Dreyer würdigt Eckel: „Vorbild einer ganzen Nation“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat den verstorbenen 1954er-Weltmeister Horst Eckel aufgrund seiner „Natürlichkeit und Teambereitschaft“ als „Vorbild einer ganzen Nation“ gewürdigt. „Mit seiner außerordentlichen Spielfreude und Einsatzbereitschaft begeisterte er Massen. Zu Recht lässt sich sagen, dass Horst Eckel im nachkriegsversehrten Deutschland Hoffnung und Zuversicht verkörperte“, erklärte Dreyer am Freitag in einer Mitteilung.

„Die sportlichen Erfolge seiner Mannschaft verhalfen unserem Land nach schweren Zeiten wieder zu internationalem Ansehen“, führte die SPD-Politikerin aus. „Die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer waren immer stolz darauf, dass seine internationale Karriere hier ihren Anfang genommen und er Rheinland-Pfalz stets die Treue gehalten hat.“

Trotz seiner Berühmtheit habe Eckel nie seine Bodenständigkeit verloren. Dreyer sprach Eckels Familie im Namen des Landes Rheinland-Pfalz ihr Beileid aus und betonte, dass das Land ihm ein ehrendes Andenken bewahren werde.

Eckel verstarb am Freitag im Alter von 89 Jahren. Die Ikone des 1. FC Kaiserslautern war der zuletzt einzige noch lebende Weltmeister der legendären Mannschaft, die 1954 in Bern den ersten WM-Titel für Deutschland errungen hatte.

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Hertha und Union künftig vor 5000 Zuschauern

Die Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und Union Berlin dürfen bald nur noch vor maximal 5000 Zuschauern spielen. Dies teilte Michael Müller, der Regierende Bürgermeister Berlins, nach einer Sondersitzung des Senats am Freitag mit. Demnach sind ab kommendem Mittwoch bei Veranstaltungen im Freien nur noch 5000 und in der Halle 2500 Zuschauer erlaubt. Das Heimspiel von Union gegen RB Leipzig am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) ist davon noch nicht betroffen.

Der Bund-Länder-Gipfel hatte am Donnerstag beschlossen, dass künftig höchstens 15.000 Zuschauer und eine Auslastung von maximal 50 Prozent erlaubt sind. Die Bundesländer können jedoch striktere Maßnahmen verhängen. Erstmals greift die neue Regel im Olympiastadion beim Conference-League-Heimspiel von Union gegen Slavia Prag am 9. Dezember, zwei Tage später empfängt Hertha in der Liga Arminia Bielefeld.

Hertha reagierte auf die Entscheidung mit Kritik. So sei bei 15.000 Zuschauern im knapp 75.000 Menschen fassenden Olympiastadion „unter 2G-Bedingungen inklusive Maskenpflicht das Infektionsrisiko auch mit Blick auf die Anreisesituation nahezu ausgeschlossen“. Die Reduzierung auf 5000 bezeichnete der Klub als „eine wenig maßvolle Entscheidung“ und „nicht nachvollziehbar“.

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Seeler trauert um Eckel: „Ein echt guter Typ“

Uwe Seeler hat der Tod des 1954er-Weltmeisters Horst Eckel hart getroffen. „Das tut mir wirklich sehr leid. Wir haben bis zuletzt oft auf Veranstaltungen Zeit zusammen verbracht, durch die Pandemie leider in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr“, sagte der langjährige Fußball-Nationalspieler dem SID am Freitag: „Er war immer sehr kameradschaftlich und menschlich einfach ein echt guter Typ mit Herz.“

Bei der WM 1958 hatten Seeler (85) und Eckel (verstorben am Freitag mit 89) zusammen für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Platz gestanden, sie scheiterten im Halbfinale (1:3) gemeinsam an Schweden. „Er war immer ein guter Kollege“, erinnerte sich Seeler, „uns verband das Bodenständige. Er war ein sehr offensiver Spieler, das war immer sehr angenehm, mit ihm zu spielen. Wir haben sehr viel gemeinsam gemacht, auch außerhalb der Lehrgänge, privat.“ 

