Nach Team-Quarantäne für Hertha: Geschäftsführer Schmidt warnt vor Corona-Chaos

Geschäftsführer Carsten Schmidt macht sich nach dem Corona-Schock beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hertha BSC Sorgen um die Fortsetzung der Saison. „Ich glaube, die DFL hat in den letzten Wochen schon deutliche Hinweise gegeben. Und ich mache mir schon Gedanken, dass wir in eine Situation kommen, die wir schwer beherrschen“, sagte er am Freitag. 

Am Donnerstag war Hertha als erster Bundesligist geschlossen in 14-tägige Quarantäne geschickt worden, nachdem nach Trainer Pal Dardai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Offensivspieler Dodi Lukebakio auch noch Marvin Plattenhardt positiv getestet worden war. In der Folge hatten die Berliner die Absetzung ihrer kommenden drei Bundesliga-Partien beantragt. Auch in der 2 und 3. Liga sind Mannschaften in Corona-Isolation, die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte folglich um Vorsicht geworben.

Wie DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Freitag bei Bild live bestätigte, ist die für kommenden Sonntag geplante Partie der Herthaner beim FSV Mainz 05 bereits offiziell abgesagt. Zu möglichen Terminproblemen merkte Schmidt an: „Aber wie weit das in den Mai reinragt und wir in der Bundesliga Ansetzungsprobleme bekommen – das ist Spekulation. Wir müssen allerdings anerkennen, dass die Zahlen steigen und dass der Fußball keine Ausnahme ist.“

Hertha, derzeit Tabellen-15. und punktgleich mit dem auf dem Relegationsrang liegenden Aufsteiger Arminia Bielefeld, könnte durch die Isolation seiner Mannschaft im Abstiegskampf in arge Probleme kommen. Jedoch wollte Schmidt nicht mit der Situation hadern. „Die Motivation ist maximal. Ich spüre auch so einen Spirit ‚Jetzt erst recht‘.“ Auch Sportdirektor Arne Friedrich gab sich kämpferisch: „Wir werden alles reinwerfen, um in den letzten Spielen erfolgreich zu sein und in der Liga zu bleiben.“

Während der Quarantäne sollen sich die Spieler mit Fahrrädern und Laufbändern individuell in Form halten. Zusätzlich betonte Friedrich, durch gemeinsame Videocalls die Nähe innerhalb der Mannschaft wahren zu wollen. Klar sei jedoch auch, „dass wir in diesen zwei Wochen Fitness verlieren werden“, so Friedrich: „Die Muskulatur muss sich gewöhnen an Abstoppbewegungen.“ Neben dem Training wolle Hertha laut Friedrich aus eigener Initiative „alle zwei bis drei Tage“ PCR-Tests durchführen, um den Gesundheitszustand des Teams zu überwachen.

Während Dardai, Hamzagic und Lukebakio nur leichte Symptome aufwiesen und Plattenhardt noch ohne Symptome war, sei Torhüter Rune Jarstein nach einem schwereren Verlauf wieder „auf dem Weg der Besserung“, so Friedrich. Der Norweger hatte sich Ende März mit der britischen Variante infiziert und musste laut Friedrich gar zwischenzeitlich ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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