit 17 Paraden gegen so treffsichere Angreifer wie Kai Havertz oder Lucas Alario.

“Das war ein großer Abend für mich und sehr wichtig für mein Selbstvertrauen”, sagte Rönnow, der momentan nur wegen der Verletzung von Stammtorhüter Kevin Trapp zum Einsatz kommt. Sollte er die am Freitag gezeigte Leistung wiederholen, wäre eine Wachablösung denkbar. Und wenn nicht? Dann erfüllte sich Rönnow mit der Geburt seines Sohnes und der vorzüglichen Vorstellung dennoch “einen Lebenstraum”.

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Paris siegt auch ohne Neymar

Titelverteidiger Paris St. Germain hat seine Spitzenposition in der französischen Ligue 1 gefestigt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel feierte auch ohne den verletzt fehlenden Superstar Neymar bei OGC Nizza einen 4:1 (2:0)-Erfolg. Angel di Maria (15./21.), der eingewechselte Kylian Mbappe (88.) und Mauro Icardi (90.+1) trafen für die Gäste.

Igniatius Ganago verkürzte zwischenzeitlich für die Gastgeber (67.), die sich durch zwei Platzverweise gegen Wylan Cyprien (74./Gelb-Rot) und Christophe Herelle (77./Rot) selbst schwächten.

Paris baute seinen Vorsprung auf Verfolger FC Nantes zumindest vorübergehend auf fünf Punkte aus. Neben Neymar musste Tuchel auch weiterhin auf die verletzten Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer verzichten.

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Paciencia-Doppelpack verhindert Bayer-Tabellenführung

Eintracht Frankfurts Top-Torjäger Goncalo Paciencia hat den Leverkusener Traum von der Tabellenführung für eine Nacht mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack zerstört. Der glänzend aufgelegte Portugiese legte mit zwei frühen Toren am Freitagabend den Grundstein zum verdienten 3:0 (2:0)-Heimsieg der Hessen. Mit einem Sieg hätte Bayer zum Auftakt des 8. Spieltags einen Riesensprung gemacht und von Platz sieben aus die gesamte Spitzengruppe überflügelt.

Dagegen hatte allem Anschein nach aber vor allem der 25-Jährige Paciencia etwas. In der Vorsaison noch im Schatten der torhungrigen “Büffelherde”, markierte er wettbewerbsübergreifend am Freitag seine Saisontore Nummer sieben und acht (4., 17./Handelfmeter) – auch, weil er von Beginn an hellwach war. Zudem traf Bas Dost (80.).

“Unsere ersten 20 Minuten waren miserabel. Grottenschlecht. Das liegt nicht an einem, sondern an uns allen. Da läufst du der Musik gleich wieder hinterher”, schimpfte Bayer-Stürmer Kevin Volland bei DAZN.

Die 50.800 Zuschauer in der Frankfurter Arena hatten gerade ihre Plätze eingenommen, als Paciencia vom ehemaligen Leverkusener Danny da Costa mit einem perfekten Steilpass auf den Weg geschickt wurde. Der Stürmer ließ sich von zwei Gegenspielern nicht aufhalten und überwand den Ex-Frankfurter Lukas Hradecky im Bayer-Tor mit etwas Glück.

Die Gäste, deren Trainer Peter Bosz im Vorfeld den möglichen Sprung auf Rang eins als “schönen Moment” bezeichnet hatte, wirkten auch nach dem frühen Schock ziemlich schläfrig. Dem aggressiven Pressing und der Dynamik der Frankfurter hatte Bayer keine effektiven Mittel entgegenzusetzen, die Zweikämpfe wurden zu lasch geführt. Sebastian Rode (7.) und Paciencia (9.) hätten noch vor dem Strafstoß erhöhen können.

Erst nach knapp 40 Minuten tauchte die Bayer-Offensive um den hoch veranlagten Nationalspieler Kai Havertz öfters im Frankfurter Strafraum auf. Die Chancen waren dann auch ähnlich gefährlich wie die nächste Gelegenheit von Paciencia (41.), die Hradecky mit der Schulter entschärfte.

