Drama um Leroy Sané: Bayern München darf ihn nicht verpflichten

Die Situation für Leroy Sané ist dramatisch: Ob Anriss oder sogar Riss des Kreuzbands – Deutschlands hoffnungsvollstes Sturmtalent wird Monate brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen. Darf man einen so schwer verletzten Spieler verpflichten?

Die Bayern stecken in einem Dilemma. Nach allem, was man hört, wollten die Klubbosse tatsächlich über 100 Mio. Euro an den Premier-Leaugue-Klub Manchester City überweisen. Ein solches Investment ist immer auf vier, fünf Jahre ausgelegt.

Leroy Sané verletzt am Boden. Foto: Imago Images / Prime

Aber Bayern hat eigentlich nicht die Zeit, Sané monatelang in Ruhe auskurieren zu lassen. Man braucht seine Kreativität und Geschwindigkeit sofort, wie das 0:2 gegen Borussia Dortmund im Supercup gezeigt hat. Und nicht erst zur Rückrunde.

Schon bei Verteidiger Lucas Hernandez, dem teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte (80 Mio. Euro), hatte man im Frühjahr Geduld gezeigt, als das Knie einen Eingriff verlangte. Aber bei ihm bestand keine Not: Man plante eh erst im Sommer mit ihm. 

Bei Sané ist die Lage kniffliger. Denkt man langfristig, dann holt man ihn trotzdem und handelt bei Manchester City einen Rabatt aus. Dann braucht man Alternativen für die Hinrunde, die man anschließend wieder wegschicken kann. Aber das ist Flickschusterei.

So brutal es klingt: Bayern muss den Deal absagen. Das Risiko ist viel zu groß. Es rächt sich zwar, dass Bayern nicht langfristig die Nachfolger der beiden Flügelstürmer Franck Ribery und Arjen Robben geregelt hat. Aber das ist Schnee von gestern. 

Jetzt muss man pragmatisch sein. Wer zehn Tage vor Bundesliga-Start die wichtigsten Personalien nicht geregelt hat, sollte zumindest über so viel Marktkenntnis verfügen, dass andere Kandidaten bei Anruf auf der Matte stehen. Zum Beispiel Timo Werner.

Wenn Sportdirektor Hasan Salihamidzic dazu nicht in der Lage ist, hat Bayern München ein ganz anderes Problem als die freie Planstelle im Angriff. Aber eine sehr hohe zweistellige Millionensumme für einen verletzten Spieler – das wäre ein Offenbarungseid.

Beweise reichen nicht aus: Keine Vergewaltigungs-Anklage gegen Neymar

Brasiliens Justiz hat die Vergewaltigungsanzeige gegen Fußball-Superstar Neymar vorerst zu den Akten gelegt. “Wir haben uns zur Archivierung des Prozesses entschlossen, weil es keine ausreichenden Beweise gibt”, erklärte Staatsanwältin Flavia Merlini am Donnerstag (Ortszeit) in einer Pressekonferenz. Wenige Stunden später folgte die Richterin Ana Paula Gomes, in Sao Paulo für Fälle von häuslicher und familiärer Gewalt zuständig, dem Antrag.

Das Verdikt ist jedoch kein Freispruch. “Es besteht weiter die Möglichkeit, die Untersuchung neu zu eröffnen”, verkündete Merlini für den Fall neuer Beweise, bestätigte aber: “Aufgrund des vom Opfer präsentierten medizinischen Gutachtens lag unseres Erachtens nach keine Verletzung vor, die eine Vergewaltigung belegt.”

Zudem habe das vermeintliche Opfer, Najila Trindade, versprochene Beweise nicht vorgelegt. So soll die 26-Jährige die Aushändigung des angeblich per Handy aufgezeichneten Mitschnitts des erzwungenen Geschlechtsverkehrs zunächst verweigert haben. Danach seien laut Trindade die Aufnahmen bei einem Einbruch gar komplett verschwunden. Trindade hatte Ende Mai, also zwei Wochen nach einer Liebesnacht mit dem Stürmer von Paris St. Germain, in einem Luxushotel der französischen Hauptstadt Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet.

“Was hinter vier Wänden passiert, können wir unmöglich wissen. Da steht ihr Wort gegen das seinige. Und die Beweise waren für eine Anklage nicht ausreichend”, erklärte die Staatsanwältin abschließend.

