So rüstet Borussia Dortmund gegen Bayern auf

Nico Schulz, Thorgan Hazard und Julian Brandt (von links). Fotos: Imago Images

Thorgan Hazard plauderte nach dem Saisonfinale intensiv mit Axel Witsel. Der Belgier von Borussia Mönchengladbach dürfte sich dabei bei seinem Landsmann schon einmal über die Vorzüge von Borussia Dortmund informiert haben. Dass der Offensivspieler zum Vizemeister wechseln wird, ist sicher. Hazard soll beim Angriff auf Dauermeister Bayern München aber nicht die einzige Verstärkung bleiben. Während Marco Reus und Co. die verpasste Titelchance im Urlaub verarbeiten, geht für die BVB-Verantwortlichen die Arbeit richtig los.

“Die Saison ist eine Verpflichtung und Motivation, im nächsten Jahr wieder anzugreifen und eine noch bessere Mannschaft aufzustellen”, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Offensivspieler Hazard wird für rund 30 Millionen Euro zum achtmaligen deutschen Meister wechseln. Mit Gladbach sind nur Details zu klären. Man werde aber “die letzten kleinen Kieselsteine aus dem Weg räumen”, bestätigte der Gladbacher Sportdirektor Max Eberl.

Die Verpflichtung von Nationalspieler Nico Schulz steht ebenfalls kurz bevor. Für den Linksverteidiger muss der BVB rund 25 Millionen an die TSG Hoffenheim überweisen. Zum Königstransfer könnte aber Julian Brandt avancieren. Der Nationalspieler besitzt bei Bayer Leverkusen eine Ausstiegsklausel über 25 Millionen Euro. 

Der flexibel einsetzbare Offensivspieler würde sehr gut ins System von Trainer Lucien Favre passen. Der BVB wollte diese Personalie aber (noch) nicht kommentieren; auch Brandt vermied zuletzt Aussagen über seine Zukunft. Der Wechsel könnte in den nächsten Tagen verkündet werden.

Welche Korrekturen am Kader noch vorgenommen werden müssen, werden Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Zorc, Lizenzspieler-Abteilungsleiter Sebastian Kehl, Favre und Berater Matthias Sammer bei ihrer abschließenden Saisonanalyse am Dienstag klären. Einen großen Umbruch wird es aber nicht geben. Kehl bescheinigt der Mannschaft “großes Potenzial“. Borussia Dortmund sei ein Verein, “der Titel gewinnen kann”.

Dafür muss aber am Defensivverhalten gearbeitet werden. 44 Gegentore in der abgelaufenen Saison waren einfach zu viel. “Wir haben dieses Jahr einen großen Schritt gemacht. Wir haben uns spielerisch weiterentwickelt. Wir haben aber zu viele Gegentore bekommen”, sagte Kapitän Reus.

Einige Spieler werden den BVB aber auch verlassen. Die ausgeliehenen Sebastian Rode, Andre Schürrle, Shinji Kagawa, Jeremy Toljan und Alexander Isak kehren zwar im Sommer zurück, es ist aber allenfalls eine Weiterbeschäftigung von Toljan und Isak vorstellbar. An Maximilian Philipp zeigte zuletzt der VfB Stuttgart Interesse. Die Zukunft von Ex-Kapitän Marcel Schmelzer, der unter Favre in der Rückrunde keine Rolle mehr spielte, ist offen.