Zwei Spiele, drei Punkte: So kommt Deutschland ins Achtelfinale

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das Erreichen des Achtelfinales bei der EM-Endrunde selbst in der Hand. Ein Sieg gegen Ungarn zum Abschluss der Vorrunde am Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) führt sicher in die Runde der letzten 16 – sogar der Gruppensieg ist drin, falls Frankreich (vier Punkte) gegen Portugal (drei) patzt.

Sollte Deutschland unentschieden spielen, wäre es, sofern Portugal Frankreich schlägt, darauf angewiesen, einer der vier besten Gruppendritten zu werden. Auch mit am Ende drei Punkten führt der Weg nur über den dritten Platz der Gruppe F – dann wäre sogar Ungarn vorbeigezogen, und Deutschland müsste auf einen französischen Sieg gegen Portugal hoffen.

Die vier besten Dritten der sechs Gruppen werden nach folgenden Kriterien ermittelt: Zunächst zählt im Vergleich mit den anderen fünf Gruppendritten die Anzahl der Punkte, dann die bessere Tordifferenz, die Anzahl der erzielten Tore sowie die größere Anzahl an Siegen aus allen Gruppenspielen. Danach würde bei Gleichstand die Fair-Play-Wertung herangezogen.

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DFB-Elf wie im Rausch: Überzeugender Sieg – auch dank zweier Eigentore

Geht doch! Mit einem berauschenden Auftritt hat die deutsche Nationalmannschaft die Tür zum Achtelfinale der EM aufgestoßen. Beim phasenweise brillanten 4:2 (2:1) gegen Portugal leistete aber auch der Titelverteidiger gegen eine entfesselte DFB-Auswahl mit zwei Eigentoren Schützenhilfe: Nach dem Führungstreffer durch Cristiano Ronaldo trafen seine Mitspieler zweimal ins eigene Tor. Bundestrainer Joachim Löw kann es egal sein: Seine Mannschaft zeigte die beste Turnierleistung seit dem WM-Finale 2014.

Ein erster, herrlicher Treffer nach nur 4:24 Minuten durch den überragenden Robin Gosens musste wegen Abseits aberkannt werden, dann platzte auch noch Ronaldo mit seinem Abstauber (15.) mitten hinein in die deutsche Drangphase. Aber: Die wie ausgewechselte DFB-Auswahl fing sich schnell, stürmte weiter unwiderstehlich und erzwang geradezu die Eigentore durch Ruben Dias (35.) und den Dortmunder Raphael Guerreiro (39.). 

Es folgten schön herausgespielte Tore durch Kai Havertz (51.) und Gosens (60.), der das Spiel seines Lebens machte, aber angeschlagen ausgewechselt wurde (62.). “Robin Gosens”-Sprechchöre hallten durch die Arena in München, die mit 14.000 Zuschauern besetzt war. Der Treffer von Diogo Jota (67.) war ein Schönheitsfehler, der freilich aufzeigte, dass Deutschland bei aller Begeisterung noch nicht stabil ist. Auch im Anschluss machten die Portugiesen Druck – Renato Sanches traf den Pfosten (79.). 

Der Sieg war mehr als verdient – und ist doch nur ein Zwischenschritt auf dem Weg ins Achtelfinale: Um sicher dorthin zu gelangen, ist ein Dreier gegen Ungarn am Mittwoch (21.00/ZDF und MagentaTV) erneut in München Pflicht. Für einen der ersten beiden Plätze könnte abhängig vom Resultat des Spiels zwischen Frankreich und Portugal ein Punkt zu wenig sein. Dann müsste Deutschland darauf hoffen, als einer der vier besten Gruppendritten in die K.o.-Runde einzuziehen.

Zunächst war allerdings der Sieg gegen Portugal wichtig, um überhaupt im Turnier zu bleiben und alles selbst in der Hand zu haben. Löw bot dafür die identische Elf auf, die gegen Frankreich (0:1) begonnen hatte. Er habe tatsächlich “nicht so sehr” nachgedacht über seine Aufstellung gegen den Europameister, verriet der Bundestrainer vor dem Anpfiff in der ARD. Es gehe für seine Auserwählten nur darum, es besser zu machen: “Wir sind auf der Suche nach der goldenen Mitte.”

Schon die ersten Ansätze waren vielversprechend. Die deutsche Mannschaft war mutiger als gegen Frankreich, störte früher und versuchte, den Ball schnell laufen zu lassen. Serge Gnabry, Havertz und Thomas Müller wechselten ständig die Positionen. Joshua Kimmich und Gosens rückten bei eigenem Ballbesitz weit auf. Das führte schnell zum Treffer von Gosens – Gnabry hatte allerdings bei der Flanke von Matthias Ginter knapp im Abseits gestanden.

Portugal wankte, Havertz (10.), Toni Kroos (12.) und erneut Gosens (18.) sorgten für Gefahr – dann jedoch folgte die kalte Dusche: Ronaldo höchstpersönlich klärte eine Ecke, dann sprintete der 36-Jährige über das ganze Feld und war rechtzeitig zur Stelle, um einen Querpass Jotas einzuschieben. Es war der erste Treffer für den EM-Rekordtorschützen gegen Deutschland – im fünften Duell und mit dem 24. Torschuss. Und bei der DFB-Auswahl war die “goldene Mitte” schon verschoben.

