Mourinho und AS Rom blamieren sich in Norwegen

Trainer Jose Mourinho und die AS Rom haben sich in der Conference League bis auf die Knochen blamiert. Der italienische Spitzenklub ging beim norwegischen Meister FK Bodö/Glimt am Donnerstag mit 1:6 (1:2) unter. Dadurch verdrängte Bodö/Glimt mit sieben Punkten die Roma (6) von der Tabellenspitze in der Gruppe C.

„Sie haben mehr Qualität als wir. Ihre erste Mannschaft ist ein deutlich besseres Team als unsere zweite Mannschaft“, sagte Mourinho: „Es ist mein Fehler. Ich wollte der ersten Garde nach dem Spiel bei Juventus eine Pause geben. Ich habe dieses Entscheidung getroffen. Und am Ende sind sie bessere Spieler als meine.“

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Gewalt und Patzer: Union erlebt Rotterdam-Reise zum Vergessen

Hooligan-Überfall, verletzte Fans und eine Niederlage: Union Berlin hat eine Europapokal-Reise zum Vergessen erlebt. Das Team von Urs Fischer unterlag in der Conference League bei Feyenoord Rotterdam am Donnerstag unglücklich 1:3 (1:2) und steht mit zwei Niederlagen aus drei Spielen in der Gruppe E gewaltig unter Druck.

Alireza Jahanbakhsh (11.), Bryan Linssen (29.) und Luis Sinisterra (76.) brachten das berüchtigte Stadion „De Kuip“ zum Beben und verschafften dem Tabellenführer mit nun sieben Punkten eine glänzende Ausgangslage für das Rückspiel in 14 Tagen in der Alten Försterei. Für Union, das zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte, reichte es durch Taiwo Awoniyi (35.) nur zum zwischenzeitlichen Anschlusstor. 

Die Partie war von mehreren Zwischenfällen außerhalb des Stadions überschattet worden. Die Union-Delegation um Präsident Dirk Zingler war am Vorabend in einer Bar in der Nähe des Teamhotels von Hooligans attackiert worden. Feyenoord entschuldigte sich bei Union am Donnerstag für den „feigen Akt“.

Beim Einlass kam es zudem zu massiven Problemen für Hunderte Union-Fans. „Es gab einen äußerst harten Polizeieinsatz mit mehreren Verletzten“, sagte Pressesprecher Christian Arbeit dem SID. Der „Eiserne Hilfe“-Vorsitzende Andreas Lattemann berichtete von „gezielten Angriffen auf Köpfe der Beteiligten“ sowie den „Einsatz von Schlagstöcken und Hunden. Mehrere Personen wurden gebissen, haben Platzwunden oder sind im Krankenhaus.“ 

Rotterdam ging unterdessen mit den ersten beiden Torchancen gleich 2:0 in Führung. Jahanbakhsh musste nach toller Vorarbeit von Sinisterra, der Paul Jaeckel auf links ganz alt aussehen ließ, nur noch einschieben. Nach einer knappen halben Stunde verschätzte sich dann Robin Knoche vollkommen, Mittelstürmer Linssen bedankte sich und schlug eiskalt zu.

Die Eisernen blieben im ersten Durchgang offensiv harmlos, kamen aber durch das Kopfballtor von Awoniyi nach Flanke von Kapitän Christopher Trimmel zurück ins Spiel. Nach dem Seitenwechsel war Union bemüht, doch die Gäste wirkten über weite Teile kraftlos und waren zu ungenau im eigenen Ballbesitz. Der eingewechselte Sheraldo Becker (72.) hatte den Ausgleich auf dem Fuß, ehe der starke Sinisterra auf der Gegenseite traf.

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Andrich verhindert erste Bayer-Niederlage in Sevilla

Bayer Leverkusen hat in der Europa League die erste Niederlage abgewendet. Vier Tage nach der 1:5-Klatsche gegen Bayern München rettete Rückkehrer Robert Andrich (82.) der Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane ein 1:1 (0:0) bei Betis Sevilla und belohnte eine starke Reaktion der Werkself.

Leverkusen ist als Tabellenführer der Gruppe G mit sieben Punkten nach drei Spielen trotzdem weiter auf Kurs K.o.-Runde, Betis bleibt punktgleich auf Platz zwei. Borja Iglesias (75., Handelfmeter nach Videobeweis) hatte Betis nach einem Blackout von Jeremie Frimpong in Führung gebracht.

Seoane hatte seine Mannschaft auf insgesamt sechs Positionen umgestellt. Unter anderem fehlte Charles Aranguiz wegen seiner Muskel-Sehnenverletzung in der Wade. Der in der Bundesliga rotgesperrte Andrich kehrte in der Doppel-Sechs an der Seite von Kerem Demirbay zurück.

Von seinem umgebauten Team forderte Seoane nach der Pleite gegen die Bayern eine Reaktion. „Betis spielt als Kollektiv sehr gut. Sie haben individuelle Qualität im Angriff und der Defensive. Sie sind extrem erfahren, verlassen zu keinem Zeitpunkt den Spielplan“, sagte der Schweizer: „Doch unser Anspruch ist es, Tabellenerster zu werden.“

Den Anspruch untermauerten die Leverkusener vor 40.000 im Estadio Benito Villamarin von Beginn an. Die erste Chance spielten sich die Gäste nach 30 Sekunden heraus. Flügelflitzer Moussa Diaby startete auf der linken Seite durch und fand im Strafraum Lucas Alario. Den Schuss des Argentiniers parierte der chilenische Nationaltorhüter Claudio Bravo.

