Leverkusen erreicht Minimalziel Europa League – Union verdrängt Gladbach

Bayer Leverkusen hat das Minimalziel Europa League erreicht. Die Mannschaft von Leih-Trainer Hannes Wolf kam am vorletzten Bundesliga-Spieltag zwar nicht über ein 1:1 (1:0) gegen Union Berlin hinaus, profitierte jedoch vom 1:2 von Verfolger Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart.

Union profitierte ebenfalls vom Gladbacher Ausrutscher und verdrängte die Fohlen vom siebten Platz, der zur Teilnahme an der neuen Conference League berechtigt. Die Berliner haben 47 Punkte, Gladbach 46.

Jungstar Florian Wirtz (27.) brachte die Werkself in Führung. Der eingewechselte Ex-Leverkusener Joel Pohjanpalo (72.) glich für die Köpenicker aus.

Bereits vor dem Anpfiff wurde Lars Bender eine besondere Ehre zuteil: Der 32-Jährige wurde nach insgesamt zwölf Jahren bei Bayer, davon fünf Jahre lang als Kapitän, zum Ehrenspielführer des Werksklubs ernannt. Die Fans bedankten sich am Samstag auf der verwaisten Stehplatztribüne bei ihm: “TREUE, KAMPF, LEIDENSCHAFT – DANKE LARS”, stand auf einem ausgebreiteten Spruchband.

Vor dem Anstoß in der BayArena wurde Lars ebenso wie sein Zwillingsbruder Sven zudem offiziell verabschiedet. Die Bender-Zwillinge beenden mit Abschluss der laufenden Saison ihre Karriere.

Leverkusen, das im Endspurt auf den argentinischen Mittelfeldspieler Exequiel Palacios (Adduktoren) und Stürmer Leon Bailey (Zehenbruch) verzichten muss, sorgte mit ersten Angriff direkt für ein Tor. Doch der Treffer von Patrik Schick (7.) wurde wegen eines Handspiels von Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) zurückgenommen.

Es war der Weckruf für die Gäste, die das Spiel an sich rissen. Christopher Lenz (9.) und Marcus Ingvartsen (11.) brachten Bayer-Keeper Lukas Hradecky mit ihren Abschlüssen zunächst nicht in Verlegenheit. Gegen einen Schuss von Routinier Max Kruse reagierte der finnische Nationaltorhüter stark (16.). Fünf Minuten später traf Kruse dann, stand aber im Abseits (21.).

Die fehlende Effektivität der Eisernen rächte sich: Wirtz stand goldrichtig, nachdem ein abgefälschter Schuss von Wendell aus halblinker Position im Strafraum vor den Füßen des einlaufenden 18-Jährigen gelandet war.

Trotz des Rückschlags blieben die Gäste aus Köpenick die deutlich bessere Mannschaft und rissen immer wieder Lücken in die schlecht geordnete Leverkusener Defensive. 

Bayer sorgte auch nach der Halbzeit nur durch Konter für Entlastung. Union drängte auf den Ausgleich, den Pohjanpalo verdient per Abstauber erzielte. Leverkusens Moussa Diaby traf in der Schlussphase die Latte (74.).

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Augsburg gerettet, Bremen weiter in Not

Der FC Augsburg darf für ein weiteres Jahr in der Fußball-Bundesliga planen – im Gegensatz zu Werder Bremen. Den Hanseaten droht nach dem 0:2 (0:0) im hitzigen direkten Duell mit den Schwaben weiter der zweite Absturz in die Zweitklassigkeit nach 1980. Werder wird sich nach nur einem Punkt aus den letzten neun Spielen womöglich und wie im Vorjahr über die Relegation retten müssen.

Die Treffer für die kampfstarken Gastgeber erzielten Rani Khedira (57.) mit einem Kullerball nach einer Ecke und Daniel Caligiuri (90., Foulelfmeter). Zuvor hatte der gute Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) zunächst den Augsburger Ruben Vargas wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt (13.), kurz nach der Pause sah Bremens Christian Groß wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (49.). Werder empfängt am letzten Spieltag Borussia Mönchengladbach.   