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Europa League: Schürrle mit Moskau auf Play-off-Kurs

Andre Schürrle ist mit Spartak Moskau in der Qualifikation für die Fußball-Europa-League auf Play-off-Kurs. Der Weltmeister von 2014 gewann mit seinem neuen Klub das Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde beim FC Thun mit 3:2 (2:0) und hat damit für das Rückspiel in einer Woche alle Trümpfe in der Hand.

Der kurz zuvor eingewechselte Schürrle scheiterte in der 66. Minute per Foulelfmeter an Thuns Torwart Guillaume Faivre. Besser machten es Ezequiel Ponce (29.) und Selimchan Bakajew (29., 73.). Für die Schweizer trafen Nias Hefti (52.) und Simone Rapp (59.).

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Kantersieg in Vaduz: Eintracht kann für Play-offs planen

Pflicht erfüllt, auf zur nächsten Partie! Die Vielspieler von Eintracht Frankfurt haben in der Europa League einen mühelosen Etappensieg verbucht und sich schonmal für den gefährlichen Auftakt im DFB-Pokal warmgeschossen. Drei Tage vor dem Duell beim Drittligisten Waldhof Mannheim gewannen die Hessen beim FC Vaduz mit 5:0 (3:0) – der Einzug in die Play-offs ist damit praktisch sicher.

Im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde machten Filip Kostic (11./27.) und Dominik Kohr (40.) schon im ersten Durchgang alles klar für den Halbfinalisten der Vorsaison, Goncalo Paciencia (53.) und Mijat Gacinovic (63.) erhöhten nach dem Seitenwechsel. Das wohl unbedeutende Rückspiel gegen die No-Name-Truppe aus Liechtenstein, die in der 2. Schweizer Liga antritt, findet in einer Woche in Frankfurt statt. Danach wären die Play-offs (22./29. August) die letzte Hürde vor dem Minimalziel Gruppenphase.

Sofern die Frankfurter diese erreichen und auch die erste Pokalrunde schadlos überstehen, müssten sie allein bis zum Jahresende stolze 31 Pflichtspiele bestreiten. “Das ist ein straffes Programm und schon fast eine gesamte Saison”, hatte im Vorfeld Nationaltorhüter Kevin Trapp gesagt. Der 29-Jährige, der am Mittwoch zur Eintracht zurückgekehrt war, stand einen Tag später wie erwartet noch nicht im Aufgebot.

Zudem saß vor 5908 Zuschauern im Rheinpark-Stadion der kroatische Vize-Weltmeister Ante Rebic bis zur 71. Minute nur auf der Bank, an Angriffslust mangelte es dem Favoriten trotzdem nicht. Nach nur 43 Sekunden besaß Publikumsliebling Martin Hinteregger, erst in der Vorwoche fest verpflichtet, die erste Chance.

“Wir wollen von Beginn an auf Sieg spielen, das ist eine Pflichtaufgabe”, sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter vor dem Anpfiff. Nach der Führung durch Kostic, dessen Fernschuss Vaduz-Keeper Benjamin Büchel falsch einschätzte, kontrollierte Frankfurt das Geschehen weitestgehend mühelos.

Angesichts der bevorstehenden Aufgaben hätten die Gäste im zweiten Durchgang durchaus mehrere Gänge runterschalten können. Die SGE, die durch ihren furiosen Ritt ins Europa-League-Halbfinale so viele Sympathien gewonnen hatte, ging aber weiter äußerst motiviert und konzentriert zu Werke. Rebic traf kurz vor Schluss noch die Latte.

Für die Eintracht geht es bereits am Sonntag bei den bestens aufgelegten Mannheimern weiter, die Partie birgt durchaus Gefahr zu stolpern. Unterschätzen wird der Bundesligist den Außenseiter aber keinesfalls – im Vorjahr war Frankfurt schließlich als Titelverteidiger in der ersten Runde am Regionalligisten SSV Ulm gescheitert.

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23:0 – FC Bayern gewinnt Testspiel gegen Neuntligisten

Bayern München hat im letzten Vorbereitungsspiel auf die kommende Saison ein Schützenfest gefeiert. Beim neuntklassigen FC Rottach-Egern gewann der deutsche Rekordmeister vier Tage vor dem DFB-Pokalspiel bei Energie Cottbus (Montag, 20.45 Uhr/ARD und Sky) mit 23:0 (11:0). 

Die erfolgreichste Torschützen für die Münchner waren vor 2500 Zuschauern Corentin Tolisso (4 Treffer), Leon Goretzka, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Kwasi Okyere Wriedt (je 3). Der 80 Millionen Euro teure Neuzugang Lucas Hernandez kam zu seinem ersten Einsatz im Bayern-Trikot.

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