Nach dem Seitenwechsel traten die Frankfurter nicht mehr ganz so giftig auf. Das Anlaufen in vorderster Reihe geschah nun mit verringerter Schlagzahl, stattdessen durfte Leverkusen bis rund 30 Meter vor dem Tor ungestört kombinieren. Vor allem durch den aktiven Flügelspieler Filip Kostic blieb die SGE aber weiterhin gefährlich.

Insgesamt glich das Abwarten aber einem Spiel mit dem Feuer. Mit einem Anschlusstreffer, dem in dieser Phase vor allem der starke Eintracht-Torhüter Frederik Rönnow im Weg stand, hätte Leverkusen garantiert noch einmal Hoffnung geschöpft. Lucas Alario (66.) konnte Rönnow aber auch aus kurzer Distanz mit einem Kopfball nicht überwinden.

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2. Liga: Nürnberg 3:4 in Aue, Fürth besiegt Dresden

Nach einem vollkommen verrückten Spiel verliert Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg in der 2. Liga den Anschluss an die Aufstiegsränge. Der Club unterlag am Freitagabend bei der Überraschungsmannschaft Erzgebirge Aue in Unterzahl 3:4 (0:0) – zwei Tore fielen in der Nachspielzeit, Nürnberg verschoss zudem mit dem Schlusspfiff einen Foulelfmeter. Der Tabellendritte Arminia Bielefeld, der am Montag (20.30 Uhr/Sky) den Hamburger SV zum Spitzenspiel empfängt, ist fünf Punkte entfernt und punktgleich mit Aue.

“Jeder, der dabei war, wird noch lange von dieser letzten halben Stunde sprechen”, sagte Nürnbergs Trainer Damir Canadi: “Wir haben nach den Gegentoren immer wieder Mentalität gezeigt und es versucht.”

Dynamo Dresden droht sogar der Sturz auf einen Abstiegsplatz. Dynamo verlor bei der SpVgg Greuther Fürth nach einer schwachen Leistung 0:2 (0:2). Fürth (14 Punkte) ist hinter Aue (18) zumindest vorübergehend Fünfter.

Nürnberg hatte vor 14.000 Zuschauern in einer ereignisarmen ersten Hälfte Pech, als Tim Handwerker mit einer verunglückten Flanke die Querlatte traf (18.). Später leitete er die Führung ein, indem er dem leichtsinnigen Tom Baumgart auf der linken Seite den Ball stibitzte. Michael Frey (51.) verwertete die anschließende Hereingabe.

Eine einzige Szene kippte das Spiel. Jan Hochscheidt schoss nach einem Solo auf das Nürnberger Tor, Asger Sörensen rettete auf der Linie mit der Hand für seinen geschlagenen Torhüter. Sörensen sah Rot, Dimitri Nazarov (62.) verwandelte den Elfmeter zum Ausgleich. Hochscheidt traf dann selbst zur Führung der Gastgeber (75.), Johannes Geis (78.) schlug mit einem abgefälschten Fernschuss zurück. 

Dann überschlugen sich die Ereignisse vollends: Marko Mihojevic (86.) traf für Aue, Geis für den Club per Foulelfmeter (90.+2). Schließlich jubelte Aue über das 4:3 – Florian Krüger hatte eingeköpft (90.+4). Dann bekam Nürnberg noch einen Foulelfmeter: Frey (90.+10) scheiterte an Torhüter Martin Männel.

Dresden hatte in Fürth viel Ballbesitz und dennoch kaum eine Chance. Daniel Keita-Ruel (8.) traf vor 9770 Zuschauern nach Videobeweis zur Fürther Führung, zunächst war fälschlicherweise Abseits angezeigt worden. Nach einem Konter erzielte Keita-Ruel auch das 2:0 (38.). Dynamo bemühte sich vergeblich um eine Wende.

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