Kroos siegt mit Real im Clasico und übernimmt Tabellenführung

Mit einem Zittersieg im 279. Clasico haben Rio-Weltmeister Toni Kroos und Real Madrid das spanische Titelrennen noch spannender gemacht. Der Fußball-Rekordmeister bezwang den FC Barcelona mit 2:1 (2:0) und übernahm vom punktgleichen Lokalrivalen Atletico Madrid die Tabellenführung. 

Für Barca und Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen, die einen Zähler dahinter folgen, endete eine Serie von 19 Ligaspielen ohne Niederlage. Am Sonntag (21.00 Uhr/DAZN) könnte Atletico mit einem Sieg bei Betis Sevilla wieder auf drei Punkte davonziehen.

Karim Benzema, der nach neun Clasicos ohne Tor per Hacke die Führung erzielte (13.), und Kroos mit einem abgefälschten Freistoß (28.) trafen für Real. Oscar Mingueza verkürzte (60.).

Die Königlichen, von Trainer Zinedine Zidane wie schon beim 3:1 am vergangenen Dienstag in der Champions League gegen den FC Liverpool mit einer 4-3-3-Formation ins Spiel geschickt, begannen mit einem Hauch von weißem Ballett. Die perfekte Hereingabe von Lucas Vazquez verwertete Benzema höchst anspruchsvoll zur frühen Führung, ter Stegen war am kurzen Pfosten zum ersten Mal geschlagen.

Kroos erhöhte mit seinem ersten Clasico-Treffer, hatte allerdings Glück, dass sein Schuss unhaltbar für ter Stegen abgefälscht wurde. Kurz darauf traf Federico Valverde den Pfosten (34.). Barca fand lange kein Rezept gegen die effektiven Königlichen. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sorgte Superstar Lionel Messi, der mit seinem 45. Clasico mit dem verletzten Real-Kapitän Sergio Ramos gleichzog, mit einem Eckball an den Pfosten (45.+1) und einer Großchance (45.+3) für Gefahr vor dem Real-Tor.

Im strömenden Regen versuchten die Katalanen mit dem eingewechselten Weltmeister Antoine Griezmann nach der Pause, mehr Druck in der Offensive zu entwickeln. Prompt gelang der Anschlusstreffer. Real blieb mit Kontern gefährlich, ging mit seinen Chancen aber verschwenderisch um. In der Schlussphase forderten Messi und Co. nach einem Zupfer von Ferland Mendy gegen Martin Braithwaite vehement einen Elfmeter – aber vergeblich (83.). Real verlor kurz vor Schluss Casemiro mit Gelb-Roter Karte (90.+1). Sekunden vor dem Ende traf Barcas Ilaix Moriba die Latte (90.+4).

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Dortmund: Entwarnung bei Reus und Hummels

Borussia Dortmund kann für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester City am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) mit Kapitän Marco Reus und Abwehrchef Mats Hummels planen. Trainer Edin Terzic gab nach dem 3:2 (0:1) des BVB beim VfB Stuttgart in beiden Fällen Entwarnung.

“Marco hat sehr viel gespielt in den letzten Wochen, sehr intensiv gespielt, das darf man nicht vergessen. Dann hat er auch einen Schlag abbekommen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es morgen besser aussieht”, sagte Terzic über Reus, der nach seiner Auswechslung (67.) in die Kabine gehumpelt war.

Bei Hummels klang der Coach ähnlich: “Mats hatte plötzlich ein bisschen Kreislaufprobleme und signalisiert, dass es nicht weitergeht. Ich hoffe, dass das nur noch heute Abend nachwirkt und morgen besser ist.” Der Verteidiger musste zur Pause in der Kabine bleiben.

Die Borussia muss gegen City ein 1:2 aus dem Hinspiel wettmachen. “Wir müssen die Leistung von Manchester noch toppen”, forderte Terzic bei Sky.

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Haaland mit Geschwindigkeits-Rekord

Torlos – aber verdammt schnell: Stürmerstar Erling Haaland hat beim 3:2 (0:1) mit Borussia Dortmund beim VfB Stuttgart einen Saisonrekord in Sachen Geschwindigkeit aufgestellt. Der Norweger (20) war mit unfassbaren 36,04 km/h einen Tick schneller als der bisherige Rekordhalter Marcus Thuram. Der Gladbacher hatte es immerhin auf 35,97 km/h gebracht.

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Chelsea dank Havertz auf Champions-League-Rang – Liverpool siegt spät

Dank Fußball-Nationalspieler Kai Havertz hat der FC Chelsea in der Premier League wieder in die Spur gefunden und vorerst einen Champions-League-Platz erobert. Der 21-Jährige erzielte beim 4:1 (3:0) bei Crystal Palace den Führungstreffer (8.) und bediente wenig später den Ex-Dortmunder Christian Pulisic (10.), der erneut in der 78. Minute traf. 

Auch Jürgen Klopp und der FC Liverpool wahrten dank eines späten 2:1 (0:1) gegen Aston Villa die Champions-League-Hoffnungen, Manchester City unterlag vier Tage nach dem Königsklassen-Erfolg gegen Borussia Dortmund (2:1) in Überzahl Leeds United überraschend mit 1:2 (0:1).

