Fifa-Präsident Infantino hält Hof, der Kongress tanzt

Fifa-Präsident Gianni Infantino beschreitet ausgetrampelte Pfade. Foto: Imago Images / Zuma

Gianni Infantino war voll in seinem Element. Eindringlich und gestenreich sprach der Schweizer schon kurz vor seiner Wiederwahl am Mittwoch in Paris über die Kraft des Fußballs. Über die Chancen, die der Weltverband ergreifen müsse. Und über die Fortschritte, die der Weltverband seit den Korruptionsskandalen vor seiner Zeit gemacht habe. Das hörte sich alles gut an.

Noch reichen Infantinos Taten aber nicht an seine großen Worte heran. Die Fifa steckt zwar nicht mehr in der tiefen Krise, wie es nach der Implosion im Mai 2015 der Fall war, und sicherlich wurden auch gute Entscheidungen in der Infantino-Ära getroffen. Noch überwiegen aber die großen Zweifel vor allem an Infantinos oft undurchsichtigem Führungsstil, der viel zu oft an die alten Fifa-Funktionäre erinnert.

Damit die Fifa tatsächlich die Organisation wird, die sich allein “um Fußball kümmert und den Fußball entwickelt”, muss Infantino in seiner zweiten Amtszeit bis 2023 einen persönlichen Kurswechsel vollziehen. Der Schweizer gestand am Mittwoch offen “Fehler” ein – die nicht konkret zu benennen, schwächte die großen Worte wieder ab.

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