Flaggen-Provokation: Europa-League-Spiel in Luxemburg lange unterbrochen

Das Europa-League-Gruppenspiel zwischen dem luxemburgischen Klub F91 Düdelingen und Qarabag Agdam aus Aserbaidschan ist am Donnerstagabend beim Stand von 0:2 in der 36. Minute (Endergebnis: 1:4) zwischenzeitlich für mehr als 20 Minuten unterbrochen worden.

Zunächst flog eine Drohne wenige Meter über den Köpfen der Spieler über den Rasen. An dieser Drohne war offenbar die Flagge von Bergkarabach befestigt, die stark der Flagge Armeniens ähnelt. Darauf stürmten Qarabag-Anhänger das Spielfeld, worauf der Schiedsrichter die Partie unterbrach und die Spieler zeitweilig in die Kabine schickte.

Seit 1993 kann Qarabag Agdam infolge des Bergkarabach-Konflikts zwischen Aserbaidschan und Armenien nicht mehr in seiner Heimatstadt spielen, sondern bestreitet seine Heimpartien in der Hauptstadt Baku.

Formal gehört die Enklave zu Aserbaidschan, sie hat jedoch eine armenische Mehrheit und war in der Praxis zum größten Teil unabhängig nach dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, der 1988 begann und 1994 endete. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind allerdings unverändert angespannt und von Feindseligkeiten geprägt.

Dies ist nicht das erste Mal, dass der Konflikt Auswirkungen auf den Fußball hat. Im Mai entschloss sich der armenische Mittelfeldspieler Henrich Mchitarjan vom englischen Spitzenklub FC Arsenal, aus Sicherheitsgründen nicht am Finale der Europa League in Baku gegen den FC Chelsea teilzunehmen.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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