Das SID-Kalenderblatt am 18. Juni: Hannelore Ratzeburg wird geboren

Kaum war das Verbot für den Frauenfußball 1970 in Deutschland aufgehoben, wagten sich Hannelore Ratzeburg und ein paar Mitstreiterinnen trotz der noch klar vorherrschenden Rollenverteilung an die “neue” Sportart. “Ich habe dann mein Herz an den Fußball verloren”, sagt die gebürtige Hamburgerin über ihre Anfänge. Heute gilt Ratzeburg als Pionierin des deutschen Frauenfußballs und ist seit mehreren Jahrzehnten auf Funktionärsebene im Deutschen Fußball-Bund (DFB) aktiv. Am Freitag wird sie 70 Jahre alt.

Dass sich aus der anfänglichen Idee eine lange und beeindruckende Karriere auf Verbandsebene entwickeln würde, ahnte Anfang der 70er Jahre wohl niemand. Die gelernte Sozial-Pädagogin trat selbst von 1971 bis 1983 gegen den Ball, machte einen Schiedsrichterausweis und war schon ganz früh Trainerin. Doch viel größer sind ihre Erfolge auf struktureller Ebene und das trotz anfangs teils großer Widerstände. So ist es ihr mit zu verdanken, dass es heute eine Frauen-Nationalmannschaft und eine Frauen-Bundesliga gibt.

Für ihre Arbeit erhielt Ratzeburg, die seit Oktober 2007 DFB-Vizepräsidentin ist und dort den Bereich für Gleichstellung, Frauen- und Mädchenfußball des DFB-Präsidiums verantwortet, unter anderem das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Doch ganz zufrieden ist Ratzeburg auch nach rund 50 Jahren im Fußballbusiness noch nicht. “Es hat sich viel getan in den fünf Jahrzehnten”, sagte sie dem NDR im vergangenen Jahr: “Aber wir können und wollen noch mehr.”

Gerade auf struktureller Ebene kann laut Ratzeburg noch etwas unternommen werden. “Der DFB hat ein Problem damit, Positionen mit Frauen zu besetzen. Wir brauchen Vorbilder, auch auf der Funktionärsebene”, sagte sie zuletzt dem Deutschlandfunk.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

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