Neuer BVB-Vertrag: Warum ist Mario Götze so undankbar?

Mario Götzes Arbeitsvertrag bei Borussia Dortmund läuft in einem Jahr aus. Der Verein hat zu erkennen gegeben, dass man die Zusammenarbeit mit dem WM-Helden von 2014 fortsetzen und den Vertrag verlängern möchte. Der Handlungsdruck ist enorm.

So fing die Beziehung vor zehn Jahren an: Mario Götze, gerade als bester Nachwuchsmann ausgezeichnet, mit BVB-Boss Watzke. Foto: Imago Images / Defodi

Wird der Arbeitsvertrag in absehbarer Zeit nicht verlängert, darf Mario Götze am Saisonende Borussia Dortmund ablösefrei verlassen. Die Scheidung täte weh: Die Investition von 60 Mio. Euro in vier Jahren (Ablöse und Gehalt) wäre ohne Entschädigung futsch.

Götze weiß das. Mit Interviews bringt er sich längst in Stellung: “Ich gehe jetzt in meine zehnte Bundesliga-Saison – da ist es logisch, dass das Ausland in den Überlegungen auch mal eine Rolle steht”, ließ er die Öffentlichkeit gestern zum zweiten Mal wissen.

Übersetzt heißt das: Mit der angeblichen Gehaltskürzung von zehn auf acht Millionen Euro im Jahr bin ich nicht einverstanden – legt was drauf, sonst bin ich weg. Wie ernst der 27-Jährige seine Andeutungen Richtung Ausland meint, ist nicht herauszulesen. 

Echte Liebe? Fall Götze hat ein Geschmäckle

Was man aber sagen kann: Besser als an Götze kann man die mangelhafte Dankbarkeit von Profispielern in der modernen Fußballwelt nicht illustrieren. Das Vereinsmotto “Echte Liebe” bekommt in solchen Momenten ein Geschmäckle.

Mario Götze stand 2016 beim FC Bayern auf dem Abstellgleis, als ihn BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit einer geschickten Verhandlungstaktik zurück nach Dortmund holte und alle Grundsätze über Bord warf.

Watzke verdrängte einfach, dass Götze drei Jahre zuvor eine Ausstiegsklausel genutzt hatte, um über Nacht zu den Bayern zu verschwinden. Die Nachricht kam damals ausgerechnet vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid heraus.

Der Verein tat alles, damit der Anhang die Rückkehr nicht mit verschränkten Armen oder sogar Hassparolen quittierte. Mangelhaften Leistungen zu Beginn und die Zwangspause wegen einer Stoffwechselerkrankungen schwächten den Glauben an Götze nicht.

Im dritten Jahr, unter dem zunächst skeptischen Trainer Lucien Favre, floss die Rendite: Sieben Tore und sieben Torvorlagen sind eine stattliche Bilanz für 26 Bundesliga-Spiele. Die gute Statistik und die noch bessere Fitness traten rechtzeitig zu den Verhandlungen ein.

Nun beginnt das Pokerspiel. Die Prognose ist: Götze bleibt – und bekommt seinen erhofften Gehaltszuschlag. Watzke erwartet keine Dankbarkeit in diesem Geschäft. Von außen betrachtet, darf man das Verhalten des Mittelfeldspielers aber ziemlich mies finden.

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