Der Hamburger Weg führt in eine Sackgasse

Der HSV-Sturm kommt einfach nicht durch. Foto: Imago Images / pmk

Eigentlich ist der Hamburger Weg eine richtig gute Sache. Unter diesem Namen hat man beim Hamburger SV schon vor mehreren Jahren eine Stiftung ins Leben gerufen. Der Verein übernimmt damit gesellschaftlich Verantwortung in der Hansestadt und fördert viele wichtige Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Bedauerlich nur für die vielen HSV-Anhänger, dass die Fußball-Profiabteilung vom Hamburger Weg zurück in die Bundesliga ziemlich weit abgekommen ist. In erster Linie, weil Anspruch und Wirklichkeit viel zu selten in Einklang standen. Man predigte Demut und praktizierte Selbstüberschätzung – ein Spagat, mindestens so schmerzhaft wie der nun gerade verpasste Aufstieg.

Eine verheerende Außendarstellung, am Tag nach dem sportlichen Scheitern noch befeuert vom selbstgerechten Geschwätz von Investor Klaus-Michael Kühne. Der Milliardär beklagt sich allen Ernstes darüber, dass der Verein seinem Ansinnen nicht gefolgt sei, Trainer Hannes Wolf schon im Februar zu feuern.

Kühne könnte das freundliche Gesicht des HSV sein, wahrgenommen wird er als hässliche und vorlaute Fratze. Und so wird die Zahl derjenigen, die den Hanseaten ein Comeback in der Bundesliga wünschen, eher ab- als zunehmen.

In der kommenden Saison wird und muss sich zeigen, wohin der Hamburger Weg nun wirklich führt. Auch ein aktueller Liga-Topklub wie Borussia Dortmund ist einst nach drei Jahren Zweitklassigkeit bis ganz an die Spitze zurückgekehrt und damit ein leuchtendes Beispiel für einen gelungenen sportlichen Neustart.

Es kann aber auch ganz anders kommen. Ein Traditionsverein wie der 1. FC Kaiserslautern stieg vor sieben Jahren aus der Bundesliga ab und ist mittlerweile drittklassig. Eine solche Entwicklung an der Alster wäre dann wohl die Hamburger Sackgasse.