Die DFB-Auswahl im SID-Teamcheck

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in München gegen Frankreich in die EM. Doch ist die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw auch bereit für das Duell mit dem Weltmeister? – Der SID-Teamcheck:

TOR

Manuel Neuer ist in Topform. „Ich habe das Gefühl, er wird noch besser und noch besser“, sagte Bundestrainer Joachim Löw, der den Münchner als „vorbildlichen Kapitän“ und „große Respektsperson in der Mannschaft“ würdigte. Ob Verteidiger Mats Hummels oder Stürmer Timo Werner – sie alle sehen Neuer als „absolut besten Torwart der Welt“. Auf ihn wird gegen Kylian Mbappe und Co. viel Arbeit zukommen. Doch auch für die französischen Stars ist die deutsche Nummer eins eine Herausforderung. „Wenn man vor ihm steht, seine Persönlichkeit und seine Aura – das ist schon beeindruckend“, sagte Werner. – EM-Tauglichkeit: 100 Prozent

ABWEHR

Matthias Ginter, Mats Hummels, Antonio Rüdiger – auf die Dreierkette kommt es an. Rüdiger hat seine Teamkollegen schon eingeschworen. „Wir müssen eklig sein. Nicht immer nur lieb, lieb, lieb und schön, schön, schön. Da muss man auch mal früh ein Zeichen setzen“, sagte der Champions-League-Sieger. Es mangelt dem Trio aber an Eingespieltheit. Die EM-Generalprobe gegen Lettland (7:1) lieferte keine Anhaltspunkte darüber, ob die von Bundestrainer Joachim Löw geforderte Kompaktheit wirklich schon vorhanden ist. Die französische Offensive, sagte Hummels, „ist eine der besten der Welt“. Seine Erkenntnis: „Die schlägt man nur im Mannschaftsverbund.“ – EM-Tauglichkeit: 70 Prozent

MITTELFELD

Durch die Dreierkette haben die Außen Joshua Kimmich und Robin Gosens mehr Freiheiten im Offensivspiel. Kimmich spielt zwar lieber im Zentrum, akzeptiert seine Rolle im Sinne des Teams aber klaglos. Im Zentrum bietet Löw in Ilkay Gündogan und Toni Kroos zwei Spieler auf, die auf internationalem Top-Niveau agieren, doch es bestehen Restzweifel an ihren defensiven Fähigkeiten. „Wir dürfen so wenig wie möglich den Ball verlieren, sonst spielst du dem Gegner in die Karten“, sagte Kroos. Doch nicht nur der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts befürchtet, dass die DFB-Auswahl in dieser Formation von den Franzosen „überrannt wird“. – EM-Tauglichkeit: 65 Prozent

ANGRIFF

Ob Kai Havertz, Thomas Müller oder Serge Gnabry – jeder aus dem Trio traf gegen Lettland und holte sich damit noch einmal ein gutes Gefühl für den Turnierstart. Timo Werner und Leroy Sane heizen zudem den Konkurrenzkampf an. Müller spielt seit anderthalb Jahren auf höchstem Niveau. „Er kann die Jungen da vorne führen“, glaubt Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Havertz tankte durch sein Siegtor im Champions-League-Finale gehörig Selbstvertrauen. Gnabry hat allerdings nicht die beste Saison hinter sich. Löw beklagte zudem in einigen Spielen die „mangelnde Kaltschnäuzigkeit“ vor dem Tor. – EM-Tauglichkeit: 75 Prozent

TRAINER

Für Löw ist es die letzte Mission vor seinem Abschied nach dem Turnier – und der 61-Jährige ist wild entschlossen, sie mit dem dritten Titel nach dem WM-Triumph 2014 und dem Confed-Cup-Sieg 2017 zu krönen. Er verspüre „sehr viel Energie“, sagte Löw und strahlte dies auch auf seine Spieler aus. Um seinem Motto gerecht zu werden, dem Erfolg „alles“ unterzuordnen, scheut er auch nicht vor vermeintlich unpopulären Maßnahmen zurück. Doch die Zeit zur Vorbereitung war kurz, und die Zweifel nach den jüngsten Rückschlägen sind (noch) nicht verflogen. Das große Plus: Die Spieler, betonte Neuer, wollen dem Chef einen „goldenen Abschied“ schenken. – EM-Tauglichkeit: 75 Prozent

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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