Einig, sagte Seeler, waren sich die beiden auch in ihrer Einstellung auf dem Platz: „Wir haben immer unser Bestes gegeben – manchmal hat’s gereicht, manchmal nicht.“

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Flick: Eckels „Warmherzigkeit war ansteckend“

Bundestrainer Hansi Flick gedenkt des verstorbenen 1954er-Weltmeisters Horst Eckel mit emotionalen Worten. „Den Fußballer Horst Eckel habe ich leider nie live spielen sehen dürfen, der Mensch war in jeder Hinsicht ein Vorbild für mich“, sagte Flick bei dfb.de: „Seine Warmherzigkeit war ansteckend, sein soziales Engagement außergewöhnlich. Er wird mir persönlich und dem gesamten deutschen Fußball sehr fehlen.“

Eckel war am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. „Die Weltmeister von 1954 sind sportlich und nicht zuletzt aufgrund der historischen Umstände für die Geschichte der Nationalmannschaft von überragender Bedeutung“, sagte Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff: „Horst Eckel stand sinnbildlich für die Werte der Helden von Bern: bescheiden, herzlich, bodenständig, ohne Allüren. Die persönlichen Gespräche mit ihm waren immer ungemein bereichernd.“ 

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Untersuchung: EM-Finale hätte in Tragödie enden können

Die Ausschreitungen am Rande des Endspiels der Fußball-Europameisterschaft im Londoner Wembley-Stadion hätten in einer Tragödie enden können, wenn England gegen Italien gewonnen hätte. Dies ist das eindeutige Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung, die am Freitag in London präsentiert wurde. Der 128-seitige Bericht über das Chaos am 11. Juli kam zu dem Schluss, dass die Befürchtung bestand, dass Tausende von Fans ohne Eintrittskarte das Stadion hätten stürmen können.

Die Autorin der Studie sprach von einem „Beinahe-Unfall“, der zu Todesfällen oder schweren Verletzungen hätte führen können, und machte eine rücksichtslose „Horde“ von mindestens 6000 Fans ohne Eintrittskarten dafür verantwortlich. „Die Trunkenheit, der Drogenkonsum, die Verantwortungslosigkeit, die Kriminalität und der Missbrauch unschuldiger Menschen […] waren schockierend und untragbar“, schrieb Louise Casey und nannte den Vorfall eine „nationale Schande“.

Der englische Fußballverband FA, der die Studie in Auftrag gegeben hatte, bat um Entschuldigung und erklärte, er akzeptiere die Schlussfolgerungen der Studie in vollem Umfang. Als Strafe hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) die Fans für Englands nächstes Heim-Länderspiel in ihren Wettbewerben gesperrt.

Casey, ein Mitglied des britischen Oberhauses, sagte, ein Großteil der Probleme sei vorhersehbar gewesen. Man habe es versäumt, sich auf das Schlimmste vorzubereiten, die Polizei sei zu spät eingesetzt worden. Sie empfahl der Regierung die Einführung einer besonderen Kategorie von Spielen von nationaler Bedeutung, bei der die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und der Alkoholkonsum eingeschränkt würden.

Nur 400 Personen wurden des Stadions verwiesen, aber es wurde befürchtet, dass etwa 6000 weitere Personen, die offenbar wenig oder gar kein Interesse an dem Spiel hatten, sich darauf vorbereiteten, das Stadion zu stürmen.

In dem Bericht wird ein Beamter der Rettungsdienste mit den Worten zitiert, die Folgen eines englischen Sieges wären „schrecklich“ gewesen und hätten zu einem größeren Zwischenfall in London geführt. „Gott sei Dank hat England verloren“, fügte ein Beamter der Sicherheitsbehörde hinzu.

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