Zuschauer-Beschränkungen: Es geht „nur“ noch um Ausmaß und Einheitlichkeit

Bei der Frage nach der Reduzierung der Zuschauerkapazitäten in den Profifußball-Stadien geht es beim Spitzentreffen von Bund und Ländern am Donnerstag (11.00 Uhr) „nur“ noch um die Fragen des Ausmaßes und der Einheitlichkeit. Das machte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kurz vor Beginn der Beratungen deutlich.

Es gebe bereits vorab weitgehende Einigkeit darüber, dass es bei Fußballspielen eine „signifikante Reduktionen der Zuschauer geben muss“, sagte der derzeitige Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz im ZDF-Morgenmagazin. Dabei gehe es um 50, 30 oder 25 Prozent. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert allerdings bundesweite Geisterspiele.

„Weil es um bundesweite Ligen geht, wäre es auch klug, wenn wir ungefähr die gleichen Ergebnisse haben“, äußerte Wüst: „Ich bin dafür, dass wir das möglichst einig machen, damit es bundesweit gleich gilt.“

Die Regierungschefinnen und -chefs der Länder hatten sich zusammen mit der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) am Dienstag grundsätzlich über die Verschärfung von Corona-Maßnahmen verständigt. Die Details dieser Regelungen sollen am Donnerstag beschlossen werden.

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SID-Umfrage: Corona und Kommerzialisierung nehmen Fans das Fußball-Interesse

Die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball wird von Fans kritisch beurteilt. 52,7 Prozent der befragten Anhänger einer Umfrage der Voting-Plattform FanQ im Auftrag des Sport-Informations-Dienst (SID) und in Kooperation mit dem Lehrstuhl Sportwissenschaft der Uni Würzburg sehen die Konsequenzen der Kommerzialisierung auf ihr Fußballinteresse als „negativ“ bis „sehr negativ“. 

Es wurden 4190 Fans befragt. Nur 4,6 Prozent bewerten die Kommerzialisierung als „in Ordnung“ oder „völlig in Ordnung“. Eine klare Mehrheit von 74,4 Prozent beurteilen die Kommerzialisierung als „überzogen“ bis „völlig überzogen“. 

Auch die Corona-Pandemie hat einen negativen Einfluss. Laut der Umfrage bewerten die Fans mit einer deutlichen Mehrheit von 80,8 Prozent die Auswirkungen von Corona als „groß“ bis „sehr groß“.

Nur 5,6 Prozent bewerten die Auswirkungen von Corona auf den Fußball (in Stadion, Gastronomie u.a.) als eher gering oder sehr gering. Im Unterschied dazu sehen aber 80,8 Prozent hier große oder sehr große Auswirkungen.

„Diese Befunde belegen auf einer breiten empirischen Basis eine Entwicklung, die wir in unserer Forschung bereits seit über einem Jahr beobachten: Fans wenden sich vom Fußball ab“, sagte Professor Harald Lange (Uni Würzburg): „Die Klubs und die DFL sollten dies als Alarmsignal nehmen und der Gefahr einer dauerhaften Abwendung entgegenwirken.“ 

Die Bedingungen hierfür seien grundsätzlich gut, „denn die Zahlen zeigen gleichzeitig, dass der Fußball nach wie vor unglaublich viel Potenzial besitzt“, betonte Lange. 

Mit Blick in die Zukunft sind 76,9 Prozent der deutschen Fans zuversichtlich, dass die Bundesliga-Stadien wieder ausgelastet sein werden, so wie vor Beginn der Pandemie. Nur 17,8 Prozent der Fans sind pessimistisch.

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Streich würde nicht aus der Kirche austreten

Trainer Christian Streich vom Fußball-Bundesligisten SC Freiburg würde nicht aus der Kirche austreten – auch wenn er „nicht wahnsinnig gläubig“ sei. Das sagte der Coach der Wochenzeitung Die Zeit: „Es würde meiner Mutter wehtun.“

Dass aus Streich, der Germanistik und Geschichte studiert hat, kein Lehrer geworden ist, liegt an seiner Liebe zum Fußball. „Ich fühlte: Der Fußballplatz ist für mich doch besser als das Klassenzimmer“, äußerte der 56-Jährige.

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Das SID-Kalenderblatt am 2. Dezember: Borussia Dortmund holt den Weltpokal

Die Mathematik- und Geschichte-Doppelstunden an weiterführenden Schulen im Ruhrgebiet sollen spärlich besucht worden sein an jenem 2. Dezember 1997. Das Weltpokalfinale zwischen Borussia Dortmund und dem Copa-Libertadores-Sieger Cruzeiro Belo Horizonte aus Brasilien wurde in Tokio gespielt – in Deutschland war der Anstoß am späten Dienstagvormittag.  

Auch damals also bemühte sich der Fußball bereits, andere Märkte zu bedienen. Mit noch geringem Erfolg: Das Spiel war gut besucht, aber BVB-Verteidiger Martin Kree fühlte sich im Nationalstadion an ein klassisches Klavierkonzert erinnert: „So still war es.“

Für den BVB war die Reise mühselig. Viel Geld gab es nicht zu verdienen, laut BVB-Manager Michael Meier nur 500.000 Mark, der Titel war nicht sonderlich begehrt, zudem lief es in der Bundesliga ein halbes Jahr nach dem Champions-League-Triumph von München und dem legendären Heber von Lars Ricken gegen Juventus Turin äußerst mittelmäßig.

„Vorher fand ich dieses Spiel eher lästig, doch nachdem der Präsident uns erläutert hat, wir können quasi Weltmeister der Vereinsmannschaften werden, sehe ich die Angelegenheit etwas anders“, sagte Stürmer Heiko Herrlich.

Er erzielte dann auch das entscheidende Tor zum 2:0-Endstand, Michael Zorc hatte in der ersten Halbzeit vorgelegt. Ricken spielte keine Rolle.

Die Ära des BVB-Trainers Nevio Scala war an Höhepunkten ansonsten arm – dass sein Vorgänger Ottmar Hitzfeld ins Amt des Sportdirektors gewechselt war, erschwerte ihm die Arbeit, er hielt sich nur eine Saison. 

Und er verlor wenige Tage nach der strapaziösen Rückreise mit dem BVB in der Bundesliga: 2:4, beim Tabellenletzten 1. FC Köln. Nach 17 Minuten führten die Kölner 2:0.m

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PSG müht sich: 0:0 gegen Nizza

Viele Chancen, keine Tore: Der französische Fußball-Spitzenklub Paris St. Germain ist in der Ligue 1 nicht über ein 0:0 gegen OGC Nizza hinaus gekommen. Die Pariser um den Ballon d’Or-Gewinner Lionel Messi konnten einige gute Gelegenheiten nicht in einen Treffer ummünzen. Trotzdem bleibt PSG mehr als souverän an der Spitze der Ligue 1, der Vorsprung auf Verfolger Olympique Marseille beträgt zwölf Punkte. 

PSG, das zuvor vier Ligasiege in Serie gefeiert hatte, musste im Duell mit dem neuen Tabellenvierten auf den verletzten Superstar Neymar verzichten. Kylian Mbappe (64.) vergab nach Zuspiel von Messi die beste Gelegenheit.

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