Bei Augsburg kam der Sieg nach zuvor fünf Niederlagen zur rechten Zeit: Die Mannschaft von “Feuerwehrmann” Markus Weinzierl hätte den Verbleib in der Bundesliga bei Bayern München sicherstellen müssen, kann sich nun aber vorzeitig auf ein elftes Jahr in der Erstklassigkeit einrichten. Den Ausgleich für Bremen verhinderte nach einem Gewaltschuss von Leonardo Bittencourt der Pfosten (72.).  

In der kampfbetonten Partie erwies Vargas den Augsburgern früh einen Bärendienst: Nach einer Rempelei mit Theodor Gebre Selassie trat der Schweizer nach. Schiedsrichter Schröder zeigte ihm nach einer Rudelbildung Rot und stand auch nach Inaugenscheinnahme der TV-Bilder zu seiner Entscheidung – zu Recht.

Die Bremer waren danach optisch überlegen, erspielten sich auch gute Chancen, die Schüsse von Josh Sargent (21./28.) wurden jedoch geblockt oder gingen neben das Tor (44.). Den Bremern fiel aber insgesamt zu wenig ein, um den verbissen verteidigenden FCA dauerhaft unter Druck zu setzen.

Tatsächlich gelangen den Gastgebern immer wieder Entlastungsangriffe, die auch gefährlich waren. So musste Jiri Pavlenka im Bremer Tor einen Schuss aus spitzem Winkel von Marco Richter entschärfen (45.+2). Nach Gelb-Rot für Groß legte Augsburg sofort zu und nutzte nach einer Ecke die Verwirrung in der Bremer Abwehr zur Führung.

Die Antwort der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt war wenig überzeugend. Bis auf Bittencourts Pfostenschuss kam zu wenig.

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Nach Pleite auf Schalke: Champions League für Frankfurt in weiter Ferne

Das Debüt in der Champions League rückt für Eintracht Frankfurt immer weiter in die Ferne. Beim Absteiger Schalke 04 verloren die Hessen 3:4 (1:1) und drohen auf der Zielgeraden im Rennen um Platz vier in der Fußball-Bundesliga entscheidend zurückzufallen. DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund könnte mit einem Sieg am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) beim FSV Mainz 05 vier Punkte davonziehen.

Mit nur vier Zählern aus den fünf Spielen seit dem angekündigten Abschied von Trainer Adi Hütter hat die Eintracht ihre einst komfortable Position verspielt. Schalke steht feierte dagegen im 899. und vorerst letzten Bundesliga-Heimspiel den erst dritten Saisonsieg. 

Klaas-Jan Huntelaar brachte die Gastgeber in Führung – im zweiten Versuch: Erst verschoss der Niederländer einen Foulelfmeter, dann traf er im Nachschuss (15.). Nach einem kapitalen Fehler von Schalke-Keeper Ralf Fährmann glich Andre Silva aus (29.). Mit seinem 26. Saisontor stellte der Portugiese den Vereinsrekord von Bernd Hölzenbein aus der Spielzeit 1976/77 ein. Evan Ndicka drehte das Spiel zunächst zugunsten der Gäste (51.), doch zwei U23-Spieler schossen Schalke zum Sieg: Blendi Idrizi nach einen Hackentrick von Huntelaar (52.) und Florian Flick (60.). Zudem traf Matthew Hoppe (64.). Silvas zweiter Treffer (72.) kam für die Eintracht zu spät.

Bei Schalke war Mark Uth nach seiner Gelbsperre in die Startelf zurückgekehrt, dafür fehlte der gesperrte Kapitän Sead Kolasinac. Es war der insgesamt 13. Ausfall bei den Königsblauen. Eintracht-Coach Hütter musste auf den verletzten Sebastian Rode verzichten.

Auf das Führungstor mussten die Königsblauen warten: Nach dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski wegen eines Fouls von Tuta an Amine Harit prüfte Videoassistent Marco Fritz zwei Minuten lang, ob zuvor Huntelaar knapp hinter der Mittellinie im Abseits gestanden hatte. Hatte er nicht, deshalb durfte der Niederländer zum Elfmeter antreten, traf aber erst im Nachschuss. Somit ging der Absteiger im dritten Spiel in Folge in Führung – zum ersten Mal seit Januar 2020.

