Bayer-Coach Seoane vor Derby: „Emotionskontrolle ist wichtig“

Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen will sich im Derby am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) beim 1. FC Köln auch in der Liga für das 1:5-Heimdebakel gegen Meister Bayern München rehabilitieren und nicht von der aufgeheizten Atmosphäre auf den Rängen irritieren lassen. In seinem ersten Nachbarschafts-Duell kann Trainer Gerardo Seoane auf das gleiche Personal wie beim 1:1 am vergangenen Donnerstag in der Europa League bei Betis Sevilla setzen.

Nach dem sportlich überzeugenden Auftritt in Spanien ist die mentale Einstimmung auf die besondere Stimmung in Köln ein wesentlicher Bestandteil der Leverkusener Vorbereitung. „Man spricht viel über solche Spiele, und Derbys haben immer noch eine Spur mehr Emotionalität. Deswegen ist Emotionskontrolle sehr wichtig. Wir müssen immer eine gewisse Souveränität behalten und dürfen nicht aus dem Konzept fliegen“, sagte Seoane nach der Rückkehr aus Sevilla auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag.

Gleichwohl erwartet der Schweizer bei aller „Konzentration auf das Geschehen auf den Platz und die Stärken der Kölner und meiner Mannschaft“ eine Begegnung mit vielen typischen Derby-Merkmalen. „Es wird sicher viele Zweikämpfe geben, und das Spiel wird ein hohe Intensität haben“, mutmaßte Seoane. Allerdings schloss der 42-Jährige eine Eigendynamik in der Spielentwicklung nicht aus: „So lange beide Mannschaften taktisch diszipliniert sind, kann es sein, dass zuerst nur wenige Torchancen gibt. Wenn aber die Kräfte schwinden, könnte es im Laufe des Spiels auf beiden Seiten mehr Raum geben. Dann ist auch ein offener Schlagabtausch möglich.“

Seoane stellt seine Spieler auf einen „energievollen, kraftvollen und mutigen Gegner mit einer aggressiven Spielweise“ ein. „Köln hat sein Gesicht verändert und spielt extrem aktiv“, sagte der Coach und warnte vor Kölns Wiedergutmachungswillen nach der 0:5-Pleite in der Vorwoche bei der TSG Hoffenheim: „Sie haben wie wir einen Dämpfer bekommen und wollen gegen uns wie wir schon in Sevilla wieder Selbstvertrauen tanken.“

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

Baumgart lässt sich nicht bremsen: „Wir wollen attackieren“

Von fünf Gegentoren in Hoffenheim lässt sich Steffen Baumgart nicht bremsen. „Unsere Ausrichtung wird sich nicht ändern. Wir wollen vorne attackieren“, kündigte der Trainer des 1. FC Köln vor dem Bundesliga-Derby gegen Bayer Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) an: „Aber es wird für uns auch um eine große Geschlossenheit gehen, um Bälle vom eigenen Tor wegzuhalten.“

Wie das gegen die so offensivstarken Nachbarn im Detail funktionieren soll, wollte Baumgart am Freitag nicht verraten. „Ich habe bestimmte Ideen im Kopf, aber die behalte ich für mich“, sagte er.

Verzichten muss er auf seinen Mittelfeldmotor Ellyes Skhiri, der wie schon bei der TSG Hoffenheim (0:5) wegen einer Knieverletzung ausfällt, und Niklas Hauptmann. Wieder dabei sind Kapitän Jonas Hector und Dejan Ljubicic, die nach ihren krankheitsbedingten Ausfällen am Dienstag ins Mannschaftstraining zurückgekehrt waren.

Vor seinem ersten Derby als FC-Trainer spürt Baumgart „Lampenfieber. Ich habe eine gewisse, positive Aufregung.“ Und Respekt vor dem Gegner: „Leverkusen hat eine riesige Qualität im Kader. Es wird wichtig sein, unsere Intensität hochzuhalten“, sagte Baumgart, der am Donnerstagabend in der Europa League „ein sehr gutes Spiel von Leverkusen gesehen“ hatte.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

DFB-Delegation besucht Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Eine achtköpfige Delegation der Frauenfußball-Nationalmannschaft hat am Freitag die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Im Anschluss an eine Führung legten Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften, und Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg einen Kranz am Gedenkstein von Janusz Korczak nieder, einem Kinderarzt und Leiter eines Waisenhauses.

„Es ist ein eindrücklicher, ganz wichtiger Tag. Wir sind dankbar, dass wir hier sein dürfen“, sagte Voss-Tecklenburg anschließend. „Wir dürfen Antisemitismus, Ausgrenzung, menschliches Fehlverhalten einfach nicht tolerieren, wir brauchen Zivilcourage. Wir müssen permanent daraus lernen.“

Zur deutschen Delegation gehörten auch die Spielerinnen Lena Lattwein, Tabea Waßmuth, Laura Benkarth, Laura Freigang und Martina Tufekovic sowie Teammanagerin Maika Fischer. Die gesamte Mannschaft besichtigte im Anschluss bedeutende Stätten in Jerusalem.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

Trotz Corona: Nagelsmann hält Spieltags-PK

Trainer Julian Nagelsmann von Bayern München hat trotz seiner Corona-Erkrankung die Spieltags-PK vor der Bundesliga-Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen seinen Ex-Klub TSG Hoffenheim gehalten. Der 34-Jährige stand den Reportern am Freitagnachmittag in einer Videoschalte von zu Hause aus der Quarantäne Rede und Antwort.

„Mir geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Ich bin noch immer ein bisschen schlapp, aber kann schon wieder lachen“, sagte Nagelsmann. Beim Spiel wird er wie zuletzt in der Champions League bei Benfica Lissabon (4:0) von seinen Assistenten Dino Toppmöller und Xaver Zembrod vertreten.

Er habe sich in der Isolation ein „kleines Analysezentrum gebaut“, sagte Nagelsmann, „es sieht aus wie in einem Rechenzentrum – in der Küche wohlgemerkt, damit ich einen kurzen Weg zum Tee habe“. Wann er wieder in den Trainingsalltag einsteigen könne, sei offen.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch

„Tolle Einzelspieler“: Bochums Blum warnt vor Ex-Klub Frankfurt

Trainer Thomas Reis würde den Sieg im Aufsteigerduell in Fürth „gerne vergolden“, doch Danny Blum weiß, wie schwer die Aufgabe gegen seinen Ex-Klub wird. „Wenn man Eintracht Frankfurt spielen lässt, dann sind sie sehr gefährlich. Sie haben tolle Einzelspieler“, sagte der Mittelfeldspieler des VfL Bochum vor dem Heimspiel am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) gegen die Hessen.

Blum (30) ist nach seiner Wadenverletzung „endlich wieder nah an dem Niveau, an das ich ran will“. An den vergangenen drei Spieltagen war er jeweils eingewechselt worden, bekam immer ein paar Minuten mehr Spielzeit. Gegen die Eintracht, für die er zwei Jahre gespielt hat, könnte er erstmals von Beginn an in der Bundesliga für Bochum auflaufen. „Durch Danny haben wir wieder richtig individuelle Qualität zurückbekommen“, sagte Reis.

Am vergangenen Samstag war dem VfL im Duell der Aufsteiger bei der SpVgg Greuther Fürth (1:0) der zweite Saisonsieg gelungen. Vor dem 9. Spieltag hat Bochum sieben Punkte auf dem Konto und lag auf dem 15. Platz knapp vor den Abstiegsrängen.

Foto: AFP/SID und Zulieferer +++ Mehr auf Fever Pit’ch