Das SID-Kalenderblatt am 2. April 2020: Einweihung des Westfalenstadions

Der WDR zeigt sich durchaus nachsichtig. “Dortmund war allerdings geschwächt durch einige Abstellungen für die Bundeswehrauswahl”, vermerkt der Reporter im Spielbericht beim Stande von 0:2. Das erklärt natürlich einiges. 

Das Dortmunder Westfalenstadion war am 2. April 1974 unter Flutlicht, das kurz mal ausfiel, feierlich eröffnet worden – wie es sich gehört, mit einem Derby gegen Schalke 04. Und mit einem 0:3, bei dem sich “Schalke in der letzten halben Stunde nicht mehr anstrengen musste” (WDR).

Zäune direkt am Spielfeldrand, Werbung für “Sinalco-Kola” hinter den Toren, dazu 50.000 Zuschauer in anfangs vornehmer Zurückhaltung, das war damals der Rahmen. Vom neuen “Fußball-Heiligtum” war 1974 allerdings bereits die Rede, von einem wahren Schnäppchen, das in seiner Palettenfertigbauweise nur 31,7 Millionen Mark kostete. Die Stadt Dortmund trug davon sechs Millionen.

Doch wer schoss das erste Tor im Westfalenstadion? War es Klaus Fichtel, Erwin Kremers, Rolf Rüssmann gar? Nein – es war: Margarethe Schäferhoff. Denn im Vorfeld des Benefizspiels zwischen BVB und S04 war zur allgemeinen Unterhaltung ein Damenspiel angesetzt: TBV Mengede 08 gegen den VfB Waltrop (1:2). Margarethe Schäferhoff traf um 18.18 Uhr.

So war es damals. Heute heißt das mehrfach ausgebaute Stadion-Schmuckstück an der Strobelallee längst Signal Iduna Park und beherbergt die größte reine Stehtribüne der Welt. Viele halten es für den wahren Tempel des Fußballs, zumindest mal in Deutschland. Die Choreographien sind berühmt.

Die hartgesottenen BVB-Fans allerdings akzeptieren die Versicherung als Namensgeber nicht. Sie bringen zu jedem Heimspiel auch heute noch ein Banner mit, auf dem in riesigen Lettern geschrieben steht: “Herzlich willkommen im WESTFALENSTADION Dortmund”. Für immer und ewig. 

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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