Allerdings: Der Schrecken währte nur kurz, tatsächlich war die deutsche Mannschaft nicht wiederzuerkennen im Vergleich zum ersten Spiel. Der sensationell aufspielende Gosens machte Dampf über links, Kimmich bereitete über rechts die Eigentore vor: Sie wären aber auch gefallen, hätten die Portugiesen nicht den Fuß im Spiel gehabt. Beim ersten stand der völlig verwandelte Havertz schon einschussbereit daneben, beim zweiten wäre der ebenfalls deutlich verbesserte Gnabry zur Stelle gewesen.

Abgesehen von den Gegentoren überzeugte die deutsche Mannschaft in nahezu jeder Hinsicht – vor aber allem in der Offensive, in der auch Müller als Antreiber, Kämpfer und Vorbereiter zu gefallen wusste. Er leitete die Treffer von Havertz und Gosens mit Pässen auf die direkten Vorlagengeber Gosens und Kimmich ein. Danach sangen die deutschen Zuschauer “Oh, wie ist das schön” – auch wenn Jota noch verkürzte.

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Barcelona verpflichtet Stürmerstar Depay aus Lyon

Der FC Barcelona hat den niederländischen Stürmerstar Memphis Depay vom früheren französischen Fußball-Serienmeister Olympique Lyon verpflichtet. Wie die Katalanen am Samstag mitteilten, unterschrieb der 27 Jahre alte Nationalspieler einen Zweijahresvertrag. Sein Kontrakt bei Olympique läuft Ende Juni aus.

Depay war im Januar 2017 vom englischen Rekordmeister Manchester United nach Lyon gewechselt. In 178 Pflichtspielen für Olympique erzielte er 76 Tore und bereitete 55 vor. 

Bei der laufenden EM hat Depay, der seit 2013 für die Elftal spielt, im zweiten Gruppenspiel gegen Österreich (2:0) den Führungstreffer geschossen.

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Klopp zur DFB-Taktik: “Ich würde mit dieser Mannschaft Viererkette spielen”

Teammanager Jürgen Klopp vom FC Liverpool würde mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM eine andere taktische Ausrichtung wählen als Bundestrainer Joachim Löw. “Jeder Trainer hat das Recht, seine eigene Entscheidung zu treffen. Ich würde mit dieser Mannschaft aber eine Viererkette spielen”, sagte Klopp vor dem Spiel gegen Portugal bei MagentaTV und ergänzte: “Das heißt jetzt aber erstmal gar nichts.”

Löw hatte bei der EM-Auftaktniederlage gegen Weltmeister Frankreich am vergangenen Dienstag (0:1) mit einer Dreierkette spielen lassen. Gegen Titelverteidiger Portugal wählte der Bundestrainer die identische Ausrichtung und Formation – was nicht nach dem Geschmack von Klopp war: “Ich finde einfach, dass mit einer Viererkette verschiedene Räume besser besetzt sind.”

Liverpools Meistertrainer betonte zudem, dass es darum gehe, “welcher Spieler auf welcher Position spielt. Ich könnte mir ein Mittelfeld mit Joshua Kimmich, Ilkay Gündogan und Toni Kroos extrem gut vorstellen, ehrlich gesagt. Da wäre jeder auf der Position, auf der er sich wohlfühlt. Das war so ein bisschen das Problem im ersten Spiel”.

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Italien: Mancini kündigt Verratti-Rückkehr an

Italiens Trainer Robert Mancini hat die Rückkehr von Mittelfeldchef Marco Verratti für das Gruppenfinale am Sonntag (18.00 Uhr MESZ/ZDF) gegen Wales in Rom angekündigt. “Er hat ein paar Tage mit der Mannschaft trainiert. Er ist fit und brennt”, sagte Mancini am Samstag.

Mit Blick auf die K.o.-Spiele benötige der 28-Jährige von Paris St. Germain nach seinem wochenlangen Ausfall wegen einer Knieverletzung Spielzeit. “Wir werden sehen, wann er zum Einsatz kommt”, ergänzte Mancini. Verratti war seit Anfang Mai ausgefallen und hatte auch in den beiden EM-Gruppenspielen gegen die Türkei und die Schweiz (jeweils 3:0) gefehlt. 

Die Squadra Azzurra ist bereits für die K.o.-Runde qualifiziert. Gegen Wales geht es noch um den Sieg in Gruppe A. “Es ist wichtig, zu gewinnen und ein gutes Spiel zu machen. Für uns gibt es kein anderes Ziel”, betonte Mancini.

Verzichten muss der 56-Jährige auf den angeschlagenen Kapitän Giorgio Chiellini (muskuläre Probleme im Oberschenkel), der auf seine Rückkehr im EM-Achtelfinale hofft. Außenverteidiger Alessandro Florenzi könnte nach Wadenproblemen wieder zur Verfügung stehen.

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