Jürgen Klopp in der Champions League: Wettquoten sprechen für FC Liverpool

Jürgen Klopp wirkt beim Trainer des FC Liverpool sehr gelassen. Foto: Imago Images / Action Plus

Die Chance ist größer denn je, das weiß auch Jürgen Klopp. “Das ist die beste Mannschaft, mit der ich je in einem Finale stand”, schwärmte der Teammanager des FC Liverpool vor seinem nächsten Angriff auf den größten Titel im europäischen Vereinsfußball. Druck, Angst, Nervosität – davon ist beim 51-Jährigen vor dem Endspiel der Champions League nichts zu spüren. Der charismatische Trainer gibt sich cool.

Dabei sind sich die Buchmacher einig: Das Finale am Samstag gewinnt der FC Liverpool gegen Tottenham Hotspur. Holt er nach sechs verlorenen Endspiel den Henkeltopf am Samstag in Madrid , zahlt zum Beispiel Bwin bei einem Sieg das 1,91-Fache des Einsatzes zurück. Bei Tottenham gibt es das 4,1-Fache.

Fällt die Entscheidung erst nach einem Elfmeter-Krimi, dürfen sich Wettfans über das 10,00-Fache im Fall eines Liverpooler Triumphs freuen. Behält Tottenham die Oberhand, zahlt Bwin das 11,00-Fache zurück.

Wer gewinnt die Champions League?

FC Liverpool (1.53)

Tottenham Hotspur (2.50)

Wie wird das Finale entschieden?

Tottenham gewinnt in der regulären Spielzeit (4.10)

Tottenham gewinnt in der Verlängerung (15.00)

Tottenham gewinnt Elfmeterschießen (11.00)

Liverpool gewinnt in der regulären Spielzeit (1.91)

Liverpool gewinnt in der Verlängerung (9.50)

Liverpool gewinnt Elfmeterschießen (10.00)

Erster Torschütze

Mo Salah, Liverpool (5.00)

Sadio Mané, Liverpool (5.50)

Harry Kane, Tottenham (6.00)

Divock Origi, Liverpool (6.00)

“Der Druck wäre für mich riesengroß, wenn es mir wichtig wäre, wie die Öffentlichkeit mich wahrnimmt”, sagte Klopp wenige Tage vor dem Königsklassen-Showdown gegen Tottenham Hotspur im DAZN-Interview. Ob die Leute ihn “Champions-League-Gewinner” nennen würden, das “könnte mir nicht egaler sein”. 

Champions League: Klopp trotzt seiner Vergangenheit

Angesichts von sechs aufeinanderfolgenden Niederlagen in den vergangenen großen Finals (davon drei auf europäischer Ebene) ist das durchaus bemerkenswert. Doch Klopp wiederholt es derart häufig, dass er glaubwürdig wirkt. “Ich will das unbedingt, aber nicht für mich. Sondern für meine Spieler und diesen großen Klub”, sagte er, “es würde mich schon glücklich machen, wenn wir das schaffen würden.”

Die Vorbereitung auf das mit Spannung erwartete Duell am Samstag im Wanda Metropolitano in Madrid war entsprechend umfangreich – auch wegen des ungewöhnlichen Spielkalenders. Drei Wochen hatten Klopp und sein Team die Möglichkeit, sich auf den Premier-League-Rivalen aus dem Londoner Norden einzustellen. Im vergangenen Jahr gegen Real Madrid waren es nur zwei Wochen gewesen, als er mit Borussia Dortmund gegen die Bayern um den Henkelpott kämpfte, lediglich sieben Tage.

Fünf Tage frei – wegen der Champions League

“Lieber drei Wochen als drei Tage”, sagte Klopp flapsig. Er gab seinem Team nach dem verpassten Meistertitel in der Liga fünf Tage frei, “um nichts mit Fußballtraining” zu machen. Dann traf sich die Mannschaft am Melwood Trainingscenter wieder und flog in die Sonne. Im Marbella Football Center an der spanischen Südküste, wo sich die Reds schon vor dem vergangenen Endspiel in Kiew gegen die Königlichen vorbereitet hatten, schuftete sie für sieben Tage, ehe es zurück an die Merseyside ging. 

Die lange Pause tat vor allem Finaldebütant Tottenham gut, bei dem sich einige verletzte Spieler wieder auf dem Weg der Besserung befinden – allen voran Superstar Harry Kane. Der 25-Jährige meldete sich nach seiner wochenlangen Pause in Folge einer Knöchelverletzung “fit und bereit” für die Partie am Samstag. Liverpool dürfte wieder auf Roberto Firmino, den drittbesten Scorer des Klopp-Teams, zurückgreifen können. Damit stehen anders als im vergangenen Jahr nahezu alle wesentlichen Leistungsträger bereit.

Champions League – der erste wichtige Titel seit 2005

Das erkennt auch Klopp. “Wir sind dieses Jahr eine andere Mannschaft”, sagte “The Normal One” aber nicht nur aufgrund der verbesserten personellen Lage. Auch in puncto Mentalität und Erfahrung spürt der Coach gewaltige Fortschritte. Seine Jungs hätten gelernt aus der bitteren Niederlage aus dem Vorjahr. “Wir haben uns als Spieler und Persönlichkeiten weiterentwickelt”, sagte Innenverteidiger Virgil van Dijk. Klopp pflichtete ihm bei: “Es war der Kickstart für die Entwicklung dieses Teams.”

Sein Team, das zuletzt wohl selten eine bessere Möglichkeit hatte, wieder einen Titel an die Anfield Road zu holen.