Drei Minuten später hätte Diaby die Führung erzielen müssen, nachdem er schon an Bravo vorbeigedribbelt war. Vom bitteren Rückschlag gegen die Bayern am Sonntag war bei der Werkself nichts zu spüren. Leverkusen spielte weiter mit viel Zug nach vorne. Einen Freistoß von Demirbay leitete Alario artistisch per Aufsetzer an die Latte weiter (11.).

Erst nach einer Viertelstunde wurden auch die Verdiblancos aktiver. Und Bayer hatte Glück, dass es nicht aus dem Nichts in Rückstand geriet. Kapitän Lukas Hradecky ließ einen Schuss von Iglesias nach vorne abprallen, den Nachschuss setzte Aitor Ruibal mit Aufsetzer über das Tor (24.).

In der Folge verlor die Partie zunächst ein wenig an Schwung. Erst kurz vor der Pause wurden Nabil Fekir (41.) und Iglesias (42.) mit Abschlüssen vor dem Bayer-Tor gefährlich.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste, mit viel Tempo. Vor allem von Betis. Bayer hatte Probleme und haderte mit einigen unnötigen Ballverlusten. Die beste Möglichkeit von Diego Lainez parierte Hradecky sicher (56.). Seoane versuchte mit der Einwechslung seiner Topscorer Florian Wirtz und Patrik Schick noch einmal seine Offensive zu beflügeln.

Dann patzte erst Frimpong, Andrich gab die Antwort.

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Mageres 1:0 in Israel: Torfabrik der DFB-Frauen streikt

Die deutschen Fußballerinnen haben sich mit einem dürftigen Auftritt zum dritten Pflichtsieg in der WM-Qualifikation gemüht. Der zu harmlosen DFB-Auswahl gelang im Premierenduell mit Israel in Petach Tikwa trotz Überlegenheit nur ein mageres 1:0 (1:0), das aber die Tabellenführung in der Gruppe H festigte.

Svenja Huth (18.) sorgte dafür, dass das DFB-Team nach den Erfolgen gegen Bulgarien (7:0) und Serbien (5:1) neun Punkte auf dem Konto hat. Sara Däbritz (13.) vergab einen Foulelfmeter. 

Das Rückspiel gegen Israel findet am kommenden Dienstag (16.05 Uhr/ARD) in Essen statt. Vor der Heimreise am Samstag besucht eine DFB-Delegation noch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

In Abwesenheit von verletzten Stammkräften wie Alexandra Popp oder Lena Oberdorf setzte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im HaMoshava Stadion auf die zuletzt bevorzugte 4-3-3-Formation. Angetrieben von Regisseurin Dzsenifer Marozsan übernahm die DFB-Elf gleich die Spielkontrolle.

Doch es ging nicht gut los. Nach Foul an Jule Brand im Strafraum scheiterte die sonst so sichere Elfmeterschützin Däbritz mit ihrem zu unplatzierten Linksschuss an Israels Torhüterin Amit Beilin.

Die deutsche Auswahl ließ sich immerhin nicht beirren. Marozsan setzte immer wieder ihre Mitspielerinnen mit feinen Pässen in Szene – wie beim hohen Ball auf Flügelflitzerin Huth, die sich erst gegen zwei Gegnerinnen durchsetzte und dann eiskalt abschloss.

Die Gastgeberinnen um die Deutsch-Israelin Sharon Beck vom 1. FC Köln standen nun tiefer und lauerten auf Konter. Bei viel Ballbesitz ließ das deutsche Team bis zur Pause weitere zwingende Aktionen vermissen, was Voss-Tecklenburg mit der Forderung quittierte: „Geduldiger spielen!“

Um bei der EM 2022 in England (6. bis 31. Juli) gegen Topteams zu bestehen, muss der Rekordeuropameister an seiner Effizienz arbeiten. Zu häufig fehlte in der letzten Aktion die Präzision, ein altbekanntes Problem gegen tiefstehende Gegner.

Nach einer Stunde durfte sich Giulia Gwinn zurückmelden: 13 Monate nach ihrem Kreuzbandriss gab die Außenbahnspielerin von Meister Bayern München ihr langersehntes Comeback im Nationalteam und hatte sogar eine gute Chance zum 2:0 (81.).

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Mehrere Union-Fans in Rotterdam verletzt

Mehrere Fans des Fußball-Bundesligisten Union Berlin sind am Einlass des Stadions von Feyenoord Rotterdam am Donnerstagabend verletzt worden. „Wir haben Kontakt mit unserem Sicherheitsbeauftragten. Es gab einen äußerst harten Polizeieinsatz mit mehreren Verletzten“, sagte Pressesprecher Christian Arbeit dem SID. Anscheinend wurde ein Fan von einem Hund gebissen. 

Zur Halbzeit des Conference-League-Spiels standen immer noch Hunderte Gästefans vor den Toren des Stadions, die Fan-Solidargemeinschaft „Eiserne Hilfe“ sprach von zahlreichen Ingewahrsamnahmen. 

Am Mittwoch war eine Union-Delegation mit dem Klub-Präsidenten Dirk Zingler in einer Bar von Hooligans angegriffen worden.

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