Adler: “Viele Profis sind leider zu bequem”

Der ehemalige Fußball-Nationaltorwart Rene Adler hat Einstellungsprobleme bei der heutigen Profi-Generation festgestellt. “Viele Profis sind leider zu bequem und lassen sich alles abnehmen. Aber wenn wir sehen, wie den Jugendlichen heutzutage alles abgenommen und sie zur totalen Unselbstständigkeit erzogen werden, wissen wir auch, woher es kommt”, sagte der ehemalige Leverkusener, Hamburger und Mainzer im Interview mit Spox und Goal.

Es sei ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, so der gebürtige Leipziger. Adler: “Es ist ein Fehler des Systems. Ich schreibe gerade meine Masterarbeit darüber, dass es im Jugendbereich heute gar nicht mehr in erster Linie um die Ausbildung geht, sondern das Abkassieren im Vordergrund steht.” Die jungen Spieler “werden ja eher als monetäre Assets betrachtet und nicht als Spieler, die zu Persönlichkeiten entwickelt werden sollten. Dabei wissen wir, dass Leistung durch Umfelder entsteht”. 

Es sei kein Zufall, dass Freiburg einen Spieler nach dem anderen hervorbringe. Oder dass Bilbao sich selbst freiwillig geografisch begrenze und damit Erfolg habe. “Andere Vereine haben sicher junge Spieler, die nicht schlechter sind als die jungen in Freiburg, aber sie bekommen keine Chance zu spielen und müssen dann nach Belgien oder Holland gehen. Das spielt alles zusammen. Umso dankbarer bin ich, wie es für mich bislang gelaufen ist.”

Er selbst ist vorsichtig, was seine persönliche Zukunft anbelangt. “Wenn ich etwas im Fußball gelernt habe, dann ist es, dass es keinen Sinn ergibt, viele Jahre nach vorne zu schauen”, betonte Adler, “ich habe mir vorgenommen, nach meiner Karriere zwei Jahre bis 2021 in meine Weiterentwicklung zu investieren.” 

Das mache er, “durch meine Beteiligungen und auch durch das UEFA-Management-Studium, das ich absolviere. Das Ziel des Studiums ist es, ehemalige Nationalspieler im Fußball-Business zu behalten, aber ich kann momentan noch nicht sagen, ob das bei mir gelingen wird”. 

Er sei sein ganzes Leben lang fremdbestimmt gewesen, “sodass ich es seit meinem Karriereende richtig genieße, selbstbestimmt leben und einfach schauen zu können, welches Setup mir am besten gefällt”. Die unternehmerischen Tätigkeiten machen ihm “großen Spaß, gerade auch der Sales-Aspekt”.

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Nach Olmo wird auch Leipzigs Laimer Common-Goal-Mitglied

Mit Bundesliga-Profi Konrad Laimer von RB Leipzig unterstützt ein weiterer prominenter Name die gemeinnützige Organisation Common Goal. Nach seinem spanischen Teamkollegen Dani Olmo und Trainer Julian Nagelsmann ist Laimer der nächste Leipziger, der sich der Initiative anschließt und künftig auf mindestens ein Prozent seines Gehaltes verzichtet.

“Ich hatte schon seit einiger Zeit nach einer passenden Möglichkeit gesucht, mich zu engagieren”, sagte der 23-jährige Österreicher in einer Mitteilung von Common Goal. Mittlerweile nehmen insgesamt über 160 männliche und weibliche Fußballprofis und -trainer an dem vom spanischen Welt- und Europameister Juan Mata gegründeten Projekt Teil. Darunter befinden sich unter anderem Serge Gnabry (Bayern München), Mats Hummels (Borussia Dortmund) und Jürgen Klopp (FC Liverpool).

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Zuschauer-Rückkehr: Söder fordert einheitliches Vorgehen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert ein einheitliches Vorgehen der Fußball-Vereine bei der Wiederzulassung von Zuschauern. “Unabhängig vom regionalen Infektionsgeschehen braucht es für die Bundesliga einheitliche Regeln. Ein Verein mit Fans, die anderen ohne – das kann weder im Sinn der Liga noch des Sports sein”, sagte Söder im Interview mit der Passauer Neuen Presse. 

Zuletzt hatte RB Leipzig angekündigt, mit Erlaubnis des lokalen Gesundheitsamtes zu seinen Heimspielen 8500 Zuschauer zuzulassen. Söder fürchtet dadurch Wettbewerbsverzerrungen. Ohnehin sei es ein “schlechtes Signal”, angesichts steigender Corona-Fallzahlen in Deutschland überhaupt wieder Spiele vor Fans zu erlauben. 

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Brasiliens Verband gleicht Bezahlung von Frauen und Männern an

Der brasilianische Fußballverband (CBF) geht einen großen Schritt Richtung Gleichberechtigung von Männern und Frauen und gleicht die Bezahlung bei beiden Nationalteams an. Spielerinnen und Spieler würden fortan bei Spesen und Prämien dieselben Beträge erhalten, teilte der Verband am Mittwoch mit. Bislang hatte es zwischen den Summen große Unterschiede gegeben, Männer erhielten deutlich mehr als die Frauen. 

Von einer Angleichung der Gelder ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) noch weit entfernt. Bei der WM 2018 hätten die Spieler von Bundestrainer Joachim Löw beim Titelgewinn jeweils 350.000 Euro kassiert, für die Frauen wären bei der WM 2019 im Erfolgsfall 75.000 Euro pro Spielerin ausgezahlt worden.

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Berlusconi mit Coronavirus infiziert

Silvio Berlusconi, früherer italienischer Ministerpräsident und langjähriger Eigentümer des Fußball-Spitzenklubs AC Mailand, ist mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte sein Arzt am Mittwoch. Berlusconi (83), derzeit Besitzer des Zweitligisten Monza Calcio, sei symptomfrei und befinde sich in Quarantäne.

Vermutlich hat sich Berlusconi während eines Sardinien-Aufenthalts angesteckt. Italien zählt mit mehr als 35.000 Todesfällen zu den am stärksten von der Pandemie getroffenen Ländern weltweit. 

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