Draxler über Erwartungsdruck: „Mein Papa hatte einen Riesenhals“

Nationalspieler Julian Draxler von Paris St. Germain spricht ungewöhnlich offen über den Druck im Profi-Fußball und die Erwartungshaltung seines strengen Vaters. „Schalke 04 war für mich kein Arbeitgeber wie jeder andere. Es waren viele Augen auf mich gerichtet. Wenn wir verloren haben, musste ich mir nicht nur von den Fans anhören, dass ich scheiße bin, sondern auch von meinen Nachbarn, meiner Familie und den Freunden meiner Familie“, sagte Draxler im Interview mit Spox und DAZN.

Der 26-Jährige berichtet über einen Geburtstag seines Onkels: „Da saß dann jemand, der immer in der Nordkurve steht und mir plötzlich – auf gut Deutsch gesagt – erzählte, was für ein Arschloch ich doch bin. (…) Den Menschen ist in dem Moment egal, ob du erst 19 oder 20 Jahre alt bist und noch in der Entwicklungsphase steckst.“

Sein Vater habe zudem hohen Druck auf ihn ausgeübt. „Wenn wir am Samstag verloren oder ich schlecht gespielt hatte, war das Wochenende für die gesamte Familie gelaufen, weil mein Papa einen Riesenhals hatte“, sagte er. „Da war er schon richtig sauer und sehr, sehr kritisch.“ Dennoch sei er heute dankbar für die Strenge.

Selbstkritisch merkte Draxler an, er habe sich nach seinem schnellen Aufstieg hängenlassen. „Es gab bei mir ein halbes Jahr, in dem ich ein bisschen weniger trainiert und auch mal gesagt habe: Es ist ja nur Training“, sagte er. Allerdings habe er schnell verstanden: „Im bezahlten Fußball fressen sie dich mit Haut und Haaren auf, wenn du nicht voll da bist.“

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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