Teammanager Thomas Tuchel hatte mit Chelsea am vergangenen Spieltag eine 2:5-Heimpleite gegen Abstiegskandidat West Bromwich Albion kassiert, liegt nun aber wieder auf Rang vier (54 Punkte) und hält Liverpool (52) auf Abstand. Pep Guardiola und Tabellenführer City (74) ist die englische Meisterschaft trotz des Patzers kaum noch zu nehmen, Stadtrivale United hat zumindest bis Sonntag noch 14 Zähler Rückstand.

Chelsea ließ Crystal Palace nach der frühen Führung durch Havertz und Pulisic kaum eine Chance. Auch Kurt Zouma (30.) war für die Blues erfolgreich, Christian Benteke traf für die Gastgeber (63.). Während Antonio Rüdiger in der City-Startelf stand, musste Timo Werner den Sieg von der Bank aus verfolgen.

In einem umkämpften Spiel sicherten Mohamed Salah (57.) und Trent-Alexander Arnold (90.+1) drei wichtige Punkte für Liverpool, das durch den Treffer von Villas Ollie Watkins (43.) in Rückstand geraten war. Für den Vorjahresmeister war es der vierte Ligasieg in Serie, unter der Woche unterlag die Klopp-Elf im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League 1:3 bei Real Madrid.

Ferran Torres gelang der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer für die Skyblues (76.), bei denen Nationalspieler Ilkay Gündogan erst in der 58. Spielminute für Nathan Ake eingewechselt wurde. Stuart Dallas (42./90.+1) traf für die Gäste aus Leeds, bei denen Robin Koch in der 63. Minute von der Bank kam. Liam Cooper (45.+1) sah nach einem Foul an Gabriel Jesus die Rote Karte.

City gastiert zum Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) in Dortmund. Liverpool empfängt zeitgleich Real Madrid an der Anfield Road (DAZN), Chelsea trifft am Dienstag in Sevilla auf den FC Porto (21.00 Uhr/Sky).

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Dank Teenie Knauff: Dortmund wahrt kleine Champions-League-Chance

Dank Teenager Ansgar Knauff hat Borussia Dortmund seine kleine Restchance auf die Champions-League-Ränge gewahrt und weiteres Selbstvertrauen für den Königsklassen-Kracher gegen Manchester City getankt. Vier Tage vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen das englische Starensemble drehte der BVB eine temporeiche Partie beim VfB Stuttgart und gewann verdient 3:2 (0:1).

Der 19 Jahre alte Knauff erzielte in der 80. Minute von der Strafraumgrenze das Siegtor. Der Dortmunder Rückstand auf Platz vier beträgt damit weiter sieben Punkte.

Die Borussia ließ sich zunächst weder vom Rückstand durch den 14. Saisontreffer von VfB-Torjäger Sasa Kalajdzic (17.) beirren, noch durch den Verlust von Mats Hummels. Der Abwehrchef musste zur Pause wegen Magenkrämpfen ausgewechselt werden.

Danach wendete sich das Blatt: Youngster Jude Bellingham (47.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor und Kapitän Marco Reus (52.) mit seinem ersten Ligatreffer seit Dezember ließen die Borussia jubeln. Doch auch Reus humpelte nach seiner Auswechslung (67.) angeschlagen in die Kabine. Daniel Didavi glich noch einmal aus (78.), ehe Knauff mit seinem Premierentor zuschlug.

BVB-Trainer Edin Terzic hatte vor dem Spiel bei Sky versprochen, sein Team werde den “Totalschaden” gegen Konkurrent Frankfurt (1:2) “so nicht stehen lassen” und in der Liga “noch siebenmal das Champions-League-Gesicht zeigen”. Doch Tribünengast Joachim Löw dürfte sich in Halbzeit eins an die jüngsten Auftritte der DFB-Elf erinnert fühlen: Viel Aufwand, Feldüberlegenheit – aber massive Ineffizienz im Angriff.

Dort rieb sich Wunderknabe Erling Haaland auf, er bekam aber wieder einmal zu wenige Bälle und hatte gegen die zunächst sehr aufmerksame VfB-Dreierkette einen schweren Stand. Dass Stuttgart einige wichtige Kräfte fehlten und kurzfristig auch noch der frühere Borusse Gonzalo Castro (muskuläre Probleme) passen musste, fiel da noch überhaupt nicht ins Gewicht.

Der VfB suchte sein Heil im schnellen Umschalten nach Ballgewinnen – und kam so auch zur Führung. Torschütze Kalajdzic leitete den Angriff selbst ein, und als der Ball bei Borna Sosa auf dem linken Flügel ankam, rief ein Dortmunder: “Nicht flanken lassen!” Doch Sosa tat genau dies – und fand den Kopf von Zwei-Meter-Hüne Kalajdzic.

Reus (34.) vergab die Gelegenheit zum Ausgleich und Lothar Matthäus schimpfte zur Pause bei Sky: “So spielt keiner, der in die Champions League will.”

Doch das änderte sich sofort nach dem Wiederanpfiff. Bellingham besorgte nach klugem Rückpass von Gio Reyna das 1:1. Und nach einem schnellen Angriff über Reyna und Mateu Morey ließ Haaland für den freistehenden Reus durch, der von halblinks aus elf Metern einschoss.

Die Entscheidung war dies freilich nicht. Stuttgart drehte noch einmal auf, hatte bald wieder viel mehr Tempo im Spiel und kam zu guten Möglichkeiten. Tanguy Coulibaly (66.) vergab, ehe der eingewechselte Daniel Didavi (78.) doch noch traf. Zwei Minuten später schlug Knauff zu.

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