Nach Rücktritt von Eberl: Rettig fordert ein Umdenken

Der ehemalige Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Andreas Rettig (58), hat nach dem Rücktritt von Gladbachs Manager Max Eberl ein Umdenken in der Gesellschaft gefordert. „In meinen Augen sind die Arbeitgeber verpflichtet, ihre Arbeitnehmer auch einmal in den Zwangsurlaub zu schicken. Es muss ein Umdenken erfolgen, dass Urlaube oder Auszeiten nicht als Schwäche gesehen werden. Gerne heißt es ja dann: Der brennt nicht mehr, ist faul. Dabei ist gerade das verantwortungsbewusst“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Drittligisten Viktoria Köln.

Er habe „Hochachtung für diesen Schritt“ von Eberl, so der erfahrene einstige Bundesliga-Manager: „Der Fußball ist gläsern, jeder spricht mit, hat seine Meinung. Es herrscht eine permanente psychische Belastung, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Montag bis Freitag ist ein Manager im Büro gefordert, Samstag/Sonntag ist Spielbetrieb, dann beginnt wieder die neue Woche.“

Rettig sieht allerdings einen Bewusstseinswechsel. „Zum einen findet im Manager-Bereich ein Verjüngungsprozess statt“, äußerte er, „Rudi Völler, Michael Zorc werden bald ihre Jobs beendigen. Das ist auch ein Ergebnis der Belastungen. Je älter man wird, desto weniger ist man bereit, diesen Druck aushalten zu wollen.“ 

Außerdem seien die Zeiten „der One-Man-Show im Managerbereich“ wie noch mit Uli Hoeneß, Reiner Calmund oder Rudi Assauer vorbei. „Die Verantwortung wird in vielen Vereinen auf mehrere Entscheider verteilt. Bei den Spielern gibt es die sogenannte Belastungssteuerung, in dem Bereich müssen wir auch bei Verantwortlichen umdenken“, sagte der Viktoria-Geschäftsführer.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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