„Keine Lachnummer“: Aogo verteidigt „kompetente“ HSV-Führung

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Dennis Aogo sieht trotz des erneuten Trainerwechsels beim Zweitligisten Hamburger SV keinen Grund, die Vereinsführung infrage zu stellen. „Der HSV ist keine Lachnummer. Das sind alles kompetente Leute. Was ich höre, herrscht intern viel Ruhe. Da wurde ganz viel richtig gemacht“, sagte der langjährige HSV-Spieler im Interview mit Spox und Goal.

Der Rauswurf Daniel Thiounes sei eine Konsequenz des fehlenden sportlichen Erfolges der Mannschaft, für den „letztlich die Verantwortlichen geradestehen müssen“. Die Talfahrt der Mannschaft sei „eher eine mentale Sache“ gewesen. Als Nachfolger stellten die Hanseaten die Klub-Ikone Horst Hrubesch vor.

Hrubesch, unter dem Aogo 2009 den U21-EM-Titel gewann, sei „jemand, der mit purer Leidenschaft und Motivation vorangeht. Er ist eine echte Type und ein durchweg positiver Mensch.“

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Eine Antwort auf „„Keine Lachnummer“: Aogo verteidigt „kompetente“ HSV-Führung“

  1. Dennis Aogo hat insofern recht, als daß tatsächlich intern eine für HSV-Verhältnisse eher ungewöhnliche Ruhe herrscht. Als HSV Vereinsmitglied kann ich ihn da bestätigen. Auch Versammlungen laufen, im Vergleich zur Vergangenheit, ruhig und sachlich ab. Möglicherweise hat das auch damit zu tun, daß die finanzielle Lage weit weniger angespannt ist, als oft angenommen wird und es ja kommende Saison die beste Zweite Liga aller Zeiten geben wird. (Zumindest was die Namen der Mitkonkurrenten betrifft, und wir alle hoffen noch auf einen Aufstieg von 1860 München). Aber vor allem legt sich mit der Zeit das Anspruchsdenken im Verein – die Zeiten, da man von internationaler Klasse und dergleichen rumgesponnen hat, rücken immer mehr in den Nebel der Vergangenheit. Der HSV beginnt in der Wirklichkeit anzukommen, wo andere Traditionsvereine wie Hannover 96 oder der 1.FC Nürnberg schon längst sind. Das hat als Prozeß gedauert – und es ist auch meiner Meinung nach noch immer nicht ganz vorbei. Es ist allerdings ein Prozeß, der unausweichlich ist, wenn der Verein mal irgendwann wieder aus dem Tal der Zweitklassigkeit kommen will. Dennis Aogo hat daher m.E. auch mit seiner Einschätzung recht, daß es vor allem mentale Schwächen sind, die den HSV sportliche Erfolge kosten. Die Angst vor dem erneuten Versagen, der Anspruch den „großen HSV“ wieder in die Spur bringen zu müssen, der riesige Anhang, der hohe Erwartungen hat. Die Medien, die es genüßlich transportieren. Viele Spieler kapitulieren vor der Herausforderung, spielen in entscheidenden Momenten wie gelähmt. Der HSV braucht ein neues, anderes Selbstverständnis – falls Dennis Aogo auch das meinte, würde ich mich freuen, wenn er irgendwann wieder als HSVer an Bord käme. Denn er wäre damit einer der ersten, der den HSV als Projekt versteht. Da läge ein Ansatz, der vielleicht auch andere reizen könnte. Ich wage es ja kaum zu schreiben, aber ich tue es trotzdem mal: Ralf Rangnick? Sportliche Grüße und dieses mal ein nicht neutrales NUR DER HSV!

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