Allerdings hielt der Vorsprung wieder nicht: Fährmann unterlief eine Flanke von Amin Younes, Silva köpfte völlig frei ein. Die erste Führung durch Ndicka gaben die Frankfurter schnell wieder aus der Hand, Schalke spielte plötzlich wie ein Bundesligist. Trainer Dimitrios Grammozis baute den Bundesliga-Rekord aus, als er in der 68. Minute U23-Spieler Henning Matriciani einwechselte – als 41. Spieler der Saison.

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Gladbach droht Saison ohne Europa

Borussia Mönchengladbach droht eine Saison ohne Europa. Die Mannschaft des scheidenden Trainers Marco Rose unterlag dem VfB Stuttgart mit 1:2 (1:0), das Saisonfinale bei Werder Bremen wird zur Zitterpartie.

Dabei sorgte Kapitän Lars Stindl (45.) für die Führung des fünfmaligen deutschen Meisters. Wataru Endo (73.) und Sasa Kalajdzic (77.) drehten aber mit ihren Toren die Begegnung und bestraften die passiven Gastgeber.

Gladbach war von Beginn an um Wiedergutmachung für die Packung bei Meister Bayern München (0:6) bemüht, auch wenn der Aufsteiger den ersten Abschluss verzeichnete. Der Kopfball von Waldemar Anton stellte Torhüter Yann Sommer aber vor keine Probleme (3.).

Die Gastgeber übernahmen danach die Spielkontrolle, taten sich gegen gut organisierte Schwaben aber schwer. Im letzten Drittel war das Spiel der Gladbach zu unpräzise. Einzig Alassane Plea sorgte für etwas Torgefahr (10. und 24.).

Stuttgart schaltete nach Ballgewinnen schnell um, aber auch dem Spiel des VfB fehlte es in der ersten Halbzeit an Genauigkeit. Einige vielversprechende Kontersituationen verpufften daher wirkungslos.

Als sich schon alle mit einer torlosen ersten Hälfte abgefunden hatten, schlug die Borussia zu. Nach starker Vorarbeit von Christoph Kramer traf Stindl per Direktabnahme zur Führung.

Die Gladbacher zogen sich mit dem Vorsprung im Rücken zu Beginn des zweiten Durchgangs etwas zurück, blieben aber das gefährlichere Team. Innenverteidiger Nico Elvedi scheiterte mit seinem Kopfball an VfB-Schlussmann Gregor Kobel (51.).

Die Gäste wurden in der Folge offensiver, es fehlte aber lange Zeit der letzte Zug zum Tor. In aussichtsreichen Situationen trafen die Stuttgarter häufig die falsche Entscheidung. Sommer parierte zudem den Flachschuss von Philipp Förster (67.).

Die Platzherren sahen sich aber nun häufiger in die Defensive gedrängt und sorgten immer seltener für Entlastung. Der Ausgleich durch den sehenswerten Distanzschuss von Endo war die Strafe. 

Auf der anderen Seite vergab der eingewechselte Valentino Lazaro die erneute Führung (74.). Kalajdzic gelang allerdings kurz darauf der zweite Treffer der Gäste.

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Löw von Lewandowski beeindruckt: “Es ist imponierend”

Bundestrainer Joachim Löw ist von Robert Lewandowski nach dem eingestellten Torrekord in der Fußball-Bundesliga beeindruckt. “Es ist imponierend, so eine Anzahl an Toren zu erzielen. In der heutigen Zeit ist das noch schwieriger als es früher war”, sagte Löw nach dem 40. Saisontreffer des Polen beim 2:2 (1:1) beim SC Freiburg gegenüber Sport1.

Durch seinen verwandelten Foulelfmeter zum 1:0 zog Lewandowski mit Gerd Müller gleich, der in der Saison 1971/72 40 Tore erzielte. “Gerd Müller war einmalig in Deutschland, aber jeder Rekord wird irgendwann mal gebrochen. Irgendwann kommt jemand, der noch besser ist. So ist es mit allen Rekorden. Selbst wenn Lewandowski 41 Tore macht, wird auch dieser Rekord vielleicht irgendwann mal gebrochen werden. Aber überhaupt mal in die Nähe von 40 Toren in der Bundesliga zu kommen, ist überragend”, sagte Löw.

Lewandowski kann sich den alleinigen Rekord am letzten Spieltag mit einem weiteren Treffer gegen den FC Augsburg sichern.

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