Der zweite Anzug zwickt noch: DFB-Frauen mit enttäuschender Nullnummer in die Sommerpause

Der zweite Anzug zwickt noch an vielen Stellen, das letzte Aufgebot der DFB-Frauen hat sich mit einem enttäuschenden Remis in die Sommerpause verabschiedet. Im letzten Testspiel der Saison musste sich die stark ersatzgeschwächte und unerfahrene Nationalmannschaft in Offenbach mit einem 0:0 gegen Olympia-Teilnehmer Chile begnügen. Ohne zahlreiche Stammkräfte war es für Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf dem Weg zur EM 2022 nur ein Muster mit sehr überschaubarem Wert.

Von Voss-Tecklenburg war Improvisation gefragt, sie schickte eine Startelf mit gerade einmal 10,3 Länderspielen im Schnitt aufs Feld. Im Vergleich zum 0:1 in Frankreich am vergangenen Donnerstag gab es acht Änderungen. Dies resultierte (verständlicherweise) in Abstimmungsproblemen und fehlendem Rhythmus. Bei viel Ballbesitz, aber wenig Präzision und vielen Fehlpässen sprangen so kaum Chancen heraus.

Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte sich die schwarzen EURO-Trikots der männlichen Kollegen ausgeborgt, um für deren EM-Auftakt am Abend in München noch einen kleinen “Motivationskick” zu schicken, wie Angreiferin Tabea Waßmuth sagte. Trotz einer ellenlangen Liste prominenter Ausfälle wie Alexandra Popp, Dzsenifer Marozsan, Melanie Leupolz, Sara Däbritz, Svenja Huth und Lena Oberdorf wollten die Mädels “Jogis Jungs” einen Sieg vorlegen.

Die Chileninnen, die sich derzeit in Europa auf die olympischen Sommerspiele in Tokio vorbereiten, stellten die DFB-Auswahl vor knapp 500 Zuschauern jedoch zunächst vor große Probleme und störten früh. Je länger die Partie dauerte, desto mehr Kontrolle erlangte die deutsche Elf. Über die Flügel ging es immer wieder mal gefällig nach vorn, Torchancen blieben aber Mangelware. 

Die größte Möglichkeit der ersten Hälfte vergab Lena Lattwein (43.), die den Ball aus kurzer Distanz unsauber traf. Dies bestrafte Karen Araya (45.+1) beinahe, als sie nach Abstimmungsproblemen frei zum Schuss kam.

Nach weiteren Wechseln und Umstellungen in der Halbzeitpause kam der zweimaligen Welt- und achtmalige Europameister nur etwas verbessert zurück aufs Feld. Waßmuth (50.) hatte die dicke Chance zur Führung, doch Weltklasse-Torfrau Christiane Endler (Paris St. Germain) parierte glänzend. Die Deutschen blieben das bestimmende Team, fanden mit schwindenden Kräften und zunehmenden technischen Fehlern aber weiter kaum Lücken gegen den tiefstehenden Weltranglisten-37.

Ernst wird es für die DFB-Frauen wieder am 18. September. Dann steht das erste Heimspiel in der Qualifikation für die WM 2023 gegen Bulgarien auf dem Programm, drei Tage später geht’s gegen Serbien.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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